Neue Therapiemanuale für Depressions- und Angstbewältigungsgruppen

In der Oberbergklinik Berlin/Brandenburg wurden im Verlauf des Jahres 2017 die Therapiemanuale für psychoedukative Gruppen überarbeitet und Neufassungen erstellt: zum einen für die Depressionsbewältigungsgruppe, zum anderen für die Angstbewältigungsgruppe. Die neuen Manuale entstanden als Teamarbeit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Depressions- und Angstgruppenteams in Wendisch Rietz.

Die Entwürfe für die einzelnen Module bzw. Sitzungen wurden zunächst von psychologischen und ärztlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verantwortet, die spezielle Expertise und Interesse in einem oder mehreren Teilgebiet der Thematik haben (u.a. Achtsamkeit, metakognitive Ansätze, Expositionsverfahren). Abschließend wurden die einzelnen Module von Frau Dipl.-Psych. Patricia Rusche als Leiterin des Angst- und Depressionsteams und leitende Psychologin sowie Herrn Prof. Dr. Matthias Müller als ärztlichem Direktor redigiert und zusammengefügt.

Folgende Änderungen gibt es im Vergleich zu den zuvor eingesetzten Therapiemanualen in den Oberbergkliniken: das Manual zur Depressionsbewältigung umfasst sieben Module. Es finden pro Woche zwei Sitzungen der Depressionsbewältigungsgruppe statt, in die Patientinnen und Patienten jederzeit einstiegen können:

  1. Was ist eine Depression? Symptome und Diagnostik
  2. Störungsmodell
  3. Depression und die Ebene der Gedanken
  4. Depression und die Ebene der Gefühle
  5. Depression und die Ebene von Verhalten und Körper
  6. Depression und Achtsamkeit
  7. Rückfallprophylaxe

Das Manual zur Angstbewältigung hat zehn Module, wobei sich der Einsatz von zwei Modulen nach dem konkreten Bedarf der teilnehmenden Patientinnen und Patienten richtet: Zwangsstörungen und Posttraumatische Belastungsstörungen. Falls die jeweiligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern keine entsprechenden Diagnosen aufweisen, würden diese Sitzungen übersprungen oder bei Bedarf später eingefügt werden. Die Angstbewältigungsgruppe findet ebenfalls zweimal pro Woche statt und umfasst folgende Module:

  1. Was ist Angst?
  2. Individuelles Störungsmodell
  3. Spezifische Angsterkrankungen I: Panikstörung und Agoraphobie
  4. Spezifische Angsterkrankungen II: Generalisierte Angststörung
  5. Spezifische Angsterkrankungen III: Soziale Phobie und soziale Kompetenzen
  6. Exkurs: Posttraumatische Belastungsstörung
  7. Exkurs: Zwangsstörungen
  8. Mastery of Mind: Dysfunktionale Gedanken erkennen und verändern
  9. Exposition: Sich der Angst stellen!
  10. Blick in die Zukunft: Rückfallprophylaxe

Die Manuale werden bereits erfolgreich in den indikativen Gruppen eingesetzt. Für das nächste Jahr ist geplant, ein Konzept für eine Depressionsnachsorgegruppe zu erarbeiten (Arbeitstitel: „Ressourcentrainingsgruppe“), die die Patientinnen und Patienten im Anschluss an die Depressionsbewältigungsgruppe mit den sieben Sitzungen kontinuierlich bis zur Entlassung durchlaufen. Diese Gruppe soll übende Elemente beinhalten und an die Inhalte der Depressionsbewältigungsgruppe direkt anknüpfen.