Jeder Mensch erlebt im Laufe seines Lebens zahlreiche belastende Ereignisse, die in der Regel gut verarbeitet werden können. Wenn sich als Reaktion auf ein solches Ereignis jedoch langfristige negative Veränderungen im Gemütszustand und Sozialverhalten einstellen, kann dies ein Anzeichen für eine Anpassungsstörung sein.

Symptome und Beschwerden Was sind Anpassungsstörungen?

Man spricht von einer Anpassungsstörung, wenn Menschen große Probleme damit haben, sich an eine Veränderung ihrer Lebensumstände anzupassen. Dabei kann es sich zum Beispiel um neuartige psychisch oder physisch belastende Situationen handeln, die auch nach einem langen Zeitraum nicht verarbeitet werden können. Dies kann zu verschiedenen psychischen und sozialen Reaktionen führen. Typisch sind Gefühle von Bedrängnis oder Leere, das Vernachlässigen von sozialen Beziehungen oder ein Absinken der Leistungsfähigkeit.

 

Wie genau sich eine Anpassungsstörung im Einzelfall äußert, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend für Verlauf und Schwere der Störung sind zum Beispiel die individuelle Belastbarkeit und biographische Erfahrungen. Die Behandlung der Anpassungsstörung wird an solche individuellen Faktoren angepasst.

 

Welche Symptome hat eine Anpassungsstörung?

Bei Betroffenen macht sich die Anpassungsstörung durch eine Reihe an Symptomen bemerkbar. Auch wenn der Krankheitsverlauf sehr individuell verläuft, gibt es eine Reihe an häufig auftretenden Beschwerden, welche auf eine Anpassungsstörung hinweisen. Folgende Symptome sind typisch für das Störungsbild einer Anpassungsstörung:

  • Präokkupation (gedankliches Verhaftetsein) wie übermäßiges Grübeln, wiederkehrende und belastende Gedanken oder anhaltende Sorgen
  • Anpassungsschwierigkeiten zeigen sich in einem Interessenverlust gegenüber der Arbeit, dem sozialen Leben, der Beziehung zu anderen und Freizeitaktivitäten. Die Betroffenen leiden häufig unter Konzentrations- und Schlafproblemen
  • begleitende Symptome sind Angst, Depressivität, Vermeidung oder Störung des Sozialverhaltens

Die Symptome einer Anpassungsstörung zeigen sich typischerweise innerhalb eines Monats nach dem Auftreten der Belastung und bilden sich in der Regel innerhalb von 6 Monaten zurück.

Symptome von Anpassungsstörungen Welche Symptome hat eine Anpassungsstörung?

Bei Betroffenen kann sich die Anpassungsstörung durch verschiedene Symptome bemerkbar machen. Auch wenn der Verlauf sehr individuell ist, gibt es eine Reihe häufig auftretender Beschwerden, die auf eine Anpassungsstörung hinweisen. Folgende Symptome sind typisch für das Störungsbild einer Anpassungsstörung:

  • Übermäßiges Grübeln, wiederkehrende und belastende Gedanken oder anhaltende Sorgen
  • Verlust von Interesse am Sozialleben, Beziehungen, Arbeit und Freizeitaktivitäten
  • Konzentrations- und Schlafprobleme
  • Angst, Depressivität, Vermeidung von sozialen Situationen oder Störung des Sozialverhaltens

Die Symptome einer Anpassungsstörung treten typischerweise innerhalb der ersten drei Monate nach dem belastenden Ereignis auf und bilden sich in der Regel innerhalb von sechs Monaten zurück. Wenn der Auslöser, also die belastende Situation, die erst zu der Anpassungsstörung führte, jedoch weiterbesteht, kann eine chronische Anpassungsstörung auftreten. Die damit einhergehenden Symptome können bis zu zwei Jahre anhalten.

Auf psychisch belastende Situationen mit Trauer, Ärger, Betroffenheit oder Hilflosigkeit zu reagieren, ist vollkommen normal. Wenn sich diese Gefühle jedoch auf alle Lebensbereiche ausweiten, dann ist dies möglicherweise ein Anzeichen für eine Anpassungsstörung. Eine Anpassungsstörung liegt dann vor, wenn das Leiden der betroffenen Person eine erwartbare Trauerreaktion deutlich übersteigt und wenn Veränderungen im emotionalen Erleben oder im Sozialverhalten als Reaktion auf ein belastendes Ereignis über drei Monate anhalten.

 

Ab wann sollte ich zum Arzt gehen?

 

Wenn Sie mehrere der oben genannten Symptome in letzter Zeit bei sich wahrgenommen haben und das Gefühl haben, dass Ihre Lebensqualität darunter erheblich leidet, sollten Sie sich medizinisch beraten lassen.

Ursachen Welche Ursachen hat eine Anpassungsstörung?

Der Auslöser für eine Anpassungsstörung ist immer eine psychisch belastende Situation. Dieser sogenannte Stressor kann einmalig und unerwartet auftreten, wie bei einem Autounfall, oder langanhaltend, wiederkehrend und sogar vorhersehbar sein. Typische Auslöser sind Trennungen, Krankheiten, Arbeitslosigkeit oder der Tod von nahestehenden Menschen. Allerdings können auch Stressoren Auslöser für eine Anpassungsstörung sein, die nicht zwingend als negativ wahrgenommen werden. So können auch Ereignisse, die zu neuen Lebensabschnitten führen wie eine Eheschließung, ein Umzug oder eine Pensionierung Stressoren darstellen.

 

Bei einer Anpassungsstörung spielen eine Menge individueller Faktoren für den Verlauf der Störung eine große Rolle. Folgende Faktoren können die Entwicklung einer Anpassungsstörung beeinflussen:

 

  • Die aktuelle Lebenssituation der Betroffenen
  • Art, Dauer und Schwere des belastenden Ereignisses
  • Das Vorhandensein belastender Ereignisse (z.B. in der Kindheit)
  • Die grundsätzliche psychische Widerstandsfähigkeit der Person
  • Die Fähigkeit der Betroffenen negative Erlebnisse zu verarbeiten und zu überwinden (Resilienz)
  • Das soziale Umfeld und weitere Faktoren wie der Beziehungsstatus und die familiäre Situation

Ab wann sollte ich zum Arzt gehen?

Wenn Sie die oben genannten Symptomen bei sich verspüren und das Gefühl haben, dass Ihre Lebensqualität darunter erheblich leidet, sollten Sie sich medizinisch beraten lassen. Denn es könnte sein, dass Sie unter einer Anpassungsstörung leiden.

 

Bevor eine Behandlung stattfinden kann, muss zunächst geklärt werden inwiefern der Betroffene noch in der Lage ist seinen Alltag zu bewältigen. Erst dann kann entschieden werden, wie eine mögliche Psychotherapie zur Bekämpfung der Anpassungsstörung aussehen kann. Da die Symptome bei einer Anpassungsstörung von Person zu Person unterschiedlich ausfallen, muss zuerst geklärt werden welche Symptome wie schwer bei dem Betroffenen auftreten, damit die Psychotherapie auf das individuelle Profil des Betroffenen angepasst werden kann.

Behandlungen und Therapien Therapie bei einer Anpassungsstörung

Eine Anpassungsstörung wird in der Regel verhaltenstherapeutisch behandelt. Im Laufe der Therapie werden Verhaltensweisen und Strategien zur Bewältigung von Alltagssituationen entwickelt. Negative Gedanken werden umstrukturiert und neue Verhaltensweisen eingeübt. Bevor mit der Therapie einer Anpassungsstörung begonnen werden kann, muss im Voraus die individuelle Situation des Patienten geklärt werden.

 

Dazu arbeiten Patient und Therapeut heraus, wo Schwierigkeiten in der Bewältigung des Alltags liegen. Die spezifischen Symptome der Anpassungsstörung werden benannt und die Situationen definiert, in denen Probleme auftreten. Wichtig ist dabei vor allem auch das soziale Umfeld, das eine Quelle für Ressourcen zur Überwindung des Problems darstellen kann. Der Umgang mit der Familie, dem Partner und Freunden wird in die persönliche Therapie mit einbezogen. Im Sinne einer Lösungsorientierung wird herausgearbeitet, wie der Patient frühere Belastungen verarbeitet hat, um daraus Schritte für die zukünftige Bewältigung abzuleiten.

 

Für die Behandlung der Anpassungsstörung ist es zudem wichtig, sie von anderen psychischen Beschwerden zu unterscheiden. Häufig gibt es bei Anpassungsstörungen Überschneidungen mit anderen Krankheitsbildern wie Depressionen oder Angststörungen. Viele Symptome der Anpassungsstörung treten auch bei diesen Krankheiten auf. Patienten, die unter Depressionen leiden, beschreiben oft Gefühle von Niedergeschlagenheit, mangelndem Interesse an sozialen Kontakten, Arbeit und Hobbys und eine anhaltende innere Leere sowie Antriebslosigkeit. Patienten mit einer Anpassungsstörung können hingegen in der Regel positive Einflüsse trotz Ihrer Belastung annehmen und können an vielen sozialen Situationen ganz normal teilnehmen. Wird eine Depression oder eine Angststörung diagnostiziert, werden meist zuerst diese Krankheitsbilder gezielt therapiert, anstatt eine Anpassungsstörung zu diagnostizieren und zu behandeln.

Wir erreichen unsere Therapieziele, weil wir jede Therapie für jeden Patienten konsequent in einen harmonischen Dreiklang überführen – in einen Dreiklang aus Mensch, Wissenschaft und Atmosphäre. Dafür beschäftigen wir uns intensiv mit dem Menschen – mit seiner Lebenssituation, seinem sozialen Umfeld und seiner Krankengeschichte.
Dr. med. Ahmad Bransi
Chefarzt Oberberg Fachklinik Weserbergland

Verhaltenstherapie Verhaltenstherapie (VT) bei Anpassungsstörungen

Die Verhaltenstherapie basiert auf der Annahme, dass jedes Verhalten erlernt wird und deshalb auch wieder umgelernt werden kann. Die moderne (kognitive) Verhaltenstherapie ist als modulares Baukastensystem zu verstehen, dessen verschiedene Elemente an die jeweiligen psychischen Krankheits- und Störungsbilder sowie an die individuellen Lebenssituationen der Patienten angepasst werden können.

 

Unsere Behandlungsansätze basieren auf bewährten und innovativen, evidenzbasierten und störungsorientierten Behandlungsverfahren. Die Therapieziele heißen „Remission, Recovery, Resilienz.“ Für die Behandlung von Anpassungsstörungen bei unseren Patienten stellen wir immer die jeweils bestmögliche Behandlungskombination aus den Bereichen Psychotherapie und Pharmakotherapie, der Kreativ- und Sporttherapie und weiteren bewährten, aber auch hochmodernen Behandlungsverfahren zusammen. 

 

Zur modernen Verhaltenstherapie gehören folgende Elemente: 

  • Förderung von Kompetenzen: zum Beispiel durch Rollenspiele bei Defiziten im sozialen Umfeld oder durch gezieltes Kommunikationstraining 
  • Kognitive Umstrukturierung: Hinterfragen ungünstiger und Erarbeiten konstruktiver Denkstrategien und „Metakognitionen“; Problemlösetraining 
  • “Modell-Lernen”: Learning by Doing – die Therapeutin oder der Therapeut als Vorbild zum Nachahmen bei Zwangserkrankungen bzw. Sozialen Phobien 
  • Operante Verfahren: neue Verhaltensweisen über Zuspruch und Lob erlernen 
  • Reizkonfrontation (Exposition): Abbau von Ängsten bei Angsterkrankungen, posttraumatischen Belastungsstörungen, Ess- und Zwangsstörungen durch Konfrontation mit der angstauslösenden Situation 

Weitere Informationen zu der (kognitiven) Verhaltenstherapie (VT) finden Sie hier.

Ziel der Behandlung ist es, dass Patienten wieder gestärkt in den Alltag zurückkehren können

Medikamentöse Behandlung bei Anpassungsstörungen

Die moderne Psychopharmakotherapie umfasst neben einer gezielten und sorgfältigen fachkundigen Information und Aufklärung des Patienten die individuelle Auswahl und Empfehlung eines geeigneten Medikamentes in geeigneter Dosis - in Hinblick auf Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sowie die engmaschige Überprüfung von Wirkung und Nebenwirkungen (einschließlich z.B. der Blutspiegelbestimmung). 

 

Zur Behandlung von Anpassungsstörungen, vor allem bei einem schwereren Krankheitsverlauf, haben sich einzelne Medikamente im Rahmen einer Psychotherapie als effektiv erwiesen. Sie helfen den Betroffenen dabei gezielt Symptome zu kontrollieren und erleichtern die Rückkehr in einen geregelten Tagesablauf.

 

Die Psychopharmakotherapie wird in allen Kliniken der Oberberg Gruppe nach verfügbaren Leitlinien durchgeführt. Ärztinnen und Ärzte orientieren sich zudem u.a. an folgender Referenz: Benkert O, Hippius H (Hrsg) Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie – 12. Auflage, Springer, 2018. (Das Standardwerk erscheint im 2-jährigen Rhythmus, der medizinische Geschäftsführer und ein Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Oberberg Gruppe arbeiten seit vielen Jahren maßgeblich an diesem Lehr- und Handbuch mit). 

Häufig gestellte Fragen FAQ zu Anpassungsstörungen

Man spricht von einer Anpassungsstörung, wenn Menschen große Schwierigkeiten haben, sich an eine Veränderung ihrer Lebensumstände anzupassen. Dabei kann es sich um neuartige psychisch oder physisch belastende Situationen handeln, die von Betroffenen auch über einen

Merkmale einer Anpassungsstörung sind Symptome wie Grübeln, Verlust des Interesses an der Arbeit, dem sozialen Leben, der Beziehung zu anderen oder Freizeitaktivitäten, Konzentrations- und Schlafprobleme sowie begleitende Symptome wie Angst, Depressivität, Vermeidung sozialer Aktivitäten oder Störung des Sozialverhaltens.

 

Anpassungsstörungen haben ähnliche Symptome wie andere Belastungsstörungen und können nicht immer trennscharf von Diagnosen wie Angststörungen oder Depressionen unterschieden werden. Eine Anpassungsstörung geht oft mit anderen psychischen Krankheiten einher, die dann in der Regel vorrangig behandelt werden. Häufig ist es zudem schwierig, eine Anpassungsstörung von einer normalen oder angemessenen Reaktion auf belastende Ereignisse zu unterscheiden. Erst wenn das subjektive Leid der Person deutlich über das Leid hinausgeht, das in einer solchen Situation zu erwarten wäre, kann man von einer Anpassungsstörung sprechen.

Der Auslöser für eine Anpassungsstörung ist immer eine psychisch belastende Situation. Denkbar sind negative Erlebnisse wie Unfälle, Flucht, Krankheiten, Trennungen oder Arbeitslosigkeit. Jedoch können ebenso als positiv oder neutral empfundene Veränderungen wie Pensionierung, Hochzeiten, Umzüge oder der Beginn neuer Lebensphasen zu solchen Auslösern werden.

Zusätzlich zu Art, Dauer und Schwere der Belastung wird die Entwicklung einer Anpassungsstörung durch die aktuelle Lebenssituation der Betroffenen, vorherige belastende Ereignisse, die grundsätzliche psychische Widerstandsfähigkeit der Person, die Fähigkeit der Betroffenen, negative Erlebnisse zu verarbeiten und das soziale Umfeld bestimmt.

Aufgrund verschiedener Faktoren, die bei einer Anpassungsstörung wirken, zeigen sich Verläufe sehr individuell. Ebenso individuell werden die Therapiebausteine zusammengestellt, mit denen die Anpassungsstörung im Einzelfall behandelt werden kann.  

Anpassungsstörungen werden in der Regel mit sogenannten verhaltenstherapeutischen Maßnahmen behandelt. Nachdem in einem Gespräch der Schweregrad und die individuelle Situation des Patienten eingeschätzt wird, werden Bausteine der Verhaltenstherapie und in schwereren Fällen Medikamente zur Behandlung im Rahmen der Psychotherapie zur Behandlung verwendet.

In den Oberberg Fachkliniken für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie wird für die Psychotherapie der Patienten das individuelle Profil jeder Person mitberücksichtigt. So erhält jeder Patient die Psychotherapie, die für seine Situation am besten geeignet ist und ihn am besten hilft, seine Anpassungsstörung zu bewältigen.

Die Behandlung von Anpassungsstörungen Wirksame Psychotherapien in heilsamer Umgebung

In den Oberberg Fachkliniken für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie unterstützen wir Menschen in schweren seelischen und psychischen Krisensituationen mit effizienten Behandlungskonzepten. Dabei glauben wir fest an das Zusammenwirken von Menschlichkeit, Verbundenheit und Evidenz in einer erstklassigen Umgebung, die von einer herzlichen Atmosphäre aus Achtsamkeit, Zugewandtheit, Respekt und gegenseitigem Vertrauen geprägt ist. 

Jetzt Kontakt aufnehmen Sie können sich jederzeit an uns wenden – vertrauensvoll und diskret

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