In den Oberberg Fachkliniken für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie werden unterschiedliche evidenzbasierte Therapieverfahren angewendet, wobei gleichermaßen klassische Behandlungsmethoden und neue, moderne wissenschaftliche Therapieansätze angeboten werden. Zu den jüngeren und zukunftsweisenden Behandlungsmethoden gehört die sogenannte  Virtuelle-Realität-(VR)-Therapie. Bei dieser können therapeutische Übungen in digitalen Welten realitätsnah durchgeführt werden. Diese besitzen den Vorteil, dass die Übungsszenarien noch individueller an die Anforderungen der Behandlung angepasst und ebenso beliebig oft wiederholt werden können.

 

Als Teil des Projekts „NEOMENTO“ bietet Oberberg für Kinder- und Jugendliche, an den Standorten Wasserschlösschen in Mönchengladbach, Konraderhof in Köln Hürth, Marzipanfabrik in Hamburg und zukünftig an voraussichtlichen weiteren, den von ausgewiesenen ExpertInnen neu entwickelten Therapieansatz der innovative Virtuelle Realiäts-Therapie an. Darüber hinaus sind GesundheitsexpertInnen unserer Kliniken aktiv an der Weiterentwicklung eines zusätzlichen Therapiemoduls zur Schulangst beteiligt.

 

Konzipiert ist die Virtuelle-Realitäts-Therapie bereits für unterschiedliche psychische Krankheiten, insbesondere für jene aus dem Spektrum der Angsterkrankungen. Die Virtual Reality-Therapie findet eingebettet in die reguläre Psychotherapie statt. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass digitale Therapieprogramm die höchste Effektivität aufweisen, wenn erfahrene TherapeutInnen die PatientInnen dabei begleiten.

Threrapie Therapie in der virtuellen Realität

In der Virtual Reality-Therapie finden Übungen, Trainings und vor allem auch die Auseinandersetzung mit angstauslösenden Reizen in der virtuellen Realität statt, in welche die PatientInnen durch ein Aufsetzen einer speziellen VR-Brille eintauchen, während sie gemeinsam mit dem/der PsychotherapeutIn im Behandlungszimmer sitzen.  In der virtuellen Realität finden sie extra für sie geschaffene und auf die Behandlung abgestimmte Übungssituationen vor.

 

Die Technologie ermöglicht dabei exakt die Situationen und Szenen auszuwählen, für welche die PatientInnen einen anderen Umgang entwickeln lernen möchten: So können Orte, wie eine U-Bahn, ein großer öffentlicher Platz, Seminarräume und viele weitere Szenerien detailgetreu abgebildet werden. Veränderungen, wie eine langsame Steigerung des Herausforderungsgrads, beispielsweise durch  ein zunehmend kritisches Publikum in einer Vortragssituation oder das Hinzufügen von stressfördernden Umgebungsgeräusche kann Schritt für Schritt erfolgen und so die PatientInnen für vergleichbare Situationen im realen Leben optimal vorbereiten. Die auf den/die PatientIn persönlich zugeschnittene Behandlung in der virtuellen Realität schafft so Bedingungen für einen bestmöglichen Heilungserfolg.

Virtual Reality im Behandlungszimmer

Die Virtual Reality Therapie findet im Rahmen der regulären Behandlungssitzungen einer Psychotherapie statt: Dabei wird im Behandlungszimmer selbst in die virtuelle Therapieumgebung gewechselt wird, indem der/die PatientIn eine spezielle VR-Brille aufsetzt. Die VR-Brille beinhaltet zwei kleine Bildschirme, mit deren Hilfe für jedes Auge ein eigenes Bild erzeugt werden kann, so dass räumliches Sehen möglich wird. Diese ist dadurch etwas größer und schwerer als eine als Sehhilfe dienende Brille, jedoch aufgrund eines gepolsterten Tragegestells genauso komfortabel und leicht zu tragen, wie ein Fahrradhelm. Die Kommunikation zu der/dem BehandlerIn kann parallel weiter stattfinden. Er/sie bleibt während der/die PatientIn in die virtuelle Realität eintaucht anwesend und verfolgt das Therapiegeschehen aktiv. Dabei kann der/die TherapeutIn anhand eines Computers verschiedene Anpassungen der Inhalte vornehmen.

 

Wie lange die Therapieeinheit in der virtuellen Realität in der Sitzung stattfindet, ist von Faktoren wie dem Krankheitsbild, dem Therapiefortschritt und den Bedürfnissen der PatientInnen abhängig. Als ungefährer Zeitraum kann etwa eine Dauer von zwanzig Minuten für die Therapiezeit in der virtuellen Realität genannt werden.

Indikation Indikationen für eine Virtual Reality-Therapie

 

Eine Therapie in virtueller Realität kann bei unterschiedlichen psychischen Erkrankungen durchgeführt werden. Sie kann beispielsweise bei Schulangst im Jugendalter angewandt werden oder bei einer sozialen Phobie. Folgende seelischen Erkrankungen sind Indikationen für eine Virtual Reality-Therapie:

  • Panikstörungen
  • (spezifische) Phobien
  • verhaltensbezogene Störungen
  • Indikationen für eine Expositionstherapie
  • Bedarf an Training sozialer Kompetenzen
  • Bedarf an Training des Selbstvertrauens
  • Bedarf an Training von Alltagskonfrontationen

Generell wird etwa ab einem Alter von 12 Jahren das Eintauchen in die virtuelle Realität als Bestandteil einer Therapie möglich. Ob eine Indikation und Empfehlung für eine Virtual Reality-Therapie vorliegen, sollte individuell abgeklärt werden und wird mit dem/der BehandlerIn vorbesprochen. Unsere geschulten und erfahrenen TherapeutInnen beraten Sie hier ausführlich und kompetent.

Evidenz und Anwendung der Virtual Reality-Therapie

Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlich Medizinischen Fachgesellschaften „AWMF“ empfiehlt, in den national verwendeten S3-Leitlinien, die Virtual Reality-Therapie explizit in der Behandlung von ausgewählten Angsterkrankungen. Studien zeigen, dass eine Exposition sehr gute therapeutische Effekte auf eine Angsterkrankung haben kann. Kombiniert mit einer kognitiven Verhaltenstherapie zeigt die Virtual Reality-Therapie in neuern Studies sogar langfristig wirksamere Effekte bei einer sozialen Phobie als bei einer Therapiekombination mit einer Exposition in der Realität.

Die Virtual Reality-Therapie kann somit ein wirkungsvoller Baustein in einer psychotherapeutischen Behandlung von seelischen Erkrankungen sein. Sie ermöglicht außerdem ein Aussetzen der PatientInnen der sie ängstigenden Reize, wenn dies in der Realität nicht oder nur schwer umsetzbar ist. Für die störungsspezifischen Behandlungseffekte der Virtual Reality-Therapie liegen bereits zuverlässige wissenschaftliche Untersuchungen vor und auch diagnoseunabhängige positive Effekte, wie eine Verbesserung der Selbstwirksamkeit der PatientInnen konnten bereits belegt werden. Aufgrund der Neuheit dieses Therapieansatz wird weiter aktiv geforscht.

 

Die Virtual Reality- Therapie birgt keine direkten Risiken und das von Oberberg angewandte System von NEOMENTO ist ein als Klasse 1 zertifiziertes Medizinprodukt, das in der Anwendung als unbedenklich für PatientInnen gilt. Wie bei jeder Behandlungsmethode kann es zu Nebenwirkungen kommen. Diese treten bei der Virtual Reality-Therapie in äußerst seltenen Fällen auf (zum Beispiel Schwindel oder Kopfschmerzen). Kontraindikationen, die eine Virtual Reality Therapie ausschließen, gibt es wenige (beispielsweise Epilepsie). Selbstverständlich wird beim Einsatz von VR-Angeboten auf die Einhaltung strengster Hygieneregeln geachtet, so dass alle PatientInnen die VR-Brille ohne Risiken nutzen können.

Hohe Datensicherheit der Virtual Reality-Therapie 

Bei Oberberg hat die Sicherheit ihrer persönlichen Daten einen hohen Stellenwert. Die Virtual Reality-Therapie kann unseren hohen Ansprüchen standhalten und ist durch unsere Datenschutzbeauftragen und IT-ExpertInnen umfassend geprüft. Das Therapiemodul weist eine hohe Datensicherheit auf, wahrt die Privatsphäre und erfordert in der Anwendung keine Internetverbindung. Stark verschlüsselt werden die Behandlungsfortschritte und Einstellungen ausschließlich auf dem lokalen Computer in der Praxis/Klinik gespeichert.

Behandlungskonzept der Oberberg Kliniken

 

Das Behandlungskonzept der Oberberg Fachkliniken für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie basiert auf einem ganzheitlichen Menschenbild. Wir betrachten neben körperlichen und seelischen Symptomen auch Ihre einzigartige Biografie und Persönlichkeit und messen Ihrem sozialen Umfeld Bedeutung bei. Durch die Kombination von moderner Wissenschaft, höchsten Qualitätsansprüchen und einer warmen zwischenmenschlichen Atmosphäre bieten wir die Möglichkeit bestmögliche Therapieergebnisse zu erreichen.

Kontaktaufnahme Sie können sich jederzeit an uns wenden – vertrauensvoll und diskret

Sie möchten mehr Informationen zu unserem Behandlungsangebot, zur Ausstattung in den Kliniken oder zum Tagesablauf in einer unserer Kliniken? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie mit uns persönlichen Kontakt unter der Telefonnummer 0800 5577330 (gebührenfrei) aufnehmen. Außerhalb Deutschlands wählen Sie bitte +49 30 20867301-0. Wenn Sie einen Rückruf für ein persönliches Gespräch vereinbaren möchten, füllen Sie bitte das Kontaktformular aus. Wir werden uns dann schnellstmöglich bei Ihnen melden.

www.neomento.de

Bouchard, S., Dumoulin, S., Robillard, G., Guitard, T., Klinger, E., Forget, H., Loranger, C. & Roucaut, X. F. (2017). Virtual reality compared with in vivo exposure in the treatment of social anxiety disorder: a three-arm randomised controlled trial. The British Journal of psychiatry: the journal of mental science, 210 (4), 276-283.