Von einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sind nicht nur bis zu sieben Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland betroffen, sondern auch bis zu 4,5 Prozent aller Erwachsenen. ADHS kann zu Einschränkungen und Problemen im Alltag, im Job und im Privatleben führen, das Selbstwertgefühl der Betroffenen verringern und Vermeidungsverhalten und Suchtprobleme hervorrufen.

Symptome und Beschwerden Wie Sie ADHS erkennen können

Konzentrationsschwierigkeiten, häufige Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität: Diese Hauptsymptome von ADHS können verschieden stark ausgeprägt sein. Die Grenze zwischen Normalität und Krankheit ist fließend. Erst wenn ein „bestimmtes Maß“ überschritten wird, sollte man von einer „Störung“ sprechen. Doch was ist ein „bestimmtes Maß“? Diese Frage zu beantworten ist gar nicht so leicht und macht die eindeutige Diagnose von ADHS so anspruchsvoll.

 

Bei zahlreichen Patientinnen und Patienten bleibt die Symptomatik einer ADHS-/ADS-Störung bis ins Erwachsenenalter bestehen – doch sie hat dann andere Schwerpunkte als in der Kindheit.

Die Hauptsymptome einer ADHS-/ADS-Störung im Erwachsenenalter

  1. Konzentrationsschwäche und Unaufmerksamkeit:  Betroffene lassen sich leicht ablenken. Sie beginnen zahlreiche Tätigkeiten, aber bringen sie nicht zu Ende. Sie haben Schwierigkeiten, Regeln und Anweisungen zu folgen.

  2. Hyperaktivität: Betroffene sind immer in Bewegung. Sie können kaum still sitzen. Sie fallen durch übermäßiges Reden auf. Sie reden mit übertriebener Lautstärke.

  3. Impulsivität: Betroffene verhalten sich häufig unvorhersehbar. Sie fällen Entscheidungen und handeln danach, ohne an die Folgen zu denken. Sie geben spontane unüberlegte Antworten, bevor Fragen vollständig gestellt wurden. Sie platzen in Gespräche hinein.

Diese Symptome können auf ADS hinweisen, müssen es aber nicht. Es müssen auch nicht alle Symptome vorhanden sein, damit ADHS diagnostiziert wird. Viele Patientinnen und Patienten weisen nur wenige der genannten Symptome auf – diese aber in besonders starker Ausprägung. Andere Betroffene wiederum entwickeln viele Symptome, die jedoch weniger dominant ausfallen. Auch ein Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom mit weniger stark ausgeprägter Hyperaktivität ist möglich. Diese Patienten erscheinen dann oft als verträumt und unstrukturiert.

Schon als Grundschüler hatte ich dauernd wütende Ausraster oder war der Klassenclown. Meine Leistungen wurden irgendwann so schlecht, dass ich keine Lust mehr hatte, zur Schule zu gehen. Meine Eltern schleppten mich jedoch zur Schulpsychologin – zum Glück.
Michael J.
22 Jahre, ehemaliger Patient der Oberberg Fachklinik Konraderhof für Kinder und Jugendliche

Die medizinische Definition von Aufmerksamkeitsstörungen

Ein ADS- oder ein ADHS-Syndrom ist dann behandlungswürdig, wenn die Ausprägung der Symptome zu einer deutlichen Beeinträchtigung im Leistungs- und Sozialbereich führt oder wenn die Betroffenen leiden und sich weitere psychische Störungen (Suchtgefahr,Depressionen, Aggressivität) entwickeln können oder bereits bestehen. 

Modediagnose oder originelle Persönlichkeitsvariante?

Wie eine Krankheit oder eine Störung definiert wird, hat auch mit gesellschaftlichen Normen und Anschauungen zu tun. In unserer Welt werden für gewöhnlich Selbstdisziplin, Pünktlichkeit, Tischmanieren und Besonnenheit erwartet – und dass Kinder auch mal für einen längeren Zeitraum still sitzen können. Doch genauso, wie man mit ein paar Pfunden zu viel gut leben kann, so kann ADHS/ADS in „gemäßigter“ Form durchaus zu der oben erwähnten „originellen Persönlichkeitsvariante“ führen: Nicht zuletzt findet man unter ADS-/ADHS-Betroffenen daher viele erfolgreiche Berühmtheiten – wie etwa Wolfgang Amadeus Mozart, Winston Churchill oder Bill Gates, um nur drei prominente Namen zu nennen.

ADS und ADHS: die Kollision mit den Normen

Aufmerksamkeit und Fleiß bilden auch heute die grundlegende Voraussetzung für gute Schulnoten. Eine spätere berufliche Laufbahn hängt wiederum stark von den schulischen Leistungen ab. Und so wie die Schule stellt auch das Berufsleben gewisse Anforderungen wie Pünktlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit. 

Um nicht zum Außenseiter zu werden, „müssen“ sich Menschen diesen Normen daher mehr oder weniger anpassen und die in sie gesetzten Erwartungen möglichst erfüllen; wenn jedoch die Ausprägungen der ADHS-/ADS -Symptome ihre Leistungsfähigkeit so stark beeinträchtigen,

  • dass Schule, Ausbildung, Beruf sowie der Erwerb von Alltagskompetenzen gefährdet sind,
  • dass im sozialen Bereich Schwierigkeiten entstehen,
  • dass das Selbstwertgefühl darunter leidet, 

sollten Betroffene oder ihre Angehörigen (bei Kindern und Jugendlichen) möglichst schnell handeln und sich wegen der ADHS-/ADS-Problematik von Fachleuten beraten lassen. 
 

Leben mit ADHS und ADS Wie man die Folgen dieser Störung im Alltag abschwächen kann

Bei Erwachsenen kann sich die ADHS-/ADS-Problematik mit dem Älterwerden verringern. Zwar „wächst“ sich eine solche Störung zumeist nicht völlig aus, doch vielen Betroffenen gelingt es im Laufe ihres Lebens, immer besser mit ihr umzugehen. Ob man trotz ADHS oder ADS ein erfülltes und erfolgreiches Leben führen kann, ist dabei immer von mehreren Faktoren abhängig. Es macht sich zum Beispiel häufig schon positiv bemerkbar, wenn Familie, Partner, Kollegen und Freunde der Sprunghaftigkeit und Ungeordnetheit des Betroffenen aktiv und bewusst entgegenwirken.

ADS- und ADHS-Patienten lassen sich in der Regel sehr leicht ablenken. Das macht es für sie häufig schwer, Ruhe zu finden (oder zu sich selbst) und vielleicht einmal durchzuschnaufen. In Großraumbüros sind diese Menschen trotz ihrer vorhandenen Talente zumeist nicht arbeitsfähig, und auch ihre „Sozialverträglichkeit“ ist oft „grenzwertig“: Abteilungen, Gruppen oder Teams erleben vor allem in regelmäßigen Meetings oder Konferenzen immer wieder, dass Kolleginnen und Kollegen mit ADHS/ADS in ihrem Eifer kaum zu bremsen sind und die Neigung besitzen, anderen ins Wort zu fallen und Themen zu kommentieren, die sie überhaupt nicht betreffen. 
Die Website ADHSpedia empfiehlt Betroffenen daher unter anderem:

  • in Etappen zu arbeiten und die Aufgaben in einer angemessenen Zeit abzuschließen, bevor sie sich der nächsten Herausforderung stellen
  • Perfektionismus nicht auszuleben
  • nach Möglichkeit um die Zuweisung eines Arbeitsbereichs zu bitten, in dem kreativ gearbeitet werden kann
  • auf angemessene Arbeitspausen und regelmäßigen Schlaf zu achten
  • um die Versetzung in einen ruhigeren Arbeitsbereich nachzusuchen, wenn das Arbeiten in einem Großraumbüro zu mehr ungewollter Ablenkung und mangelnder Konzentration führt

In Beziehungen mit zwei unterschiedlich geprägten Charakteren können ADS oder ADHS schnell zu Zerwürfnissen und Trennungen führen. Zu Anfang ist der eine Partner vielleicht noch von der Spontanität und dem überbordenden Ideenreichtum seiner Partnerin (oder umgekehrt) fasziniert, doch im Beziehungsalltag kann daraus häufig eine kaum erträgliche Belastung erwachsen. Wenn es jedoch dem gesunden Partner gelingt, auf das impulsive und sprunghafte Verhalten des (oder der) anderen geduldig, zurückhaltend und nicht zuletzt auch wegweisend zu reagieren, können sich beide einen gemeinsamen erträglichen Umgang mit der ADHS-/ADS-Störung erarbeiten.

Nicht zuletzt beeinträchtigt auch das fehlende Urteilsvermögen, in einer bestimmten Situation „wichtig“ und „unwichtig“ voneinander zu unterscheiden, ein gemeinsames Miteinander. Für junge Erwachsene mit ADS oder ADHS ist diese Beurteilung fast unmöglich. Die Folge: Sie beschäftigen sich bei Lernanforderungen zumeist viel zu lange mit Nebensächlichkeiten und sind dann, häufig auch aus Zeitnot, nicht in der Lage, die an sie gestellten Aufgaben zu erfüllen. Das wiederum führt zu Konflikten mit Eltern, Lehrern, späteren Lebenspartnern oder Arbeitgebern. Betroffene, sollten dann ihr ADHS-/ADS-Problem nicht als Ausrede benutzen, sondern versuchen, an den eigenen Schwierigkeiten zu arbeiten und zu wachsen. Überhaupt sei es besser, wenn man nicht von Schwierigkeiten reden würde, sondern von Herausforderungen, um etwas Neues über sich und das Leben zu lernen, heißt es beispielsweise auf der Website des ADHS-Zentrums München.

„Das Selbstvertrauen vieler Betroffener ist aufgrund ihrer zahlreichen negativen Erfahrungen weder besonders ausgeprägt noch stabil. Je länger dieser Zustand andauert, desto weniger trauen sie sich selbst zu. Betroffene Jugendliche und junge Erwachsene brechen daher überproportional häufig die Schule, eine Lehre oder ein Studium ab, bei Erwachsenen führt die Störung gemeinhin zu häufigen Wechseln des Arbeitsplatzes oder zum Jobverlust. Vielen Betroffenen fällt es zudem schwer, soziale Beziehungen außerhalb der Familie einzugehen und zu pflegen. Dann sind sie emotional auf die Eltern oder die Familie angewiesen, obwohl sie sich dort ebenfalls nicht richtig wohlfühlen. Der tägliche Kleinkrieg, verbunden mit heftigen – für Außenstehende zumeist nicht nachvollziehbaren – Wutausbrüchen, intensivieren ihr Gefühl, gewissermaßen ‚wertlos‘ zu sein.“   

„Besonders Frauen, die von ADHS betroffen sind, sind oftmals froh, wenn sich bei ihnen Nachwuchs ankündigt. So können sie der (‚anstrengenden‘) Routineverpflichtung eines Berufs mit festen Arbeitszeiten und festgelegten Aufgaben ‚entgehen‘. Ihre Begeisterungsfähigkeit lässt sie von der neuen Aufgabe – der Versorgung des Kindes – in den rosigsten Farben träumen. Dieses gesteigerte Selbstwertgefühl durch die enge Beziehung zu einem Säugling ist tatsächlich nicht zu unterschätzen.

 

Leider fühlen viele Neu-Mütter mit ADHS sich rasch überfordert und beginnen, das Kind zunehmend als Belastung zu empfinden. Das Gefühl, nur mit sich selbst beschäftigt zu sein und die Anstrengungen des Alltags und die innere Unordnung vor der Umgebung verbergen zu müssen, kann mit fortschreitendem Alter und zunehmenden Aufgaben ihr gesamtes Denken bestimmen. Hausarbeiten werden dann zumeist nur noch sporadisch erledigt, die Erziehung des Kindes kommt ebenfalls zu kurz. Die betroffenen Frauen laufen Gefahr, an einer Depression zu erkranken oder in eine Abhängigkeitserkrankung zu fliehen.“   

Das Dilemma eines von ADHS betroffenen Menschen nimmt seinen Lauf, wenn die Kinder ebenfalls von dieser Störung betroffen sind. Der mangelnde Überblick wird für Mutter und Kind(er) zu einem nicht zu bewältigenden Problem: Eine klare Grenzsetzung, die die Kinder in diesem Fall dringend benötigen, fehlt.

 

„Der sich zuspitzende Konflikt mit dem Kind ist oft die erste Möglichkeit, Hilfe zu suchen. Wenn die Familie großes Glück hat, wird diese Problematik als Ausdruck einer Hirnstoffwechselstörung erkannt, die sich auf mehrere Arten behandeln lässt. Meist jedoch wird das Verhalten des Kindes als logische Folge einer Überforderung der Mutter bei der Erziehung angesehen oder als Ausdruck einer sicher durch die Überlastung bestehenden Paarproblematik eingeordnet. Oft ist die Mutter schon in einer tiefen Depression und kann sich deshalb mit ihren Problemen auch nicht mehr darstellen, weil sie ja nicht weiß, was die Henne und was das Ei ist. Nach meiner Erfahrung gelingt es den betroffenen Frauen erst nach einer längeren Phase der Vertrauensbildung in einer Psychotherapie zu akzeptieren, dass nicht nur ihr Kind betroffen ist. Betroffene Männer suchen erst dann Hilfe, wenn Partnerschaften endgültig gescheitert sind oder die Diagnose bei den Kindern zum Vergleich mit eigenen Schwierigkeiten in der Kindheit Anlass gibt.“
(Johanna Krause)

 

Quellen:

  • Behandlungsansätze bei Erwachsenen mit ADHS / von Dr. med. Johanna Krause, Nervenärztin und Psychotherapeutin / Vortrag für die Elterninitiative zur Förderung hyperaktiver Kinder e. V.
  • Dipl.-Psych. Dipl.-Heilpäd. Cordula Neuhaus, aus: „Lass mich, doch verlass mich nicht“ (dtv München, ISBN-10: 3423341068).
Durch ihre ungewöhnlichen Verhaltensweisen und anders strukturierte Sensibilität sind die betroffenen Kinder oft so fantasiereich, dass Gleichaltrige neben ihnen alt ausschauen. Sie lassen sich nicht in ein enges Schema von Gleichförmigkeit zwingen, sondern zeigen ein buntes, vielfältiges, manchmal auch sehr skurriles Bild.
Dr. med. Klaus Skrodzki
Kinderarzt und ADHS-Experte

Ursachen Wodurch ADHS ausgelöst werden kann

Die Ursachen und die Entstehungsmechanismen von ADHS sind bis heute – wie bei vielen anderen psychischen Störungen auch – noch nicht vollständig geklärt. Die aktuelle Forschung sieht einen Zusammenhang zwischen genetisch bedingten Ursachen und weiteren Einflussfaktoren wie der Strukturveränderung bestimmter Gehirnregionen, Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen oder Umweltfaktoren. Wirken diese zusammen und kommen Entwicklungsabweichungen neuronaler Regelkreise zustande, könnte dies für die Entwicklung der Symptomatik hauptsächlich verantwortlich sein. 

Auslösende Faktoren für ADS und ADHS

  • genetische Ursachen (erbliche Vorbelastung)
  • Struktur- und Funktionsveränderungen bestimmter Gehirnregionen
  • Störungen im Neurotransmitter-Bereich
  • psychosoziale Einflüsse
  • Komplikationen und Belastungen bei der Schwangerschaft und Geburt
  • Umwelteinflüsse

Struktur- und Funktionsveränderungen im Gehirn

Nach neuesten Forschungsergebnissen liegen bei ADHS Funktionsstörungen bestimmter neuronaler Regelkreise vor, deren wesentliche Bestandteile das Striatum („Streifenhügel“, ein Teil der Basalganglien) und das Frontalhirn sind. Bei Kindern mit ADHS wurden aber auch im Kleinhirn und anderen Hirnarealen Abweichungen gefunden. Diese Regelkreise sind für das Zusammenwirken von Motivation, Emotion, Kognition und Bewegungsverhalten verantwortlich. Funktionsstörungen sind immer mit einem Über- bzw. Unterangebot von Botenstoffen (Neurotransmittern) in bestimmten Gehirnregionen verbunden. Bei ADHS sind dabei die Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin von besonders großer Bedeutung. 

 

Leiden Betroffene aufgrund einer Stoffwechsel- und Funktionsstörung im Gehirn an einer gestörten Selbstregulation, sind sie nur eingeschränkt in der Lage, ihre Aufmerksamkeit auf eine Sache zu konzentrieren. Gleichzeitig wird so der Zugriff auf vorhandene Fähigkeiten und Informationen behindert, sodass eine vorausschauende Handlungsplanung erschwert wird.

ADHS durch erbliche Vorbelastung

Zahlreiche Studien belegen, dass erbliche Faktoren eine bedeutsame Rolle für die Entwicklung von ADHS darstellen können. Die Belege dafür stammen aus Untersuchungsreihen mit Familien, Zwillingen und adoptierten Kindern. Sie zeigen eindeutig, dass gut 80 Prozent der eineiigen und nur knapp 30 Prozent der zweieiigen Zwillinge die gleiche Symptomatik aufweisen: Dabei waren vor allem die Erbinformationen, die für die Bildung und Übertragung des Botenstoffes Dopamin verantwortlich sind, verändert. Nach dem derzeitigen Forschungsstand geht man davon aus, dass bei ADHS mehrere genetische Veränderungen zusammenwirken, die überdies mit weiteren Einflussfaktoren wie Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen oder auch Umweltfaktoren zusammenhängen können.

ADHS durch psychosoziale Einflüsse

Familiäre und schulische Einflüsse können sich ebenfalls auf die Entwicklung und den Verlauf von ADHS auswirken. Wenn zum Beispiel die Eltern selbst an ADHS leiden und durch starke finanzielle Sorgen belastet sind, kann sich die ADHS-Symptomatik auf ihre Kinder übertragen und ggf. sogar verstärken. Dabei spielen auch außerfamiliäre Faktoren wie die Schule oder die genetische Disposition des Kindes eine entscheidende Rolle.

 

Zu den psychosozialen Risikofaktoren zählen:

  • unvollständige Familie – das Aufwachsen mit einem alleinerziehenden Elternteil oder ohne Eltern
  • psychische Erkrankung eines Elternteils, vor allem antisoziale Persönlichkeitsstörung des Vaters
  • familiäre Instabilität
  • niedriges Familieneinkommen, beengte Wohnverhältnisse
  • Inkonsequenz in der Erziehung, fehlende Regeln
  • häufige (unberechtigte bzw. überzogene) Kritik am Verhalten des Kindes, strenge Bestrafung

ADHS durch Komplikationen und Belastungen während Schwangerschaft und Geburt

Der riskante Konsum von Nikotin, Alkohol oder anderen Drogen während einer Schwangerschaft kann – wie Sauerstoffmangel bei der Geburt – zu einem erhöhten Risiko für eine ADHS-Erkrankung des Kindes beitragen. Ebenso haben zentralnervöse Infektionen während der Schwangerschaft, Schädel-Hirn-Verletzungen sowie Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt Einfluss auf eine spätere hyperkinetische Auffälligkeit. Solche Komplikationen müssen jedoch nicht zwingend ADHS verursachen. 

Ca. 5 %
Erkrankungshäufigkeit bis zum 18. Lebensjahr
4 X
so oft sind Jungen betroffen
60 %
der betroffenen Kinder & Jugendlichen auch als Erwachsene mit Symptomen
Quelle: ADHS Deutschland e. V.
Ich sage offen, dass ich Ritalin* nehme. Doch ich nehme es wegen und nicht gegen ADHS ein. Ich empfinde es als großes Glück, 27 Jahre normal gelebt zu haben und durch das Medikament für 2,5 Stunden oder länger in eine Welt eintauchen zu können, die mir vorher verschlossen war.
Christopher Lauer
Politiker in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz * Handelsname (Wirkstoff: Methylphenidat); es gibt auch Generika und Präparate von anderen Herstellern.

Behandlungen und Therapien Die Oberberg Therapien bei ADS und ADHS

Wer mit ADS oder ADHS möglichst „störungsfrei“ leben möchte, sollte sich immer zuallererst umfassend informieren, insbesondere über das Krankheitsbild und die daraus resultierenden Symptome. Wichtig ist, dass die Betroffenen nicht alleingelassen werden; entscheidend aber ist auch die Einsicht, dass eine psychische Störung vorliegt. Den meisten Menschen, bei denen ADS oder ADHS diagnostiziert wurde, kann eine gezielte Therapie helfen.

 

Dafür gibt es verschiedene evidenzbasierte, Erfolg versprechende Psychotherapie-Ansätze: Oberberg-Patientinnen und -Patienten können mit unseren Therapeuten-Teams immer ausführlich besprechen, welches Behandlungskonzept für sie (oder ihr Kind) den größten Therapieerfolg verspricht.

Unsere Therapieempfehlungen für ADS und ADHS

Zu den erfolgreichen Therapieformen und -techniken in der Oberberg Fachklinik Konraderhof und Oberberg Fachklinik Wasserschlösschen für Kinder und Jugendliche zählen unter anderem:

  • verhaltenstherapeutische Maßnahmen
  • Neurofeedback
  • achtsamkeitsfokussierte Therapien mit Stärkung der Psychomotorik
  • kreative Therapien mit Elementen aus Gestaltungs-, Spiel- und Musiktherapie 
  • Sport- und Bewegungstherapie
  • Medikamente zur ADHS-Behandlung*
  • Problemlösungs-Strategietraining, Vermittlung von Lernstrategien und von sozialen Kompetenzen

*In Deutschland bestehen sehr strenge Voraussetzungen für eine medikamentöse Behandlung von ADHS. In den genannten Oberberg Kliniken finden wir gemeinsam mit Ihnen das richtige Medikament für Sie oder Ihre Kinder. Dabei achten wir vor allem auf eine möglichst nebenwirkungsarme Dosierung. 

Wir fühlen uns der Gesellschaft verbunden, indem wir uns um die Entstigmatisierung von psychischen Störungen respektive Krankheiten kümmern. Wir informieren, klären auf und bilden fort. Unser Wissen und unsere neuen Erkenntnisse über innovative, evidenzbasierte Therapiekonzepte machen wir allen Interessierten zugänglich.
Priv.-Doz. Dr. Andreas Jähne
Ärztlicher Direktor Oberberg Fachklinik Rhein-Jura

Die Oberberg Kliniken für ADHS Unsere Patienten sollen vor allem eins: Sie sollen sich wohlfühlen

In den Oberberg Fach- und Tageskliniken, insbesondere der Oberberg Fachklinik Rhein-Jura, für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie unterstützen wir Menschen in schweren seelischen und psychischen Krisensituationen. Dabei glauben wir fest an das Zusammenwirken von Menschlichkeit, Verbundenheit und Evidenz in einer erstklassigen Umgebung, die von einer herzlichen Atmosphäre aus Achtsamkeit und Zugewandtheit geprägt ist.

Ansprechpartner Wir behandeln Ihre Anfrage vertrauensvoll und diskret

Sie möchten mehr Informationen zu unserem therapeutischen Behandlungsangebot bei ADHS, zur Ausstattung in den Kliniken oder zum Tagesablauf in einer Klinik erhalten? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie mit uns persönlichen Kontakt unter der Telefonnummer 0800 5577330 (gebührenfrei) aufnehmen. Außerhalb Deutschlands wählen Sie bitte +49 30 20867301-0. Wenn Sie einen Rückruf für ein persönliches Gespräch vereinbaren möchten, füllen Sie bitte das Kontaktformular aus. Wir werden uns dann schnellstmöglich bei Ihnen melden.

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