Unsere Persönlichkeit ist der einzigartige Weg, wie wir der Welt begegnen und unser Dasein gestalten. Sie entwickelt sich individuell und kommt bereits im Laufe der Kindheit zum Ausdruck. Doch was geschieht, wenn Verhaltensweisen, Äußerungen und Lebensführung erheblich von dem abweichen, was als üblich betrachtet wird? Und was genau ist eigentlich "normal"? Dieser Beitrag betrachtet das Thema der Persönlichkeitsakzentuierung und ihre mitunter unklare Abgrenzung von der Persönlichkeitsstörung.

Definition und Abgrenzung Persönlichkeitsakzentuierung - zwischen Normalität und Störung der Persönlichkeit

Unter den zahlreichen individuellen Merkmalen und Facetten der menschlichen Persönlichkeit sind manche mehr und manche weniger dominant. Letztere können in die Persönlichkeitsakzentuierung münden, das heißt, in einen stark ausgeprägten Charakterzug, der aber unter den normalen Lebensbedingungen der/des Betroffenen nicht krankheitswertig ist und deshalb auch keine Behandlung erfordert. Werden dagegen der Alltag und das soziale Zusammenleben durch entsprechende Persönlichkeitsmerkmale beeinträchtigt, kann Leidensdruck entstehen. In diesem Fall liegt in der Regel eine Persönlichkeitsstörung vor.
 

Was ist eine Persönlichkeitsakzentuierung?

Der Begriff Persönlichkeitsakzentuierung beschreibt das Vorhandensein ausgeprägter Merkmale, die zu Neurosen, Persönlichkeitsstörungen und psychosomatischen Erkrankungen führen können. Bestimmte Charaktereigenschaften sind dabei übermäßig verstärkt, gehen allerdings noch nicht ins Pathologische.

Je nach ihrer Ausprägung kann eine Persönlichkeitsakzentuierung sich störend auf das Alltagsleben auswirken und Probleme in den Beziehungen zu anderen Menschen verursachen. Häufig ist die/der Betroffene sich einer solchen Charaktereigenschaft nicht bewusst. Im Unterschied zu einer immer präsenten Störung der Persönlichkeit manifestiert sich eine Persönlichkeitsakzentuierung eher in Stresssituationen. In der Regel beeinträchtigt sie nicht die Anpassung in der Gesellschaft, sondern kann die/den Betroffene/-n in Krisensituationen, bei Stress oder unter anderen untypischen Bedingungen vorübergehend aus der Bahn werfen.

Besonders ausgeprägt zeigen sich extreme Charakterzüge meistens in der Adoleszenz, also in der etwa zehn Jahre währenden Entwicklungsphase, in der das Kind zum Erwachsenen wird. In dieser Zeit kann es zu den typischen extremen Verhaltensweisen Heranwachsender kommen, die nicht selten die Norm sprengen. Wenn ein Mensch reifer wird, bleibt die Persönlichkeitsakzentuierung zwar vorhanden, stört jedoch das normale Leben nicht. Solange sich die Lebensbedingungen nicht ändern, kommt eine nur latent vorhandene extreme Charaktereigenschaft nach außen im Allgemeinen kaum oder nur sehr schwach zum Vorschein.
 

Persönlichkeitsakzentuierung nach Karl Leonhard

Eingeführt wurde der Begriff der Charakter- oder Persönlichkeitsakzentuierung gegen Ende der 1960-er Jahre von dem deutschen Psychiater Karl Leonhard. Leonhard stellte fest, dass es Charaktermerkmale gibt, die zwischen seelischen Gesundheit und offensichtlichen psychischen Störungen (Psychopathien) liegen. Unter bestimmten Umständen - zum Beispiel beim Eintreten besonderer Lebensereignisse - können sich solche ausgeprägten Persönlichkeitsmerkmale zur Störung der Persönlichkeit auswachsen. Leonhard entwickelte zwölf diagnostizierbare Typen der Persönlichkeitsakzentuierung, unter anderem den expressiv-demonstrativen, den pedantischen, den ängstlichen und emotionalen Typ.

 

Hinzu kommen zwei weitere Typisierungen, die beschreiben, ob sich die betreffende Person an der äußeren Umgebung oder an ihrer inneren Welt orientiert:

 

  • Extravertierte Persönlichkeit: Bei diesem impulsiven, oft leichtsinnigen Typ sind Reaktionen in der Regel nach außen gerichtet. Ein extrovertierter, nicht selten übermäßig kommunikativer Mensch braucht die Gegenwart anderer Menschen, sucht Anerkennung und kann von Anderen beeinflusst werden.
  • Introvertierte Persönlichkeit: Hier sind die Reaktionen überwiegend nach innen orientiert. Externe Geschehnisse haben kaum Einfluss auf Menschen dieses Typs; sie verlassen sich auf ihre eigene Interpretation von Situationen. Die direkte Kommunikation mit Anderen fällt ihnen oft nicht leicht, weswegen sie sich im Allgemeinen gerne zurückziehen.


Es kommt sehr selten vor, dass nur eine einzige Akzentuierung besteht. So ist zum Beispiel die Borderline-Psychose in der Regel durch mehrere Akzentuierungen gekennzeichnet. Im Zuge seiner eingehenden Analysen der verschiedenen Charakterzüge fand und beschrieb Leonhard 80 Merkmale. Einige von ihnen sind für mehrere Akzentuierungen typisch, andere nur für eine bestimmte.

Heute kommen in der Diagnose psychischer Erkrankungen Tests und Fragebögen zum Einsatz, die auf der Basis von Leonhards Charaktertypisierung entwickelt wurden. Die Feststellung von einer oder mehreren Persönlichkeitsakzentuierungen gilt nach wie vor als ausschlaggebend für die Diagnose. Rechtzeitig gestellt, kann sie helfen zu verhindern, dass der psychische Gesundheitszustand des/der Betroffenen ins Pathologische übergeht.

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Klassifikation Persönlichkeitsakzentuierung im bisherigen Klassifikationssystem von Gesundheitsproblemen

 

Als krankheitswertig - also behandlungsbedürftig - stuft der ICD-10 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) in der Kategorie "Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung" nur eine Ausprägung der Persönlichkeitsakzentuierung ein:

ICD-10, Code Z73.1: "Akzentuierung von Persönlichkeitszügen Typ-A-Verhalten (Verhaltensmuster, das durch zügellosen Ehrgeiz, starkes Erfolgsstreben, Ungeduld, Konkurrenzdenken und Druckgefühl charakterisiert ist)"

Kriterien und Einordnung Persönlichkeitsakzentuierung oder Persönlichkeitsstörung?

Im Jahr 2019 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine neue Version des Ärzte-Handbuchs zur Beschreibung von Krankheiten veröffentlicht, das als ICD-11 bezeichnet wird und das bisherige Manual ICD-10 ablöst. Dieses Handbuch enthält eine internationale Klassifikation von Krankheiten und die entsprechenden verpflichtenden Richtlinien zur Diagnosestellung. Wie sind Persönlichkeitsstörungen darin also solche gekennzeichnet, und inwiefern unterscheiden sie sich von einfachen Eigenheiten oder Charakterzügen?

Wir alle kennen Menschen, die sich von der Norm abheben und "anders sind. Manche leben sehr zurückgezogen und suchen keine Gesellschaft, während andere sich in ihrer Partnerschaft völlig aufopfern und ohne ihre Partnerin/ihren Partner kaum lebensfähig scheinen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass diese Menschen an einer Persönlichkeitsstörung leiden.

Individuen sind per definitionem grundsätzlich divers und haben unterschiedliche Persönlichkeitsstile. Je ausgeprägter sich eine Tendenz in eine bestimmte Richtung zeigt, desto eher kann man von einer Persönlichkeitsakzentuierung sprechen. In modernen Diagnose- und Therapiekonzepten wird dieser fließende Übergang zwischen außergewöhnlichen Charaktereigenschaften und Persönlichkeitsstörungen verstärkt berücksichtigt. Daher werden Störungen der Persönlichkeit nicht mehr strikt nach Kategorien klassifiziert, sondern vielmehr nach dem Grad der Beeinträchtigung im Lebensalltag beurteilt.

Persönlichkeitsstörung als Bewältigungsversuch der Psyche

 

Persönlichkeitsstörungen können verschiedene Ursachen zugrunde liegen, angefangen bei der genetische Veranlagung, Schwangerschaftskomplikationen, Vergiftungen im Mutterleib und der allgemeinen psychische Konstitution. Diese Faktoren erhöhen die Anfälligkeit für eine Störung der Persönlichkeit. Wenn dann noch ungünstige psychosoziale Faktoren wie belastende Eltern-Kind-Beziehungen oder traumatische Ereignisse hinzukommen, kann sich eine Persönlichkeitsstörung entwickeln. Viele Experten sehen eine solche Störung als eine Art Schutzmechanismus der Psyche vor den Anforderungen der Umwelt an die eigenen Fähigkeiten an. Er kann zum Beispiel dann entstehen, wenn "normale" Bewältigungsstrategien aufgrund der genetischen Veranlagung nicht oder nur eingeschränkt verfügbar sind.

Diagnostik Der neue Weg zur Diagnose einer Persönlichkeitsstörung

1) Beurteilung der allgemeinen Kriterien: Liegt überhaupt eine Störung der Persönlichkeit vor?

Wenn sowohl der Persönlichkeitsstil als auch das soziale Leben der/des Betroffenen dauerhaft von den gesellschaftlichen Erwartungen abweichen und als sehr starr und unflexibel gekennzeichnet werden können, könnte eine Störung der Persönlichkeit die Ursache sein. Solche Auffälligkeiten müssen sich jedoch bis in die Jugend- und frühe Erwachsenenphase zurückverfolgen lassen. Pathologische Abweichungen äußern sich unter anderem in den Denkweisen, Emotionen, sozialen Beziehungen und der Impulsregulation. Zu den Symptomen können beispielsweise verzerrte Selbst- und Fremdwahrnehmung gehören sowie extrem starke oder schwache emotionale Reaktionen, erhebliche emotionale Unbeständigkeit, impulsives, unbeherrschtes Handeln oder/und extrem viele oder extrem wenige soziale Interaktionen.

 

Die Diagnose "Persönlichkeitsstörung" setzt immer Leidensdruck voraus. Ausschlaggebend für die Feststellung von Persönlichkeitsstörungen ist in jedem Fall, dass die/der Betroffene unter den Symptomen leidet und diese ihr/sein soziales sowie berufliches Leben in erheblichem Maße negativ beeinflussen. Außerdem muss ausgeschlossen sein, dass andere psychische Störungen oder die Wirkung von Medikamenten ursächlich für das Krankheitsbild sind.

 

2) Ist die Erkrankung leicht, mittelschwer oder schwer?

Die betroffenen Personen werden nun nicht mehr lediglich in die Kategorie "Persönlichkeitsstörungen" eingeordnet. Stattdessen erfolgt eine differenzierte Untersuchung, die zeigen soll, inwieweit die Störung ihr Leben beeinträchtigt. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass es die persönliche Situation des/der Patienten/Patientin besser erfasst und die anschließende Therapie individueller konzipiert werden kann. Zur Ermittlung des Schweregrades einer Störung werden das Selbstkonzept und das Selbstwertgefühl der betroffenen Person untersucht. Zum Tragen kommen auch die Beschaffenheit ihrer zwischenmenschlichen Beziehungen, ihre Verhaltensweisen, Emotionen, und Denkmuster, die Auswirkungen der Persönlichkeitsmerkmale im privaten und beruflichen Umfeld sowie der Schaden, den die/der Betroffene sie sich selbst und anderen zufügt beziehungsweise zugefügt hat.

 

3) Untersuchung der dominanten Charaktereigenschaften

Als letzte Phase der Diagnosestellung erfolgt eine detaillierte Analyse der Art der Störung. Anders als das bisher relevante Klassifikationshandbuch ICD 10, das zehn spezifische Störungen der Persönlichkeit unterscheidet, benennt der ICD-11 sechs Persönlichkeitstypen, die je nach Intensität und Ausprägung krankhaft sein können:

 

  • Negative Affektivität
  • Bindungsschwäche
  • Dissozialität
  • Hemmungsschwäche
  • Zwanghaftigkeit
  • Borderline-Muster


Abgesehen von der im Wesentlichen beibehaltenen Kategorie der Borderlinestörung, sind in der ICD-11-Klassifikation alle Kategorien der Persönlichkeitsstörung abgeschafft. Wie oben geschildert, kann diese Diagnose weiter spezifiziert werden, als "leicht", "mittelschwer" oder "schwer". Charakteristisch für die schizotype als auch für die histrionische Persönlichkeitsstörung aus dem ICD 10 sind beispielsweise die Neigung zu heftigen Reaktionen und Impulsivität sowie ausgeprägte Ablenkbarkeit. Beide sind nun unter dem Fokus der Hemmungsschwäche subsumiert. Dieser neue diagnostische Ansatz kann sich direkt auf das individuelle Therapiekonzept auswirken.

Um bei dem Beispiel "histrionische" beziehungsweise "schizotype" Persönlichkeitsstörung zu bleiben: Jede dieser Störungen galt bis vor wenigen Jahren als Ausprägung eines stabilen, quasi unveränderlichen Persönlichkeitstyps, der nicht oder nur schwer zu behandeln sei. Die neue Kategorisierung im ICD-11 legt einen ganzheitlichen Therapieansatz nahe, der die Art, die Schwere und das Ausmaß der Beeinträchtigungen im Alltag von vornherein mit in Rechnung stellt.
 

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Weitere Strategien gegen das häufige Wiederkehren der inneren Unruhe

Nicht in jedem Fall ist eine Behandlung in einer Klinik nötig, wenn ein Mensch unter innerer Unruhe leidet. Zu Hause kann jeder selbst etwas dafür tun, dass Anspannungszustände nicht mehr so häufig auftreten oder deutlich milder ausfallen. Zu den wichtigsten Maßnahmen gegen den Stress zählt das regelmäßige bewusste Entspannen. Der Mensch braucht Anspannung und Entspannung gleichermaßen, doch das Verhältnis sollte ausgeglichen sein. Es gibt zahlreiche Methoden, um sich vom Stress zu lösen. Für manche sind Sport oder Kontakte die beste Wahl, andere profitieren eher von kreativen Hobbys, Meditation und autogenem Training.

Auch die Welt der Wissenschaft hat einige interessante Methoden entdeckt, die bei innerer Unruhe weiterhelfen können. Dazu zählt zum Beispiel der Einsatz von Lavendel-Öl. Dieses ätherische Öl duftet nicht nur angenehm, sondern wirkt sich auch entspannend auf das zentrale Nervensystem aus, das häufig an der Entstehung der inneren Unruhe beteiligt ist. Des Weiteren wird inzwischen auch eine Stimulation des Vagusnervs empfohlen, um Anspannungszustände zu lindern. Das funktioniert durch eine eher skurril anmutende Methode, bei der es sich jedoch lohnen kann, sie auszuprobieren: Knurren.

Wer aufgrund der inneren Unruhe unter Bewegungsdrang leidet, sollte für sportlichen Ausgleich und Bewegung sorgen. Häufig helfen bereits Spaziergänge oder ein regelmäßiges Training. Anspannung in den Händen lässt sich auch mit einem Knautschball bewältigen. Es gibt darüber hinaus viele weitere hilfreiche Ideen.
 

Therapie Therapiekonzepte für Persönlichkeitsstörungen und Persönlichkeitsakzentuierung in den Oberberg Kliniken

 

Unsere Klinik setzt auf effektive und umfassende Behandlungsmethoden, die den gesamten Menschen in den Fokus stellen. Wir arbeiten kontinuierlich daran, unser Konzept zu verbessern und individuelle Lösungen anzubieten. Der persönliche Therapieplan jeder Patientin und jedes Patienten wird direkt nach der Aufnahme mit höchster Sorgfalt erstellt und durch eine intensive Betreuung begleitet. In den ersten Tagen führt unser medizinisches Fachpersonal eine umfassende psychiatrische, testpsychologische und psychosomatische Diagnostik durch, um die jeweiligen Bedürfnisse und Anliegen zu erfassen.

Unser Ansatz besteht darin, jeden Patienten und jede Patientin als einzigartige Individuen mit ihrer eigenen besonderen "Geschichte" zu betrachten und zu akzeptieren. Häufig führen psychische Erkrankungen dazu, dass auch die körperliche Gesundheit, das Familienleben und der Beruf gefährdet oder sogar bereits beeinträchtigt sind. In solchen Situationen bemühen wir uns, maßgeschneiderte Lösungsstrategien zu entwickeln und gemeinsam mit unseren Patienten in die Praxis umzusetzen.

Unser Fokus liegt stets darauf, die Stärken und Selbstheilungspotenziale unserer Patienten nachhaltig zu fördern. Wir helfen auch bei der Entwicklung und Organisation langfristiger Strategien zur Krankheitsbewältigung nach dem Klinikaufenthalt, von Empfehlungen für Gesprächsgruppen und/oder psychotherapeutischen Einzelgesprächen bis hin zur umfassenden Soziotherapie.
 

Unsere Behandlungsmethoden

Sie können sich jederzeit an uns wenden – vertrauensvoll und diskret

Sie möchten mehr Informationen zu unserem Behandlungsangebot, zur Ausstattung in den Kliniken oder zum Tagesablauf in einer unserer Kliniken? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie mit uns persönlichen Kontakt unter der Telefonnummer 0800 5577330 (gebührenfrei) aufnehmen. Außerhalb Deutschlands wählen Sie bitte +49 30 20867301-0. Wenn Sie einen Rückruf für ein persönliches Gespräch vereinbaren möchten, füllen Sie bitte das Kontaktformular aus. Wir werden uns dann schnellstmöglich bei Ihnen melden.

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Psychologen und Psychiater unterscheiden drei Gesundheitszustände einer Person: die Norm, die Akzentuierung und die Pathologie. Unter Akzentuierung der Persönlichkeit versteht man Persönlichkeitsmerkmale, die dazu neigen, sich in einen pathologischen Zustand zu bewegen. Mögliche negative Ausprägungen eines solchen Zustands zwischen Normalität und Pathologie treten in der Regel unter dem Einfluss ungünstiger äußerer Faktoren auf.
 

Die Theorie der Akzentuierung hilft Psychologen, Psychiatern und Soziologen bei der Erforschung und Vorhersage des Verhaltens von Jugendlichen und Erwachsenen. In Form von Fragebogen wird sie zum Beispiel in der psychologischen Beratung bei der Berufsauswahl - insbesondere dann, wenn die künftige beziehungsweise gewünschte Tätigkeit mit erhöhter Verantwortung einhergeht und die Fähigkeit zur sicheren Stressbewältigung erfordert.
 

Die Soziotherapie bietet praxisnahe Unterstützung für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen. Ihr Ziel besteht darin, sich der spezifischen Problemfelder anzunehmen - zum Beispiel bei Kommunikationsschwierigkeiten, beim Verlust sozialer Bindungen, bei einer eingeschränkten Fähigkeit, den Alltag selbstständig zu bewältigen oder den Anforderungen der Arbeitswelt zu entsprechen. Die Soziotherapie möchte die vorhandenen gesunden Ressourcen des Patienten/der Patientin aktivieren und ihn/sie zur Selbsthilfe motivieren, indem sie ihm/ihr dabei hilft, unabhängig von externer Hilfe zu werden. Sie stellt kein eigenständiges psychotherapeutisches Konzept dar, sondern fungiert als Brücken- oder Vermittlungsinstanz im ambulanten Bereich.
 

Bo Bach, Ueli Kramer et al. (2022). The ICD-11 classification of personality disorders: a European perspective on challenges and opportunities. Verfügbar unter https://bpded.biomedcentral.com/articles/10.1186/s40479-022-00182-0

Bundesverband Soziotherapie e.V. https://soziotherapie.eu/

Karl Leonhard (1976). Akzentuierte Persönlichkeiten. München: Urban & Fischer

Rainer Sachse (2022). Persönlichkeitsstörungen therapieren: Theorie und Praxis. Paderborn: Junfermann Verlag

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