Psychodynamische und tiefenpsychologisch fundierte Therapien (TP) sind wissenschaftlich anerkannt und werden bei zahlreichen Störungsbildern angewandt; vor allem bei Angststörungen und Depressionen, sogenannten funktionell-psychosomatischen Beschwerden und dissoziativen Störungen.  

Psychodynamische und tiefenpsychologisch fundierte Therapien (TP) sind wissenschaftlich anerkannt und werden bei zahlreichen Störungsbildern angewandt; vor allem bei Angststörungen und Depressionen, sogenannten funktionell-psychosomatischen Beschwerden und dissoziativen Störungen.  

 

Die TP basiert auf „tiefenpsychologischen“ Grundannahmen, die sich in der Tradition der psychodynamischen Theorie und der Praxis der Psychoanalyse Sigmund Freuds sowohl auf die Bedeutung des Unbewussten („Tiefe“ des Bewusstseins) als auch der fortdauernden Einflüsse aus Kindheit und Jugend (zeitliche „Tiefe“) bezieht. Im Rahmen der TP geht man davon aus, dass unbewusste psychische Vorgänge eine Wirkung auf die psychische Gesundheit des Menschen haben. Unbewusste Konflikte oder verdrängte Erfahrungen sind unter dieser Annahme daher der sinnvollste Ansatzpunkt, um psychische Störungen zu behandeln. Im Unterschied zur Verhaltenstherapie liegt der Schwerpunkt eher auf einer Klärung der zugrundeliegenden Konflikte und setiherigen Lösungsversuche, wodurch indirekt in der Folge auch eine Verringerung der Beschwerden eintreten soll. 

 

Neben sogenannten „Fokaltherapien“ (fokussierende Kurzzeittherapien), die zur Behandlung aktueller Beschwerden und akuter Störungsbilder geeignet sind, ist die Domäne der psychodynamischen Psychotherapien (vor allem der klassischen Psychoanalyse) insbesondere die langfristige und nachhaltige Veränderung chronifizierter und „festgefahrener“ Muster und Zustände im Rahmen von Langzeittherapien (häufig > 1 Jahr). Die Therapieverfahren haben sich sowohl bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen als auch bei älteren Patienten („jenseits der Lebensmitte") bewährt. 

 

Eine wichtige Voraussetzung für psychoanalytische und tiefenpsychologisch fundierte Behandlungsverfahren ist die Bereitschaft und die Fähigkeit der Patientinnen und Patienten, über sich selbst reflektieren und sich auf diese Form der Therapie einlassen zu können.  

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie Was ist die TP und für wen ist dieses Behandlungskonzept geeignet?

Alle heutigen therapeutischen Verfahren der Tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie haben sich aus der psychoanalytischen Praxis entwickelt, die vom “Urvater der Psychoanalyse”, Sigmund Freud, um 1890 herum begründet wurde. Allerdings wurde die “Patientencouch” für die TP durch bequeme Stühle ersetzt, auf denen sich die Patientinnen und Patienten sowie ihre Therapeutinnen und Therapeuten gegenübersitzen; die liegende Position, wird nur noch bei der reinen Psychoanalyse bevorzugt.  

 

Die TP gehört zu den “psychodydnamischen Behandlungsverfahren” und ist ein “aufdeckendes” Therapiekonzept. Während bei verhaltensorientierten (“trainierenden”) und kognitiven Verfahren wie der Verhaltenstherapie neue Verhaltensmuster gelernt und geübt werden bzw. neue Denkmuster im Sinne einer Problemlösung erkannt und angewendet werden, soll die TP den Patientinnen und Patienten zunächst ein vertieftes Verständnis der psychodynamisch „ursächlichen“ Zusammenhänge ihrer Leiden vermitteln. Die TP geht dabei davon aus, dass eine psychische Erkrankung (oder Störung) „psychodynamisch“ durch unbewusste Konflikte in der Lebens- und Beziehungsgeschichte, vor allem während der Kindheit, ausgelöst wurde und sich dann (unbehandelt) weiterentwickeln konnte. 

Die vorhandenen „Symptome“ und „Störungen“ werden als vergebliche Verarbeitungs- und Lösungsversuche dieser unbewussten Konflikte angesehen. 

 

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapien sind wissenschaftlich anerkannt. Sie werden zur Behandlung zahlreicher Störungsbilder eingesetzt, insbesondere bei Angststörungen und Depressionen sowie bei psychosomatischen Beschwerden. 

 

Neben den sogenannten „Fokaltherapien“ (fokussierende Kurzzeittherapien), die sich zur Behandlung aktueller Beschwerden und akuter Störungsbilder eignen, sind psychodynamische Behandlungsverfahren eigentlich immer auf eine langfristige und nachhaltige Veränderung chronifizierter und „festgefahrener“ Muster und Zustände ausgerichtet, wodurch sich auch die lange Behandlungsdauer (im Durchschnitt mehr als 50 Therapiesitzungen) erklären lässt.  

Mit der TP lassen sich besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, aber auch bei älteren Patientinnen und Patienten “jenseits der Lebensmitte”, sehr gute Behandlungserfolge erzielen. 

 

Weitere Psychotherapieformen, die ihren Ursprung in der Psychoanalyse haben, werden erfolgreich, z.B. bei Patienten mit Persönlichkeitsstörungen, angewendet (s. auch dort): 

 

Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT)  

Wie bei allen Therapien, die ihre Wurzeln in der Psychoanalyse haben, steht auch bei der MBT die Einsicht in Zusammenhänge zwischen den biografischen Erfahrungen und aktuellen problematischen Beziehungen und Verhaltensweisen im Vordergrund. Sie sollen in eine seelische Aufarbeitung der traumatischen Erlebnisse münden. Im Rahmen der MBT werden gezielt  

  • Traumata bewältigt 
  • Das Selbstbild des Patienten gestärkt oder aufgebaut 
  • Die Beziehungsfähigkeit verbessert 
  • Das typische Schwarz-Weiß-Denken abgebaut 
  • Die Fähigkeit, Gefühle und Impulse zu kontrollieren, gestärkt (Affektregulation) 

 

Zentrale Aufgabe ist dabei die Verbesserung und Stabilisierung der „Mentalisierungsfähigkeit“ (Fähigkeit, eigenes Verhalten oder das Verhalten anderer Menschen zu „interpretieren" und dabei von Emotionen zu trennen) und nicht die Entwicklung von Einsicht. Der Fokus der Behandlung liegt im Hier und Jetzt, auch dahingehend, wie die Gegenwart von Erlebnissen der Vergangenheit beeinflusst wird. Durch die therapeutische Beziehung wird dem Patienten ein bedeutsames, sicheres und stabiles Beziehungsangebot gemacht. Dadurch wird sein Bindungssystem stark aktiviert. MBT wurde in einem teilstationären (Tagesklinik-)Setting entwickelt, wird mittlerweile aber sowohl in vollstationären als auch in ambulanten Therapiesettings angewendet. Wissenschaftliche Studien bestätigen die Wirksamkeit von MBT, zumindest für erwachsene Patienten mit Borderline Persönlichkeitsstörung. 

 

Übertragungs-fokussierte Psychotherapie (TFP) 

Bei der TFP werden alte Beziehungserfahrungen, zum Beispiel mit Eltern oder anderen früheren Bezugspersonen, vom Patienten unbewusst auf den Therapeuten „übertragen“ (z.B. im Sinne von „Vater“ oder „Mutter“). Die Übertragungs-fokussierte-Therapie (Transference-focussed therapy TFP) arbeitet mit dem Patienten daran, genau diese Übertragungen zu aktivieren, zu erkennen und zu verändern. Übertragung und Gegenübertragung (d.h. die kontrollierte und reflektierte „Erwiderung“ der Übertragung durch den Therapeuten) sind bewährte und etablierte Methoden der tiefenpsychologischen und psychodynamischen Therapien.  

Behandlungsziele Zurück zur inneren Freiheit

Die Patientinnen und Patienten sollen ihre verborgenen (unbewussten) Konflikte (Gefühle, Erinnerungen, aber auch Beziehungsmuster) erkennen und sich im nächsten Schritt darüber bewusst werden, wodurch ihre Krankheitssymptome verursacht werden. So können sie ihr – das in der Gegenwart unverständlich scheinende Denken, Fühlen und Handeln – begreifen, verarbeiten und verändern. Das Ziel liegt im Erkennen von konstruktiven, sinnvollen Lebens-Alternativen ohne die belastenden Krankheitssymptome und stattdessen das Empfinden von Lebensfreude und innerer Freiheit. 

 

Um diese Umstrukturierungen der Persönlichkeit und des Gefühlslebens nachhaltig zu festigen, arbeiten die Patientinnen und Patienten mit ihren Therapeutinnen und Therapeuten zielorientiert zusammen. In der Praxis werden die Ziele und Schwerpunkte der Therapie vor und auch während der Behandlung miteinander besprochen. Die Therapeutinnen und Therapeuten werden dabei versuchen, die Probleme oder Störungen, die ihre Patientinnen und Patienten äußern, immer wieder als Ausdruck eines länger bestehenden inneren Konflikts zu interpretieren. 

Unser Therapieangebot Die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie in der Oberberg Gruppe

Innerhalb der Oberberg Gruppe bieten wir die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (Fokaltherapien) in den Fachkliniken für Kinder und Jugendliche an: Oberberg Fachklinik Konraderhof und Oberberg Fachklinik Wasserschlösschen. Für erwachsene Patientinnen und Patienten sind mit Ausnahme der Oberberg Fachklinik Rhein-Jura und der Oberberg Parkklinik Wiesbaden Schlangenbad alle Oberberg Fachkliniken auf Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie spezialisiert. 

Kontakt Gerne beantworten wir Ihnen all ihre Fragen. Vertrauensvoll und diskret.

Bitte setzen Sie sich dazu mit unseren Therapeuten-Teams in einer der Oberberg Fachkliniken in Verbindung. Wir werden uns dann umgehend bei Ihnen melden, um alle Fragen rund um einen stationären Aufenthalt zu besprechen. Informieren Sie bitte auch Ihren behandelnden Arzt oder Therapeuten über die Behandlungsmöglichkeiten mit der Tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie.       

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