Häufige Müdigkeit kann uns das Leben schwer machen: Sich zu konzentrieren, Aufgaben sorgfältig zu erledigen, freundlich mit Mitmenschen umzugehen, Freude an Dingen zu verspüren, Belastungen zu trotzen und ein erfülltes Leben zu führen ist unter Müdigkeit schwer möglich. Müdigkeit erfüllt eine Funktion des Körpers: Sie ist ein Signal dafür, dass dem Körper etwas fehlt. Darum ist es wichtig ausfindig zu machen, woher die wiederkehrende Müdigkeit kommt, um aktiv den Mangel beheben zu können und wieder voller Energie im Leben zu stehen.

Symptome Symptome von Müdigkeit

Müdigkeit ist keine Erkrankung, sondern ein Symptom vieler Erkrankungen.
Klassische Anzeichen von Müdigkeit sind häufiges Gähnen, erschöpft sein, immer wieder kurz einschlafen, Antriebslosigkeit, Unlust, verringerte körperliche Leistungsfähigkeit, geringere geistige Leistungsfähigkeit, verlangsamte Reaktionsvermögen und Heißhunger. Letztlich ist Müdigkeit ein subjektives Empfinden und hat verschieden starke Ausprägungsgrade.

Ursachen Ursachen von Müdigkeit

Es gibt zahlreiche körperliche und psychische Erkrankungen, die zur Symptomatik der Müdigkeit führen können. Um Müdigkeit erfolgreich behandeln zu können, ist es somit wichtig, im diagnostischen Prozess sowohl nach körperlichen als auch psychischen Ursachen zu suchen.

 

Körperliche Erkrankungen

  • Niedriger Blutdruck (Hypotonie)
  • Diabetes Mellitus
  • Herz-Rhythmus-Störungen
  • Herz-Insuffizienz
  • Migräne
  • Schilddrüsen-Unterfunktion (Hypothyreose)
  • Infektionen
  • Schlafapnoe
  • Narkolepsie
  • Hepatitis
  • Krebserkrankung

 

Psychische Erkrankungen

 

Mangelzustände

  • Flüssigkeit (Dehydration)
  • Vitamin-, Mineralstoff- oder Spurenelementmangel, z.B. Eisenmangel
  • Schlafmangel, v.a. Mangel an Tiefschlafphasen
  • Bewegungsmangel
  • Sauerstoffmangel
  • Langeweile (Boreout)
  • Keine Erholungsphasen (Überarbeitung)

 

Durch Einnahme von

  • Medikamenten, z.B. Antiallergika oder Chemotherapeutika
  • Fettem, kalorienreichem Essen
  • Alkohol
  • Tabak
  • Illegalen Drogen

 

Durch Umwelteinflüsse von

  • Amalgam
  • Kohlenmonoxid
  • Kohlenwasserstoffen

Prävalenz Häufigkeit von Müdigkeit

  • Die relative Häufigkeit von Müdigkeit beträgt in Befragungen von Personen ab 16 Jahren etwa 31%.
  • Frauen gaben häufiger als Männer an, manchmal oder häufig, unter Müdigkeitserscheinungen zu leiden.
  • Bei Älteren (über 70 Jahre) liegt die Prävalenz von Müdigkeit bei über 70%.

Diagnostik Diagnostik bei Müdigkeit

Wenn Sie die Ursachen Ihrer Müdigkeit abklären wollen, sollte zunächst eine ausgiebige Anamnese durchgeführt werden. Im Rahmen dieser können Ernährung, Bewegungsverhalten, Schlafgewohnheiten, Einnahme von Medikamenten und Substanzen, Vorerkrankungen, Lebensstil, familiärer Situation, berufliche Situation und vieles weitere durch den Diagnostiker erfragt werden. Dabei spielt auch das subjektive Erleben und die einhergehenden Beeinträchtigungen durch die Müdigkeit im Alltag eine wichtige Rolle.

 

Eine körperliche Untersuchung wird ebenfalls von aktuellen Leitlinien empfohlen. Diese beinhaltet auch eine Untersuchung des Blutbilds. Weitere Diagnostik wird bei auffälligen Befunden nach Bedarf eingeleitet.

Müdigkeit im Rahmen psychischer Erkrankungen

Anhaltende Müdigkeit ist ein Symptom vieler psychischer Erkrankungen wie Depressionen, Burnout-Syndrom, Chronischem Erschöpfungssyndrom, Angststörungen, Fatigue-Syndrom oder Somatoformen Störungen.

 

Im Rahmen einer klassischen Depression gehören ständige Müdigkeit und Antriebslosigkeit sowie Niedergeschlagenheit und mangelndes Interesse an Aktivitäten zu den Leitsymptomen. Zusätzlich bestehen weitere Begleitsymptome wie beispielsweise Schlafstörungen.

 

Bei einemBurnout-Syndrom ist eine starke seelische oder körperliche Erschöpfung über mindestens sechs Monate ein Leitsymptom, neben negativen Gefühlen gegenüber Kollegen oder Kunden und einer Ineffektivität im beruflichen Handeln.

 

Im Rahmen eines Chronischen Fatigue-Syndroms kommt es zu einer unverhältnismäßigen ausgeprägter Erschöpfung, die sich auch durch Ruhe nicht beheben lässt. Im Rahmen eines Chronischen Fatique Syndroms kommt es häufig auch zu Schlafstörungen.

 

Bei einer Chronischen Fatigue, welche komorbid zu beispielsweise Krebserkrankungen auftreten kann, kommt es nach Anstrengungen zu einer krankhaften Erschöpfung, die sich in körperlichen oder geistigen Symptomen zeigt.

 

Bei einer Migräne kommt es in den verschiedenen Phasen der Migräne, insbesondere in der Prodromal- und Rückbildungsphase, zu Schläfrigkeit und Müdigkeit.

Behandlung Behandlung von Müdigkeit

Da Müdigkeit keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom einer Erkrankung ist, gilt es die Grunderkrankung zu behandeln. Es gibt keine spezifische Medikation zur Therapie von Müdigkeit. Zur Behandlung werden die Leitlinien und evidenzbasierten Konzepte der Grunderkrankung empfohlen oder das Beheben des Mangelzustands.

Da chronische Müdigkeit zu körperlichen, seelischen und beruflichen Einschränkungen führen kann, empfiehlt sich bei Bestehenbleiben der Symptomatik die Vorstellung bei einem Mediziner oder Psychologen.

Therapie in den Oberberg Kliniken Therapie von Müdigkeit in den Oberberg Kliniken

In den Oberberg Fachkliniken, mit Standorten in ganz Deutschland, behandeln wir ein großes Spektrum an psychischen Krankheitsbildern und Symptomatiken wie beispielsweise ständiger Müdigkeit. Dabei ist eine Behandlung auf physischer und psychischer Ebene parallel möglich. Zur Verfügung stehen zahlreiche evaluierte Therapie- und Heilverfahren.

Wir berücksichtigen Ihre individuellen Bedürfnisse und bieten ein interdisziplinäres und hochqualifiziertes Behandlungsteam.

Selbsthilfe Tipps bei Müdigkeit

  • Gesunde, abwechslungs- und nährstoffreiche Ernährung
  • Gesundes Körpergewicht (anstatt Unter- oder Übergewicht)
  • Regelmäßige moderate sportliche Betätigung
  • Für gute Sauerstoffzufuhr sorgen, z.B. durch Spaziergänge und Lüften
  • Ausreichend Schlaf, ggf. Entwicklung von Schlafhygiene
  • Ruhe- und Erholungsphasen einbauen
  • Feste Arbeitszeiten, Überstunden vermeiden
  • Bei starker Müdigkeit am Tag können „Powernaps“ helfen
  • Ausreichend Flüssigkeit trinken in Form von Wasser oder ungesüßtem Tee
  • Meiden toxischer Substanzen wie Alkohol und Nikotin
  • Müden Kreislauf durch kalte Duschen anregen

Ansprechpartner Sie können sich jederzeit an uns wenden – vertrauensvoll und diskret

Sie möchten mehr Informationen zu unserem Behandlungsangebot, zur Ausstattung in den Kliniken oder zum Tagesablauf in einer unserer Kliniken? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie mit uns persönlichen Kontakt unter der Telefonnummer 0800 5577330 (gebührenfrei) aufnehmen. Außerhalb Deutschlands wählen Sie bitte +49 30 20867301-0. Wenn Sie einen Rückruf für ein persönliches Gespräch vereinbaren möchten, füllen Sie bitte das Kontaktformular aus. Wir werden uns dann schnellstmöglich bei Ihnen melden.

Häufige Fragen FAQ

Wenn Sie sich häufig müde fühlen, kann dies viele verschiedene Ursachen haben. In Betracht zu ziehen sind psychische Erkrankungen wie eine Depression, physische Erkrankungen wie eine Schilddrüsen-Unterfunktion, Mangelzustände wie zum Beispiel Eisenmangel, Nebenwirkungen eingenommener Medikamente oder eine ungünstige Umgebung. Um Ihre individuelle Ursache des Symptoms herauszufinden, empfiehlt sich eine ärztliche oder psychologische Diagnostik.

Tipps für einen erholsamen Schlaf sind abhängig von den Ursachen, die den Schlaf behindern wie beispielsweise Stress, Lärm, mangelhafte Schlafhygiene oder auch die Schlafdauer. Allgemein gilt das Meiden von ausgedehntem Tagschlaf, regelmäßige Aufsteh- und Zubettgehzeiten, geringer bis gar kein Konsum von Alkohol, Nikotin und Koffein vor dem Schlafengehen, geringer bis kein Aufenthalt im Bett außerhalb des Schlafs, eine angenehme Matratze und Meiden geistiger Aktivitäten vor dem zu Bett gehen als schlaffördernd und unterstützen darin, tagsüber frei von Müdigkeit sein.

Um ständige Müdigkeit langfristig zu bekämpfen, empfiehlt sich eine medizinische und psychologische Abklärung. Sollten Sie hin und wieder unter Müdigkeit leiden, so kann dies ganz normal sein, wenn Ihr Körper mitteilen möchte, dass er beispielsweise dehydriert ist oder Sie zu viel gearbeitet haben und eine Pause einlegen sollten.

Müdigkeit als Symptom muss kein Zeichen einer Erkrankung sein. An sich dient Müdigkeit als Warnsignal des Körpers, dass etwas fehlt. Dies kann auch einfach mehr Schlaf sein, einzelne Vitamine oder eine Entspannungsphase. Müdigkeit kann aber auch im Rahmen verschiedener Erkrankungen als Symptom auftreten – die zugrunde liegende Erkrankung kann mittels fachlicher Diagnostik festgestellt werden.

Im Rahmen des gewöhnlichen Verdauungsvorgangs ist das Empfinden von Müdigkeit nach der Nahrungsaufnahme etwas ganz Normales. Der Organismus benötigt zur Verdauung viel Energie, die er dann anderen Bereichen weniger zur Verfügung stellt. Infolgedessen kommt es zu einer geringeren Sauerstoffversorgung, die bei uns Müdigkeitserscheinungen hervorruft. Auch bei kohlenhydratreichem Essen kommt es zu einem kurzfristigen Anstieg des Blutzuckers auf den ein Abfall erfolgt, welcher ebenfalls Müdigkeit auslösen kann. Sollten Unverträglichkeiten oder Allergien von Nahrungsmitteln vorliegen, können bei Aufnahme entsprechender Nahrung ebenfalls Müdigkeitssymptome entstehen.

Durch die globale Pandemie kommt es bei zahlreichen Menschen zu psychosomatischen Symptomen wie Müdigkeit. Bei an Covid-19-Erkrankten treten nach einer akuten Phase häufig Symptome wie rasche Erschöpfbarkeit und Abgeschlagenheit auf. In beiden Fällen kann es außerdem zur Ausbildung von psychischen Erkrankungen kommen. Die Oberberg Fachkliniken haben ein Behandlungsprogramm zur Therapie des Post-SARS-CoV-2-Syndroms entwickelt, näheres erfahren Sie hier. Für Betroffene, die psychische Unterstützung in Anspruch nehmen möchten, sind wir gerade jetzt für Sie da – hier erfahren Sie mehr.

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