Das Wort Fibromyalgie setzt sich aus drei Begriffen zusammen: Fibro ist lateinisch und bedeutet Faser, My (von Myos) stammt aus der Griechischen Sprache und heißt Muskel und das ebenfalls griechische Algie (von Algos) steht für Schmerz. Damit weist der Krankheitsname bereits deutlich auf das Hauptsymptom hin: Schmerzen in den Muskelfasern.

Bei Fibromyalgie, auch Fibromyalgiesyndrom (FMS), handelt es sich um eine chronische Erkrankung, die sich hauptsächlich durch das Erleben von Schmerzen kennzeichnet. Schmerzen bei Fibromyalgie können im ganzen Körper oder in einzelnen Teilen auftreten. Fibromyalgie kann der Erkrankung Rheuma ähneln.

 

Hinzukommen bei einem Fibromyalgiesyndrom meist weitere Beschwerden wie Schlafstörungen, starke Müdigkeit oder Verdauungsprobleme. Diese Symptome sind eher unspezifisch, weshalb Fibromyalgie in der Diagnostik erschwert ist und immer wieder unerkannt und untherapiert bleibt. Das Leben mit Fibromyalgie kann sehr belastend sein und zu Einschränkungen führen, weshalb eine Behandlung für die Lebensqualität der Betroffenen wichtig ist.

Physische Symptome Symptome einer Fibromyalgie

FMS läuft in der Regel in Phasen ab. Häufig halten die Beschwerden eines Schubs für mehrere Tage an. In dieser Zeit ist die Belastung meist besonders groß. Eine Phase bei Fibromyalgie klingt wieder ab. Auf sie kann eine relativ beschwerdearme Phase folgen die bis zu einigen Wochen dauern kann, bis die nächste Phase beginnt. Wie lange diese andauern und wie häufig sie auftreten, variiert.

 

Im Vordergrund der Erkrankung Fibromyalgie stehen Schmerzen. Diese betreffen in der Regel Muskeln. Zu Beginn der Erkrankung treten sie meist im Rücken auf und breiten sich anschließend in die Beine und Armen aus. Die Schmerzen können über Monate hinweg anhalten, sodass diese in chronischen Schmerzen übergehen können.

Mit zunehmender Zeit sind bei Fibromyalgie häufig fast alle Gelenke von Schmerzen betroffen: so beispielsweise Knie, Schultern und/oder Ellbogen. Eher selten sitz der Schmerz bei Fibromyalgie in den Gelenken, sondern vielmehr in der näheren Umgebung.

Die Intensität der Schmerzen schwankt bei einem Fibromyalgiesyndrom. Die Schwankungen können phasenweise auftreten oder von Tag zu Tag. Nach aktuellen Erkenntnissen nehmen Umwelteinflüsse wie das Wetter, die Tageszeit, Intensität des Alltagsstresses und einzelne Aktivität Einfluss.


Ein weiteres Symptom, das viele Betroffene einer Fibromyalgie benennen, sind Schlafstörungen.

Durch einen gestärten Schlaf gestört kann es schnell zu einer starken Erschöpfung von Körper und Geist kommen: Dies kann dazu führen, dass durch die Müdigkeit eine geringe Reiztoleranz besteht.

Neben Schmerzen in den Muskeln, Schlafstörungen und Müdigkeit wird Fibromyalgie mit folgenden Symptomen in Verbindung gebracht:

  • Kopfschmerzen
  • Morgensteifigkeit
  • Verdauungsbeschwerden
  • Druckempfindlichkeit der Haut
  • geschwollene Muskeln und Gelenke
  • Gefühlsstörungen und Kribbeln in Händen und Füßen
  • starke Menstruationsbeschwerden
  • Kreislaufbeschwerden (z.B. Herzrasen)
  • Atemprobleme (z.B. Luftnot)

Psychische Symptome Psychische Symptome bei einer Fibromyalgie

Ein Fibromyalgiesyndrom geht neben körperlichen Symptomen auch häufig mit psychischen Beschwerden einher. Die Psyche Betroffener ist häufig bereits deutlich durch die bestehenden körperlichen Symptome, insbesondere die Schmerzen, belastet.

 

Psychische Begleitsymptome einer Fibromyalgie sind häufig:

  • starke innere Unruhe
  • Ängsten
  • Niedergeschlagenheit
  • eingeschränkte kognitive Funktionen (z-B. Konzentrationsfähigkeit oder Gedächtnis)


Ein weiteres Problem, mit dem Betroffene einer Fibromyalgie häufig zu kämpfen haben, ist fehlendes Verständnis bzw. Anerkennung ihrer Krankheit und Beschwerden. Dies kann durch Fehldiagnostiken bei Ärztinnen und Ärzten sein, in ihrer Familie, Partnerschaft, im Freundeskreis oder bei Kolleginnen und Kollegen bzw. Vorgesetzen. Das Erfahren von nicht ernst genommen zu werden kann zu weiteren seelischen Problemen führen, und/auch die körperliche Symptomatik verstärken. Betroffene können sich folglich allein gelassen und einsam fühlen. Dies kann resultieren in:

  • sozialem Rückzug
  • Verlust des Arbeitsplatzes
  • … und weiteren psychischen Beschwerden. Eine seelische Erkrankung kann sich als Komorbidität begünstigt entwickeln.

 

Eine häufige psychische Folgeerkrankung der Fibromyalgie ist eine Depression oder eine Angststörung begünstigen. Lesen Sie hier mehr über Depressionen und hier weiters zu Angststörungen.
 

Diagnose Diagnostik der Fibromyalgie

Die Diagnostik einer Fibromyalgie ist verhältnismäßig schwierig: So gibt es beispielsweise keinen spezifischen Blutwert, der die Erkrankung zweifelsfrei belegen könnte. Darüber hinaus sind Muskeln, Sehnen und Gelenke meist nicht geschädigt oder krankhaft verändert. Die Symptomatik ist häufig unspezifisch. So werden zunächst andere Krankheitsbilder ausgeschlossen, wie beispielsweise Rheuma.

Die Diagnostik einer Fibromyalgie kann so viel Zeit in Anspruch nehmen. Für Symptome wie Schmerzen, Schlafstörungen und Müdigkeit kann dadurch die Gefahr erhöht sein, chronisch zu werden.

Für die Diagnosestellung Fibromyalgiesyndrom werden meist die persönliche Krankengeschichte und ein Blutbilds analysiert. Hinweise auf ein FMS liefern auch die sogenannten druckempfindlichen Tender-Points, von denen es 18 gibt.

 

Etwa zwei Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind von einer Fibromyalgie betroffen. Dabei leiden Frauen etwa sechs bis sieben Mal häufiger unter Fibromyalgie als Männer.

 

Ursachen Ursachen und Risikofaktoren für ein Fibromyalgiesyndrom

Wissenschaftlich konnte bisher noch nicht genau erklärt werden, wie es zu einem Fibromyalgiesyndrom kommt. Es wird angenommen, dass biologische, psychische und soziale Faktoren zu einem Fibromyalgiesyndrom führen.

So konnten einige Faktoren beobachtet werden, die das Auftreten einer Fibromyalgie begünstigen können:

1.: Als wichtigster Risikofaktor einer Fibromyalgie gilt Stress am Arbeitsplatz. Wer im Beruf besonders viel Stress erlebt, kann eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, eine Fibromyalgie zu entwickeln. Das Stress-Empfinden ist individuell.

2.: Psychisch belastende Erfahrungen bzw. Belastungen scheinen ebenfalls eine wichtige Rolle in der Entstehung von Fibromyalgie einzunehmen. In Umfragen zeigte sich, dass viele Betroffene von Fibromyalgie in ihrer Kindheit, Jugend oder im Erwachsenenalter körperliche Misshandlungen erlebt haben.

 

3.: Auch das Erleben sexueller Gewalt gilt als ein Risikofaktor für die Entstehung von Fibromyalgie. Dabei spielt keine Rolle, in welchem Alter diese erlebt wurde.

 

4.: Nicht zuletzt besteht zwischen einer Fibromyalgie mit entzündlichen rheumatoiden Erkrankungen in Verbindung gebracht. So kann aus der rheumatoiden Arthritis als Sekundärerkrankung eine Fibromyalgie entstehen.
 

5.: Ein ungesunder Lebensstil birgt vermutlich ebenfalls ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer Fibromyalgie. Rauchen und Übergewicht und eine geringe körperliche Aktivität kann Symptome einer Fibromyalgie (Schmerzen in den Muskeln, Schlafstörungen und Müdigkeit) begünstigen.

Betroffene eines Fibromyalgiesyndroms neigen häufig dazu sich wenig zu bewegen. Dadurch kann der Körper jedoch Muskelmasse abbauen, was der Prognose der Erkrankung schaden kann.

Behandlung Behandlung und Therapie bei Fibromyalgie

Generell wird für die Therapie einer Fibromyalgie eine Psychotherapie und eine Bewegungstherapie empfohlen, wie soziale Aktivitäten unterstützt. In manchen Fällen werden Medikamente zusätzlich, aber zeitlich begrenzt, eingesetzt. Linderung kann durch physikalische Therapien wie Massagen erreicht werden. Betroffene erhalten meist Schulungen, die Informationen über die Krankheit, Schmerzbewältigung und weitere Thematiken geben. Eine Akupunktur kann ebenfalls in die Behandlung einer Fibromyalgie integriert werden.


Die Behandlung einer Fibromyalgie unterscheidet sich in der nationalen wissenschaftlichen Leitlinie zur Behandlung einer Fibromyalgie in zwei Schweregrade: Leichte und schwere Form einer Fibromyalgie:

Bei einer leichten Form wir regelmäßige Bewegung in Form eines leichten Ausdauertrainings empfohlen, eine aktive Pflege sozialer Kontakte, das Nachgehen von Freizeitaktivitäten und der Austausch mit einer vertrauten Person über das eigene Befinden mit der Erkrankung. Dies kann im Rahmen einer Psychotherapie erfolgen.

 

Bei einer schweren Form des Fibromyalgiesyndroms wird neben der regelmäßigen Bewegung, dem Wahrnehmen sozialer Kontakte, Ausleben von Hobbys und dem Austausch über die Erkrankung stark empfohlen, eine körperbezogene Therapie zu machen. Dies können beispielsweise Gymnastik, Yoga, Qigong, Tai-Chi, Kraftübungen und Dehnungen sein. Dazu kann zeitlich befristet eine Einnahme eines Medikaments erfolgen. Eine multimodale Therapie kann erfolgen, die beispielweise aus einer Kombination einer kognitiven Verhaltenstherapie und Ausdauertraining bestehen kann. Dabei kann es sinnvoll sein, dass dies tagesklinisch oder stationär stattfindet.

Therapie Therapie von Fibromyalgie in den Oberberg Kliniken

Wer unter dem Fibromyalgiesyndrom leidet, kann sich zur Behandlung in eine Oberberg Fachklinik für Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie und Stressmedizin begeben. Da die Psyche eine wichtige Rolle bei dem Erkrankungsbild Fibromyalgie spielt, kann eine Psychotherapie ein wichtiger Bestandteil der Therapie sein. Häufig sind Betroffene seelisch stark belastet.

 

Oberberg ist ein Verbund privater Fachkliniken in Deutschland und hat vielerlei Standorte. An diesen können Kinder, Jugendliche und Erwachsene behandelt werden. Dabei ist eine tagesklinische oder vollstationäre Psychotherapie möglich, neben Einzeltherapien findet Gruppentherapien statt. Auch ein Netzwerk an Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige sind vorhanden.

 

Viele Oberberg Kliniken haben eine Expertise in Stressmedizin. Stress spielt bei einem Fibromyalgiesyndrom eine große Rolle.  Betroffene können in einer Therapie bei Oberberg lernen, besser mit Stress umzugehen, neue Strategien zu entwickeln, Ressourcen zu nutzen, Auswege zu finden und Neubewertungen vorzunehmen. Häufig werden dadurch Beschwerden einer Fibromyalgie, wie Schmerzen oder Schlafstörungen gelindert und vorgebeugt. Auch das Bearbeiten in der Vergangenheit liegender traumatischen Erlebnisse kann im Rahmen einer Psychotherapie bei Oberberg erfolgen.

 

Die Therapien sind individuell auf unsere Patientinnen und Patienten zugeschnitten. Wir berücksichtigen neben der persönlichen Lebensgeschichte auch das soziale Umfeld in die Behandlung einer Fibromyalgie, welchem ebenfalls eine wichtige Bedeutung in der Therapie zukommt. Das soziale Umfeld kann in die Therapie bei Wunsch miteinbezogen werden.

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FAQ Häufig gestellte Fragen zu Fibromyalgie

Der erste Ansprechpartner bei Verdacht auf ein Fibromyalgiesyndrom ist der Hausarzt oder die Hausärztin. Dieser kennt den Patienten oder die Patientin meist am besten und weiß auch die individuelle Krankengeschichte einzuschätzen. Doch alternativ können Menschen mit Beschwerden wie Schmerzen, Schlafstörungen und Müdigkeit auch zu Ärztinnen und Ärzten aus den Bereichen der Rheumatologie, der Neurologie oder der Endokrinologie gehen. Die Oberberg Kliniken führen ebenfalls die Diagnostik bei FMS durch.

Schmerzen in den Muskeln sind das Hauptsymptom der Fibromyalgie. Daher beschreiben Betroffene vor allem dieses Symptom. Sie können im ganzen Körper auftreten, das geschieht aber eher phasenweise. Hinzu kommen parallel Müdigkeit, Schlafstörungen und einige weitere unspezifische Symptome. Patientinnen und Patienten berichten häufig von regelrechten „FMS-Attacken“. Diese können so intensiv sein, dass sie nicht mehr in der Lage sind, ihren Alltag zu bewältigen.

Diese Rheuma-ähnliche Erkrankung wird vor allem durch Stress ausgelöst. Hilfreich zum Lindern von Schmerz in den Muskeln sind also alle Maßnahmen, die Stress vermeiden oder beim Stressabbau, bzw. der Entspannung helfen. Darüber hinaus hilft leichter Sport. In Frage kommen zum Beispiel Aktivitäten wie Yoga. Doch auch der Austausch mit Bezugspersonen ist wichtig, sowie eine Freizeitgestaltung nach eigenen Vorlieben. Welche Maßnahmen am besten in den Alltag integriert werden können und individuell am erfolgsversprechenden sein können, lässt sich im Rahmen einer Psychotherapie gut eruieren.

Sind Rheuma und Fibromyalgie dasselbe?

Zwei von einhundert Menschen in Deutschland erkranken während ihrer Lebenszeit am Fibromyalgiesyndrom. Es ähnelt Rheuma, hebt sich aber medizinisch deutlich davon ab. Hauptsymptom ist der Schmerz, der sich in den Muskeln ausbreitet. Hinzu kommen Schlafstörungen, Beschwerden des Verdauungsapparates und viele weitere Symptome. Die Psyche ist ebenfalls involviert.

Eine Fibromyalgie ist eine chronische Erkrankung, aber sie ist behandelbar. Das Mittel der Wahl ist eine Psychotherapie, die mit Bewegungstherapie kombiniert wird. Auch die private lebensgestaltung spielt eine wichtige Rolle in der Therapie einer Fibromyalgie. Eine Gabe von Medikamenten kann zeitweise erfolgen.

 Es empfiehlt sich, sich für die Therapie professionelle Hilfe zu suchen. Die Oberberg Kliniken können dabei Ihr Ansprechpartner sein.