Depressionen – oder auch nur „eine Depression“ – sind ernsthafte seelische Erkrankungen, die aufgrund ihrer vielfältigen und oft unspezifischen Symptome häufig übersehen oder mit anderen Erkrankungen verwechselt werden. Eine Depression sollte jedoch immer professionell behandelt werden – je früher, desto größer sind die Chancen auf einen Therapieerfolg.

Symptome und Beschwerden Wie Sie erkennen, dass Sie an einer Depression erkrankt sind

Grundsätzlich spricht man von drei klassischen Hauptsymptomen einer Depression (engl. Major Depression):

 

  1. eine tiefe, ununterbrochene Niedergeschlagenheit, die mindestens zwei Wochen anhält

  2. mangelndes bzw. kein Interesse an sozialen Kontakten, Arbeit und Hobbys; Aufmunterungsversuche von nahestehenden Menschen laufen ins Leere

  3. anhaltende innere Leere, Antriebslosigkeit und ständige Müdigkeit; sogar das morgendliche Aufstehen wird zum Kraftakt

Die Nebensymptome der Depression

Folgende Begleitsymptome werden am häufigsten in Verbindung mit einer Depression genannt:

  • Undefinierbare Schuldgefühle, Selbstzweifel und Selbstvorwürfe (häufig!)
  • Schlafstörungen 
  • Unruhe, starke Nervosität, innere Erregtheit
  • Erhöhter Alkohol- und Tabakkonsum
  • Erhöhte Reizbarkeit und Aggressionen (vor allem bei Männern)
  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen
  • Verlust des sexuellen Verlangens

Wenn sich Depressionen in „somatischen Symptomen“ äußern

Eine Depression kann sich auch nur durch körperliche Beschwerden äußern. Wenn Ihr Arzt keine organische Ursache diagnostizieren kann, liegt vielleicht eine „Somatisierungsstörung“ oder eine somatisierte Depression vor.

Häufigste Symptome sind:

  • Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • Kopf- und Rückenschmerzen
  • Magen- und Darmprobleme
  • Schlafstörungen
  • Appetitlosigkeit; seltener: Heißhunger-Attacken

 

Bis zu 50 Prozent des Risikos für affektive Störungen sind genetisch veranlagt oder in früher Kindheit erworben. Dazu kommen im Laufe des Lebens weitere Belastungen, die Depressionen auslösen können. Auch ungünstige Arbeits- und Lebensumstände erhöhen das Risiko für Depressionen.
Prof. Dr. Dr. Matthias J. Müller
CEO, Ärztlicher Direktor und Medizinischer Geschäftsführer der Oberberg Kliniken

Die Depression in Verbindung mit anderen seelischen Erkrankungen

Da Depressionen oft gemeinsam mit einer anderen seelischen Erkrankung auftreten, ist eine sorgfältige Diagnose wichtig, denn jede Therapie kann nur dann nachhaltig erfolgreich sein, wenn auch die möglichen Begleiterkrankungen gezielt behandelt werden. Dazu zählen:

  • Angst- oder Panikstörungen
  • Abhängigkeitserkrankungen
  • Demenzerkrankungen
  • Essstörungen
  • Persönlichkeitsstörungen

 

Zu den häufigsten organischen Erkrankungen, die gemeinsam mit einer Depression auftreten können, gehören Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Depression ist nicht gleich Depression Eine Krankheit mit vielen Gesichtern

Etwa sieben Prozent der Bevölkerung sind von jahrelang anhaltenden leichteren depressiven Symptomen (Dysthymie) betroffen, ein Großteil davon bereits seit dem jungen Erwachsenenalter. Zudem können sich auch etwa 20–30 Prozent der depressiven Episoden (Major Depression) chronifizieren. Die „chronische Depression“ ist nicht klar definiert, die depressive Symptomatik hält jedoch über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr an und wird häufig von weiteren psychischen Erkrankungen wie Angst- oder Zwangsstörungen, Essstörungen, Persönlichkeitsstörungen sowie Drogen- und Alkoholmissbrauch begleitet.

Chronisch depressive Patienten können wieder hoffen

Symptome und Folgeerscheinungen einer chronischen Depression:

  • Anhaltende depressive Beschwerden über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr, auch nach mehreren adäquaten Therapieversuchen. Risikofaktoren einer chronischen Depression liegen häufig in der Kindheit des Patienten.
  • Hoher Leidensdruck, schwere Beeinträchtigung des Selbstbewusstseins und des Selbstwertgefühls.
  • Arbeitsplatzverlust, Beziehungslosigkeit, soziale Isolation, Einsamkeit und Selbstaufgabe. Steigendes Risiko von Abhängigkeitserkrankungen und erhöhte Suizidgefahr.

 

Eine chronische Depression lässt sich erfahrungsgemäß häufig nur schwer behandeln. Fast alle Patienten haben bereits mehrere erfolglose Therapieversuche hinter sich und verspüren hohen Leidensdruck. Sie können jetzt vom hocheffizienten CBASP-Verfahren („Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy“) profitieren. Es ist weltweit das einzige Psychotherapieprogramm, das spezifisch für die Behandlung einer chronischen Depression entwickelt wurde. Nach den neuesten klinischen Studien gibt dieser innovative Behandlungsansatz, der unter anderem auf einer persönlichen, aber kontrollierten Konfrontationsstrategie zwischen dem Patienten und dem Therapeuten beruht, den Betroffenen die berechtigte Hoffnung auf eine spürbare und nachhaltige Verbesserung ihrer Lebenssituation.

Von den allermeisten unserer chronisch depressiven Patienten erhalten wir positive Rückmeldungen zur Therapie mit CBASP. Das bestärkt uns darin, diese Behandlungsmöglichkeiten innerhalb der Oberberg Kliniken weiter auszubauen.
Dr. Sonja Wahl
Leitende Psychologin und Psychotherapeutin, Oberberg Fachklinik Rhein-Jura

Sie äußert sich in körperlichen Beschwerden (wie etwa Herzrasen, Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen oder Schwindelattacken), für die es keine organischen Ursachen gibt.

Die negative Verstimmung ist besonders schwer ausgeprägt, die Betroffenen berichten häufig, dass sie nichts mehr fühlen können („Gefühl der Gefühllosigkeit“), die emotionale Schwingungsfähigkeit ist stark eingeschränkt, sehr häufig besteht ein ausgeprägtes Morgentief.

Sie tritt gemeinsam mit Wahnideen und/oder Halluzinationen auf; ihre Symptomatik wiegt oft schwerer, die depressiven Phasen dauern länger an, und das Risiko für Suizidalität und auch für einen Rückfall sind höher.

Die bipolare Störung tritt familiär gehäuft auf (genetische Risiken) und besteht in einem Wechsel zwischen Episoden mit gehobener Stimmung, vermehrtem Antrieb und Aktivität (Hypomanie oder Manie) und wiederum Phasen mit einem Stimmungstief bei vermindertem Antrieb und geringer Aktivität (Depression). Die Phasen wechseln sich häufig ab, und es kommen auch sogenannte Mischzustände vor (Phasen mit sowohl hypomanischen als auch depressiven Symptomen). 
Zu Beginn bipolarer Erkrankungen entwickeln die meisten Patienten eine depressive Episode, die sich in einigen Aspekten von einer unipolaren Depression (Major Depression mit ausschließlich depressiven Episoden) unterscheidet. Typisch für die „bipolare Depression“ sind u. a. ein früher Erkrankungsbeginn, häufigere Episoden mit jeweils kürzerer Dauer und eher abruptem Beginn und Ende sowie das häufige Auftreten sogenannter atypischer Symptome wie vermehrter Schlaf (Hypersomnie), Reizbarkeit und Gewichtszunahme.

Diese Anpassungsstörung entsteht als direkte Reaktion auf ein für den Erkrankten belastendes Ereignis. Dies kann der Verlust eines nahestehenden Menschen sein, eine Trennung vom Partner, eine Scheidung oder auch eine tiefe Kränkung. Eine Anpassungsstörung kann zwar nach wenigen Wochen wieder von alleine vergehen, aber auch eine längere Dauer ist möglich, die dann therapeutisch behandelt werden kann. Es hängt dabei von der betreffenden Person ab, ob die Anpassungsstörung in eine andere Form von Depression übergeht. Besonders gefährdet sind Menschen, die ein gemindertes Selbstwertgefühl haben und wenig Selbstvertrauen besitzen, die eine übersteigerte Gewissenhaftigkeit oder einen gewissen Perfektionismus haben; außerdem Menschen, die nach Anerkennung streben, zu Schuldgefühlen neigen, keine Aggressionen ausleben können, nicht Nein sagen können oder sich gern an andere Menschen klammern oder Angst haben, dass sie ihren Partner verlieren.

Dabei wird unterschieden zwischen dem sogenannten Babyblues, einer Verstimmung, die durchschnittlich in den ersten 3 bis 5 Tagen nach rund 40 bis 70 Prozent aller Geburten auftritt, und der „echten“ Wochenbettdepression, die bei einer von zehn Geburten auftritt und zumeist ambulant behandelt werden kann – es sei denn, sie geht mit Suizidgedanken einher. Schwere „Wochenbettpsychosen“ treten selten auf (1 bis 2 Fälle auf 1000 Geburten); sie erfordern grundsätzlich eine stationäre Therapie.

Die depressiven Phasen beginnen und enden jeweils zu bestimmten Jahreszeiten. Die bekannteste Form der SAD ist die „Winterdepression“, die häufig mit atypischen Symptomen einhergeht (erhöhtes Schlafbedürfnis, Heißhunger-Attacken, erhaltene Schwingungsfähigkeit). Die Symptome bessern sich zumeist bereits durch eine adäquate Lichttherapie.

Sie ist zwar die häufigste psychische Erkrankung bei den über 65-Jährigen, doch sie lässt sich nicht immer leicht diagnostizieren. Ein Großteil der Depressionen im höheren Lebensalter bleibt – trotz guter Behandlungsmöglichkeiten – unerkannt. Häufig stehen unspezifische, vor allem körperliche Beschwerden im Vordergrund und „verdecken“ die darunterliegende Depression. Zudem treten Depressionen bei Älteren oft „schleichend“ über einen längeren Zeitraum auf und erschweren dadurch die Diagnose.

Unter „Affekt“ werden intensive, aber vorübergehende Emotionen („Gefühlswallung“), die durch äußere Anlässe oder innere psychische Vorgänge ausgelöst werden, verstanden. Unter affektiven Störungen (im ICD-10 v.a. unter F30-F39) werden psychische Störungen zusammengefasst, bei denen die Veränderung der Ausprägung und der angemessenen Flexibilität („Schwingungsfähigkeit“) des emotionalen Erlebens und Ausdrucks (Mimik, Gestik) im Vordergrund stehen. Häufig sind bei affektiven Störungen jedoch auch Wahrnehmen, Denken und Verhalten verändert.

 

Hauptgruppen affektiver Störungen:

 

  • Depressive Episode 
  • Major Depression (ICD-10: F32)
  • Rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F33)
  • Manische Episode (ICD-10: F30)
  • Bipolare affektive Störung (ICD-10: F31)
  • Anhaltende affektive Störungen (Dysthymie, Zyklothymia) (ICD-10: F34)

Können die Symptome keinem dieser Gruppen von Krankheitsbildern zugeordnet werden, bilden sie als „andere“ (ICD-10: F38) oder „nicht näher bezeichnete affektiven Störungen“ (ICD-10: F39) eigene Gruppen in der ICD-10. 
Wenn hirnorganische Ursachen vorliegen, werden affektive Störungen (mit depressiver, bipolarer oder manischer Ausprägung) als Organische affektive Störungen (ICD-10 F06.3) diagnostiziert.
 

Affektive Störungen sind in den meisten Fällen gut behandelbar

Die Behandlung erfolgt ab einem mittleren Schweregrad anhand eines Gesamtbehandlungsplans, der in der Regel psychopharmakologische mit psychotherapeutischen Ansätzen sowie komplementäre Fachtherapien umfasst. Bei der Behandlung bipolarer Störungen sind Medikamente zur Stimmungsstabilisierung und Phasenprophylaxe in der Regel unverzichtbar. 
Als die effektivsten psychotherapeutischen Behandlungskonzepte bei Depressionen haben sich bis heute die kognitive Verhaltenstherapie oder die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie erwiesen. 

Depression und Burnout-Syndrom lassen sich leicht verwechseln

Zwischen den Symptomen einer Depression und denen eines Burnout-Syndroms gibt es zahlreiche Überschneidungen. Das macht die diagnostische Abgrenzung oftmals schwierig.

 

Manager, leitende Angestellte, Angestellte im öffentlichen Dienst, Lehrer und Ärzte sowie andere "helfende Berufe" gehören Berufsgruppen an, die besonders gefährdet sind, ein Burnout-Syndrom zu entwickeln. Sie reagieren jedoch manchmal überrascht, wenn sich nach einer genauen Diagnostik herausstellt, dass ihre Beschwerden und Symptome bereits einer Depression entsprechen – die sich dann zumeist aus einem bestehenden Burnout-Syndrom entwickelt hat. Tatsächlich kann eine Depression aus einem unbehandelten Burnout-Syndrom nach arbeitsbezogenem Dauerstress entstehen, doch ist eine Depression weder gleichbedeutend mit einem Burnout-Syndrom noch mit einer anderen psychischen Erkrankung.

 

So flüchten depressive Menschen wie auch Burnout-Betroffene sich häufig in die soziale Isolation. Dagegen ist eine ständige Gereiztheit eher symptomatisch für ein Burnout-Syndrom. Gleichzeitig tauchen bei einer Depression wiederum Symptome auf, die ein Burnout-Syndrom in der Regel nicht verursacht, zum Beispiel ein vermindertes Selbstwertgefühl, ein gestörtes Selbstvertrauen oder Suizidgedanken.

Ursachen für eine Depression Die Krankheit wird immer durch mehrere Faktoren ausgelöst

Statistisch erkrankt mindestens jeder dritte Mensch im Laufe seines Lebens an einer Depression. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Bis heute ist die Entstehung von Depressionen wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. Als sicher gilt, dass zur Entstehung einer Depression immer mehrere Faktoren beitragen (multifaktorielle Entstehung).

 

Besonders häufig entwickelt sich die Krankheit nach schweren seelischen Belastungen, die nicht richtig verarbeitet werden (können) – etwa durch den Tod des Partners oder eines Angehörigen, eine Scheidung bzw. Trennung, anhaltende Schwierigkeiten im Beruf, den Verlust des Arbeitsplatzes oder auch durch den Eintritt in eine neue Lebensphase wie etwa Elternschaft oder Pensionierung.

Zumeist gibt es nicht die „eine“ Ursache, die eine Depression auslösen kann. Hierfür sind in der Regel mehrere Risikofaktoren gleichzeitig notwendig: 

  • genetische Veranlagung
  • bestimmte Persönlichkeitszüge
  • anhaltender Stress (Beziehungen, Schule, Ausbildung, Arbeit, finanzielle Belastungen etc.)
  • traumatische Erfahrungen (z. B. Opfer einer kriminellen Handlung; Missbrauchs- oder Vernachlässigungserfahrungen)
  • persönliche Verlusterlebnisse (durch Tod oder Trennung, aber auch Statusverlust etc.)
  • Phasen biologischer und psychosozialer Veränderungen, z. B. durch eine Hormonumstellung, insbesondere bei Frauen nach der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren 

 

Auch körperliche Erkrankungen können Depressionen auslösen. Als häufigste somatische Risikofaktoren für eine zusätzliche depressive Erkrankung gelten:

  • Schlafstörungen 
  • schwere, chronische und unheilbare Krankheiten 
  • Diabetes mellitus
  • Demenzerkrankungen
  • andere körperliche Ursachen wie Herzinfarkt und Schlaganfall

 

So besitzen körperlich chronisch kranke Menschen im Vergleich zu organisch gesunden Menschen ein etwa doppelt so hohes Risiko, zusätzlich an einer Depression zu erkranken. 

Übrigens ist eine Depression keine Frage des Alters: Bereits Kinder und Jugendliche können eine Depression entwickeln, und auch bis ins hohe Alter können Depressionen – sogar erstmals – auftreten.

150 Tsd.
Neuerkrankungen in Deutschland/Jahr
5.3 Mio.
Betroffene deutschlandweit
5 %
der krankheitsbedingten Fehltage
Quellen: Robert-Koch-Stiftung, Stiftung Deutsche Depressionshilfe, DAK-Gesundheit.

Wie unterscheidet sich eine Depression von Trauer?

Tatsächlich ähnelt die deprimierte, traurige Stimmung während einer Depressionsphase denjenigen Gefühlen, die man nach dem Verlust eines geliebten Menschen empfindet. Doch selbst trauernde Menschen können zwischendurch lachen und Freude empfinden. Menschen mit einer schweren Depression können das nicht. Außerdem verbessert sich die Stimmung von Trauernden mit der Zeit, und sie erleben ihre düsteren Momente immer seltener und kürzer. Wenn allerdings mehrere Risikofaktoren vorhanden sind, kann aus Trauer durchaus eine Depression entstehen.

 

Eine Depression sollten Sie in keinem Fall ignorieren. Vermutlich können Sie eine leichte depressive Verstimmung oder auch die Vorstufen einer leichten Depression überwinden, indem Sie sich zum Beispiel einmal für eine längere Zeit ganz bewusst aus Ihrem Alltagsleben ausklinken, sich einen lang gehegten Wunsch erfüllen oder einfach mal Urlaub machen.

 

Wir möchten Ihnen jedoch dringend empfehlen, bei begründetem Verdacht so rasch wie möglich einen Experten aufzusuchen, um die richtige Therapie zu erhalten sowie der Gefahr einer eventuellen Chronifizierung entgegenzutreten. 
 
Leider sind Depressionen oft die wesentliche Ursache dafür, dass Menschen sich das Leben nehmen. 90 Prozent der rund 10.000 Menschen, die pro Jahr an einem Suizid versterben, haben an einer psychiatrischen Erkrankung gelitten, am häufigsten an einer Depression. Schizophrenie und Suchterkrankungen sind ebenfalls mit einem stark erhöhten Suizidrisiko verbunden.

Behandlungen und Therapien Wir stehen für einen offeneren Umgang mit psychischen Erkrankungen ein

Das öffentliche Bewusstsein für psychische Erkrankungen hat sich in den vergangenen Jahren zugunsten einer aufgeklärteren Sichtweise verändert. Niemand muss sich daher schämen, seelische Probleme und psychische Beschwerden professionell behandeln zu lassen – im Gegenteil: In vielen Patientengesprächen hat sich immer wieder gezeigt, dass ein offener Umgang mit der Erkrankung eine Therapie unterstützt.

Über meinem Leben lag fast ständig ein grauer Schleier, aber ich wusste nicht, was mit mir los war. An manchen Tagen wollte ich nur noch im Bett bleiben, nichts machen und niemanden sehen. Diese Phasen konnten schon mal mehrere Wochen andauern. Heute weiß ich, dass ich wahrscheinlich viel länger unter meiner Depression gelitten habe als nötig.
Kathrin W.
Lehrerin und ehemalige Patientin der Oberberg Fachklinik Weserbergland

Den meisten Menschen, die unter einer Depression leiden, kann durch eine professionelle Behandlung geholfen werden. Mit einer individuellen, störungsspezifischen Therapie können die depressiven Episoden sogar vollkommen verschwinden.

 

Während man noch bis vor wenigen Jahren von „Heilung“ gesprochen hat, bevorzugt die moderne Psychiatrie heute die Begriffe „Remission“ (weitgehender Rückgang von Symptomen für einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten) und „Recovery“ (Symptomfreie „Genesung“ mit einer Normalisierung des Neuerkrankungsrisikos).

Der häufig immer noch vorherrschende Fokus auf Symptome, Beschwerden und Defizite wird in den Oberberg Kliniken durch einen ganzheitlichen Ansatz mit Blick auf supportive Faktoren (Unterstützung), Ressourcen (Fähigkeiten, „gesunde Anteile“) und insbesondere die individuelle Resilienz („Widerstandsfähigkeit“, „Stressresistenz“) ergänzt. 

 

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Depression. Bei leichten Depressionen wird in der Regel psychotherapeutisch behandelt; insbesondere bei mittelschweren und schweren Depressionen kommen in der Regel antidepressive Medikamente, eine geeignete Psychotherapie oder eine sinnvolle Kombination aus beidem zum Einsatz – jedenfalls dann, wenn der Patient die Nebenwirkungen der Medikamente verträgt oder bereit ist, sie in Kauf zu nehmen. 

Die Wirkung von Antidepressiva setzt bereits nach ein bis zwei Wochen ein und erreicht nach rund vier bis sechs Wochen meist ihre volle Stärke. Kombinationstherapien aus Medikamenten und Psychotherapie sind besonders bei schweren und chronischen Depressionen angezeigt. Dabei achten wir stets auf eine möglichst nebenwirkungsarme Dosierung der eingesetzten Psychopharmaka.

 

Wichtig: Es gibt viele verschiedene erfolgreiche Psychotherapie-Ansätze. Als Oberberg-Patient können Sie mit Ihrem Therapeuten-Team immer ausführlich besprechen, welches individuelle evidenzbasierte Behandlungskonzept für Sie den größten Therapieerfolg verspricht. Allerdings sollten Sie auch immer damit rechnen, dass jede Psychotherapie ein gewisses Maß an Mitwirkung, Geduld und Durchhaltevermögen erfordert.

Wir stellen in unserer Klinik mit jedem Patienten ein für ihn maßgeschneidertes Angebot zur Behandlung zusammen. Als Orientierung dienen uns wissenschaftlich fundierte Leitlinien. Die Besonderheit unserer Therapieprogramme liegt in der individuellen Anwendung etablierter und innovativer Verfahren mit hoher Intensität auf höchstem Niveau.
PD Dr. Andreas Jähne
Ärztlicher Direktor Oberberg Fachklinik Rhein-Jura

Die Oberberg Kliniken für Depression Wir behandeln Patienten nicht nur, wir behandeln sie wie unsere Gäste

In den Oberberg Kliniken für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie unterstützen wir Menschen in schweren seelischen Krisensituationen mit effizienten Behandlungskonzepten. Dabei glauben wir fest an das Zusammenwirken von Menschlichkeit, Verbundenheit und Evidenz in einer erstklassigen Umgebung, die von einer herzlichen Atmosphäre aus Achtsamkeit, Zugewandtheit, Respekt und gegenseitigem Vertrauen geprägt ist. 

Ansprechpartner Sie können sich jederzeit an uns wenden – vertrauensvoll und diskret

Herzlichen Dank für Ihr Interesse an unseren Angeboten. Vielleicht haben Sie ja noch weitere Fragen – zum Beispiel zur Kostenübernahme, zur Ausstattung der Zimmer oder zur Umgebung Ihrer Oberberg Klinik. Deshalb würden wir uns sehr freuen, wenn Sie mit uns persönlichen Kontakt aufnehmen wollen. Wir werden uns dann umgehend bei Ihnen melden, um gemeinsam die notwendigen weiteren Schritte für eine stationäre oder teilstationäre Therapie zu besprechen.

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