Unter dem Überbegriff „Psychose“ versteht man heutzutage verschiedene psychische Erkrankungen, bei denen Halluzinationen, Wahnvorstellungen und Denkstörungen zu den auffälligsten Symptomen gehören. Je früher Psychosen erkannt und behandelt werden, desto höher sind die Chancen für die Betroffenen, wieder ein weitgehend normales Leben zu führen.

Symptome und Beschwerden Woran Sie eine Psychose erkennen

Psychotischen Symptomen können zahlreiche unterschiedliche Krankheitsbilder zugrunde liegen. Grundsätzlich wird zwischen primären und sekundären Psychosen unterschieden. Als primäre Psychosen werden Krankheitsformen bezeichnet, deren Ursache in einer komplexen Störung des Zusammenspiels verschiedener Botenstoffe im Gehirn (die sogenannten Neuromediatoren) liegt. Man geht davon aus, dass sowohl strukturelle als auch funktionelle Veränderungen des Gehirns, die bereits sehr früh in der Entwicklung beginnen und auf der Grundlage genetischer Dispositionen entstehen, beteiligt sind. 

 

Unter den primären Psychosen werden unter anderem folgende Störungen zusammengefasst (nach ICD-10):

  • Schizophrenien (F20)
  • Schizoaffektive Störungen (F25)
  • Anhaltende wahnhafte Störungen (F22) und induzierte wahnhafte Störungen (F24)
  • Akute vorübergehende psychotische Störungen (F23)
  • Schizotype Störungen (F21)

Früher wurden die primären Psychosen als „endogen“ bezeichnet. Auch bei affektiven Störungen (Depressionen, bipolare Störungen) und Demenzerkrankungen können Symptome einer Psychose auftreten – vor allem Wahngedanken und Halluzinationen. 

 

Im Gegensatz zu den primären Psychosen besitzen sekundäre Psychosen stets eine Ursache, die das Gehirn des Patienten unmittelbar, aber auch indirekt beeinträchtigt.

Sekundäre Psychosen werden typischerweise ausgelöst durch:

  • Organische Erkrankungen (wie etwa Epilepsie, Hirntumore, Infektionen, Verletzungen, schwerwiegende Stoffwechselstörungen)
  • Nebenwirkungen von Medikamenten (zum Beispiel Kortikosteroide bei Asthma, COPD oder Krupphusten) 
  • Den Konsum von Psychostimulanzien (Alkohol, vor allem aber Drogen wie Kokain, Cannabis und LSD)
Nachdem ich meine Freundin kennengelernt hatte, ließ ich meine Medikamente weg. Doch als die Stimmen wiederkamen, hatte ich selbst am Kuscheln mit ihr kaum noch Spaß. Deshalb habe ich wieder Risperidon und Sulpirid genommen – und nach wenigen Tagen war ich wieder ich selbst.
Daniela K.
28 Jahre, Patientin in der Oberberg Somnia Fachklinik Köln Hürth

Die „eine Psychose“ gibt es nicht

Jede psychotische Störung besitzt einen individuellen Auslöser, und auch ihr jeweiliger Verlauf gestaltet sich unterschiedlich. Allerdings gibt es einige typische Anzeichen (oder Symptome), die bei erkrankten Menschen besonders häufig beobachtet werden: 
 

  1. Wahnvorstellungen und Ich-Störungen: Die Betroffenen fühlen sich verfolgt, beobachtet und im übertriebenen Maße benachteiligt. Sie nehmen ihre Umwelt nicht mehr als real wahr oder entfremden sich von sich selbst, sodass sie nicht mehr die Person zu sein scheinen, die sie eigentlich sind. Manifestiert sich bei ihnen das Gefühl, dass selbst ihre eigenen Gedanken von anderen Menschen wahrgenommen oder beeinflusst werden können, spricht man von einer „Ich-Störung“. 

  2. Halluzinationen und andere Wahrnehmungsstörungen: Die Betroffenen hören häufig Stimmen oder seltsame Geräusche, ohne dass es dafür eine äußere Quelle gibt, und sehen z. B. Gesichter anderer Menschen verzerrt. Als Halluzination (lat. alucinatio „Träumerei“) werden „wirkliche“ Wahrnehmungen bezeichnet, ohne dass eine nachweisbare externe Reizgrundlage vorliegt. Solche Wahrnehmungen können in jedem Sinnesgebiet auftreten. 

  3. Denkstörungen: Dabei handelt es sich um zahlreiche unterschiedliche Auffälligkeiten bei formalen und inhaltlichen Denkabläufen. Formale Denkstörungen äußern sich zum Beispiel in einer veränderten Geschwindigkeit des Denkens, durch Gedankenarmut oder „nicht zu Ende gedachte Gedanken“ (Gedankenabbrüche), aber auch durch beschleunigtes Denken. Auf Außenstehende wirkt das zumeist wie Unkonzentriertheit oder Verwirrtheit. Inhaltliche Denkstörungen zeichnen sich durch Wahnvorstellungen und Wahnwahrnehmung aus.

Dimensionen der Symptome psychotischer Störungen

Wesentlich – und bei Schizophrenien besonders prägnant – sind einerseits die beiden Symptomdimensionen „Positiv- oder Plussymptome“ wie Wahn, Halluzinationen und andere Wahrnehmungsstörungen; Symptome also, die über das übliche Denken und Wahrnehmen hinausgehen.

 

Als „Negativ- oder Minussymptome“ werden Symptome mit einer Reduktion (oder einem Defizit) gegenüber normalpsychologischen Abläufen bezeichnet: Dazu gehören Rückzugsverhalten, soziale Unsicherheit, emotionale Abflachung, Motivationsverlust, kognitive Einschränkungen, Adynamie (Kraftlosigkeit, grundlegende Erschöpfung), Anhedonie (Unfähigkeit, Freude und Lust zu empfinden) und weitere Symptome.

 

Positiv- und Negativsymptome treten in aller Regel nebeneinander und miteinander auf – in den verschiedenen Verlaufsphasen psychotischer Erkrankungen mit unterschiedlicher Prägnanz. Während zu Beginn, das heißt bei der Erstmanifestation einer schizophrenen Psychose, die Positivsymptome häufig besonders ausgeprägt sind und das Krankheitsbild dominieren können, treten Negativsymptome insbesondere bei chronischen Verläufen häufig in den Vordergrund. 

 

Während eine medikamentöse Behandlung in allen Verlaufsstadien einer Psychose – insbesondere in der Akut- und Postakutphase – einen festen Stellenwert besitzt, sind Kombinationen mit Psychotherapien und weiteren therapeutischen Maßnahmen (Sport- und Bewegungstherapie, Kreativtherapien, Soziotherapie) vor allem in der Postakutphase und zur Rückfallprävention wichtig und werden von uns entsprechend den wissenschaftlichen Leitlinien empfohlen. 

Typische Begleitsymptome und Folgen von Psychosen

Häufig werden die psychotischen Symptome von starken Stimmungsschwankungen begleitet. Im Allgemeinen treten außerdem eine zum Teil stark   eingeschränkte Leistungsfähigkeit sowie affektive Störungen wie Depressionen und Ängste auf. Die verminderte Leistungsfähigkeit kann jedoch auch durch Störungen des Antriebs sowie durch sogenannte kognitive Störungen (verminderte Aufmerksamkeit, nachlassendes Gedächtnis- und Erinnerungsvermögen) bedingt sein.

 

Während bei einer primären Psychose Symptome wie Wahnvorstellungen oder Halluzinationen im Vordergrund stehen, kann es bei sekundären Psychosen zusätzlich zu Verwirrtheitszuständen wie Desorientierung, Bewusstseinsstörungen und massiven Gedächtnisstörungen kommen.

 

Da das Verhalten der Erkrankten sich für ihre Umwelt häufig als rätselhaft, bizarr oder vollkommen unverständlich darstellt, führen psychotische Störungen über kurz oder lang in eine soziale Isolation, die in der Regel von familiären Spannungen und Konflikten am Arbeitsplatz begleitet wird.

Primäre und sekundäre Psychosen Wenn der Alltag zur Bedrohung wird

Bei primären Psychosen kündigen sich bereits Monate oder auch Jahre vor einer akuten Episode erste klinische Symptome (Prodromalsymptome) an. Da diese Anzeichen jedoch sehr unspezifisch sind, werden sie von den Betroffenen, Angehörigen und sogar Hausärzten zumeist nicht mit einer Psychose in Verbindung gebracht.

Typische Frühwarnsignale einer psychotischen Störung sind:

  • mangelnder Antrieb
  • Schlaf- und Konzentrationsstörungen
  • gedrückte Stimmung
  • innere Anspannung und Nervosität

Häufig ziehen die Betroffenen sich sukzessive aus ihrem sozialen Umfeld zurück, was zunächst zu Problemen in der Ausbildung oder am Arbeitsplatz führen kann, später dann auch im engeren sozialen Umfeld. 

Sekundäre (oder organische, symptomatische) Psychosen

Bei einer sekundären Psychose liegt eine körperlich begründbare, symptomatische Psychose oder eine organische Psychose vor. Sekundäre Psychosen können akut oder chronisch fortschreitend verlaufen, wobei ein akutes Auftreten der Symptomatik sehr häufig ist. Werden die zugrunde liegenden Ursachen einer akuten sekundären Psychose rechtzeitig erkannt und behandelt, sind diese in der Regel reversibel und können sich schnell bessern. Mit einer individuell auf das Krankheitsbild abgestimmten Behandlung ist auch bei chronischen Psychosen eine Besserung möglich.

Man unterteilt schizophrene Psychosen je nach Symptomausprägung in unterschiedliche Untergruppen. Bei den schizophrenen Psychosen stehen formale und inhaltliche Denkstörungen, Realitätsverlust sowie Wahrnehmungsstörungen im Vordergrund. 

Bei dieser psychotischen Erkrankung mischen sich Symptome der Schizophrenie (vor allem Wahn und Halluzinationen) und der affektiven Störungen (depressive oder auch manische Zustände); sie treten dann nahezu gleichzeitig auf.

Für diese Störung lässt sich kein klarer Beginn feststellen. Es finden sich Übergänge zu Persönlichkeitsstörungen (in der amerikanischen DSM 5 wird die schizotype Störung den Persönlichkeitsstörungen zugerechnet). Sie ist geprägt durch ungewöhnliche Wahrnehmungserlebnisse sowie Denkstörungen, die allerdings nicht den Schwere- und Ausprägungsgrad einer Schizophrenie erreichen. Kennzeichnend für diese Störung sind außerdem die Anomalie des Denkens und der Stimmung. Die Stimmung wirkt verändert, obwohl ebenfalls keine eindeutigen schizophrenen Symptome auftreten.

Die typischen Symptome sind: 

  • kalte und teils inadäquate Stimmung
  • seltsame, metaphorische, gekünstelte Sprache
  • seltsames und exzentrisches Verhalten
  • Tendenz zu sozialem Rückzug
  • Misstrauen und paranoide Ideen 
  • zwanghaftes Grübeln
  • ungewöhnliche Wahrnehmungserlebnisse
  • gelegentlich Illusionen, akustische oder andere Halluzinationen

Das entscheidende klinische Merkmal ist ein lang andauernder Wahn. Die Betroffenen entwickeln eine einzelne Wahnidee oder mehrere aufeinander bezogene Wahninhalte, die im Allgemeinen lange andauern können und manchmal lebenslang bestehen.

Charakteristisch für vorübergehende psychotische Störungen ist ein akuter Beginn innerhalb von zwei Wochen mit einer rasch wechselnden Symptomatik. Neben den typischen schizophrenen Symptomen (Wahnvorstellungen, Halluzinationen und anderen Wahrnehmungsstörungen) treten schwere Störungen des normalen Verhaltens auf. Eine vollständige Besserung erfolgt in der Regel nach zwei oder drei Monaten.

Hierbei handelt es sich um eine seltene wahnhafte Störung, die von zwei oder auch mehr Personen mit engen emotionalen Bindungen geteilt wird. Dabei werden Wahnvorstellungen einer Person auf eine nahestehende, ansonsten gesunde Person übertragen.

Die akute organische Psychose kann plötzlich auftreten. Sie geht meist mit wechselnden Störungen von Kognition, Psychomotorik, der Orientierung und schweren Bewusstseinsveränderungen (zum Beispiel Delir oder Dämmerzustand) einher. Bei einer entsprechenden Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung können sich die vielfältigen Krankheitsanzeichen in der Regel jedoch schnell zurückbilden.

 

Eine weitere Form der akuten organischen Psychose ist das Delir. Dabei handelt es sich um den Zustand einer sich verändernden Bewusstseinstrübung, der manchmal mit einem Krampfanfall einsetzen kann und von Desorientierung, Gedächtnisstörungen, Halluzinationen, ängstlicher Unruhe und ausgeprägtem Zittern (Tremor) begleitet wird. Bei einer Alkoholabhängigkeit spricht man auch im Rahmen des Entzugs oder auch während einer Episode sehr schweren Alkoholmissbrauchs von einem Alkoholdelir. Dieses Krankheitsbild erfordert immer eine intensivmedizinische Notfallversorgung. 

Als Folge einer Gehirnerkrankung wie eines Gehirntumors oder einer chronischen entzündlichen Erkrankung des Gehirns können anhaltende psychotische Störungen auftreten. Dabei lassen zumeist das Gedächtnis und die kognitiven Fähigkeiten nach; vor allem werden das abstrakte Denken, die Konzentrationsfähigkeit und das Urteilsvermögen beeinträchtigt. Auch die Psychomotorik, der Antrieb, Affekte und die soziale Beziehungsgestaltung können sich verändern.

Ursachen Wodurch eine schizophrene Psychose ausgelöst wird

Es kann heute davon ausgegangen werden, dass die Entstehung einer schizophrenen Psychose eine multifaktorielle Grundlage hat, wobei eine genetisch bedingte Vulnerabilität (Verletzbarkeit) im Zentrum steht. Die genetische Disposition wird als eine polygene Erbanlage interpretiert, bei der mehrere Gene eine Rolle spielen können.

Einige Symptome – insbesondere die Denkstörungen und kognitiven Störungen – lassen sich psychologisch mit Störungen der Informationsverarbeitung (kognitiven Basisstörungen) erklären. Aus biochemischer Sicht verursachen ein Ungleichgewicht der Botenstoffe (u. a. Dopamin und Glutamat) im Gehirn und damit verbundene Störungen in der Informationsverarbeitung – vermutlich zusammen mit anderen Faktoren – die Symptome der Schizophrenie. Dieser aus dem Gleichgewicht geratene Stoffwechselvorgang im Gehirn ist auch der Ansatzpunkt für die medikamentöse Behandlung.

Ursachen für eine sekundäre Psychose

Bei einer somatischen Psychose ist – im Unterschied zu einer primären Psychose – stets eine äußere Ursache feststellbar. Diese Psychosen lassen sich beispielsweise auf eine Hirnschädigung durch ein Schädel-Hirn-Trauma, auf neurologische Erkrankungen (Epilepsie, Multiple Sklerose oder Morbus Parkinson), auf einen Hirntumor, auf verschiedene Infektionen sowie auf Stoffwechselentgleisungen (Intoxikationen durch organische Schäden an Leber oder Nieren) oder Vergiftungen zurückführen. Als weitere Auslöser sind Medikamente wie zum Beispiel einige Antibiotika, Kortikosteroide und Psychostimulanzien wie LSD und Cannabis bekannt. Weitere Ursachen für eine sekundäre Psychose können auch Flüssigkeitsmangel (Dehydrierung), hohes Fieber oder die (seltene) Nebenwirkung von Narkosen sein.

Ursachen für organische Psychosen

Die verschiedenen Ausprägungen und Ausgestaltungen akut auftretender organischer Psychosen werden heute unter der Kategorie „Delir“ zusammengefasst. Vor allem historisch bedingt werden jedoch weiterhin einige Begriffe verwendet, die besondere Formen organisch psychischer Störungen beschreiben:

 

Eine  häufige Form der akuten organischen Psychose (Delir) ist das sogenannte hirnorganische Psychosyndrom, das mit Bewusstseinsstörungen, Gedächtnisstörungen, Orientierungsstörungen, Ich-Erlebensstörungen, Wahn und Halluzinationen einhergeht. Als Ursachen hierfür wurden vielfältige Veränderungen im zentralen Nervensystem ausgemacht, die auf Hirntumore, Schädel-Hirn-Traumata, frühkindliche Hirnschädigungen, Vergiftungen, Infektionen (z. B. Gehirn-/ Hirnhautentzündung), Epilepsie oder Durchblutungsstörungen des Gehirns zurückzuführen sind.

 

Eine ähnliche Form der organischen Psychose kann im Rahmen von hohem Fieber, bei Vergiftungen, Infektionen oder Flüssigkeitsmangel (Dehydrierung) auftreten.

 

Als „Durchgangssyndrom“ bezeichnet man den Sonderfall der akuten organischen Psychose, die zeitlich begrenzt nach operativen Eingriffen auftreten kann. Typische Symptome sind Vergesslichkeit, eine verlangsamte Reaktionsfähigkeit oder Schwindel. Symptome wie Bewusstseinstrübungen, Halluzinationen und Wahn sind hingegen nur schwach ausgeprägt oder fehlen ganz.

 

Der Dämmerzustand – die Form einer akuten organischen Psychose – kann im Rahmen von Schädel-Hirn-Traumata, Vergiftungen oder Epilepsie auftreten. 

 

Ferner können chronische organische Psychosen auch infolge von Substanzgebrauch  (etwa bei einer Alkoholabhängigkeit) auftreten. 

51 Mio.
Schizophrenie-Kranke weltweit
< 1 %
der Bevölkerung erkranken an einer Psychose
3 X
höheres Psychose-Risiko durch Cannabis
Quellen: Robert Koch-Institut, Bundesgesundheitsministerium

Behandlungen und Therapien Die Oberberg Therapien bei psychotischen Erkrankungen

Zur sorgfältigen Diagnose einer Psychose gehört für uns die Aufklärung der Patientinnen und Patienten über ihr individuelles Krankheitsbild immer dazu.

 

Zusätzlich bemühen wir uns darum, nach Absprache mit den Betroffenen auch deren Angehörige über alle Eckpunkte des Behandlungskonzepts zu informieren. Denn gerade ein möglichst umfassendes Wissen vom individuellen Krankheitsbild ist für die Bewältigung dieser psychischen Erkrankung sehr hilfreich. Aus diesem Grund empfehlen wir unseren Patientinnen und Patienten nach ihrer erfolgreichen Therapie auch die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe. 

Nicht nur die Medikamente, sondern auch die vielen Gespräche mit vertrauten Personen während und nach meiner Therapie haben mir dabei geholfen, mich wieder in die Realität zurückzubringen. Ich hoffe, dass mein Zustand jetzt stabil bleibt und ich keine Rückfälle mehr befürchten muss.
Jan W.
34 Jahre, ehemaliger Patient der Oberberg Fachklinik Schwarzwald

In den Oberberg Kliniken wenden wir zahlreiche evidenzbasierte störungsspezifische Behandlungskonzepte für psychotische Erkrankungen an. Neben antipsychotischen Medikamenten haben sich auch psychotherapeutische Verfahren bewährt. Als Oberberg-Patient können Sie mit Ihrem Therapeuten-Team immer ausführlich besprechen, welcher individuelle Behandlungsansatz für Sie den größten Therapieerfolg verspricht. Sie sollten aber auch immer damit rechnen, dass jede Therapie ein gewisses Maß an Geduld und Durchhaltevermögen erfordert.

Unsere Therapieempfehlungen für Psychosen

Die Therapie von Psychosen kann ambulant oder teilstationär, in einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Praxis oder Tagesklinik und in bestimmten Fällen stationär erfolgen. 

 

Bei akuten Psychosezuständen, die nicht selten mit Eigen- und Fremdgefährdung sowie einem Verlust der Krankheits- und Behandlungseinsicht einhergehen, ist eine stationäre Behandlung häufig unumgänglich. Diese Akutbehandlung in Notfall- und Gefährdungssituationen, insbesondere wenn sie in geschütztem Rahmen (geschlossene Station) erfolgen muss, kann in der Regel jedoch nicht in einer Oberberg Fachklinik durchgeführt werden. 

 

Die Behandlung richtet sich allgemein nach der Symptomausprägung und der möglichen Entstehungsursache der Psychose. Generell sollte jede Therapie so schnell wie möglich begonnen werden. Das gilt bei der ersten Psychose wie auch bei einer erneuten psychotischen Episode, also einem Rückfall. Wichtig ist es, die vorhandenen Behandlungsmöglichkeiten von Psychosen konsequent auszuschöpfen und die Patientinnen und Patienten darauf hinzuweisen, dass sich ihre Symptome und Beschwerden im Laufe ihrer Therapie rasch bessern können. 

Bei der Therapie von sekundären Psychosen wird vor allem die Grunderkrankung behandelt, soweit dies möglich ist. Sollten Medikamente, Alkoholmissbrauch oder Drogen den psychotischen Zustand ausgelöst haben, muss die Patientin oder der Patient unter ärztlicher Kontrolle zunächst eine Entgiftungsbehandlung durchführen. Grundsätzlich stehen zur Therapie von Psychosen zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Entscheidend ist jedoch, dass sie jeweils auf die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmt werden und ihr engeres soziales Umfeld in die Behandlungsprozesse einbezogen wird.

Für die medikamentöse Behandlung stehen vor allem unterschiedliche Antipsychotika (früher: „Neuroleptika“, wegen ihrer Nebenwirkungen ) zur Verfügung. Sie wirken gegen die Hauptsymptome der Erkrankung (insbesondere gegen sogenannte Positivsymptome, siehe oben) und können rasch zu einer allgemeinen Besserung der Beschwerden führen. 

 

Dabei unterscheidet man zwischen zwei Arten von Antipsychotika: den sogenannten typischen bzw. konventionellen Antipsychotika der 1. Generation (wie „Haloperidol“) und den atypischen Antipsychotika der 2. Generation (wie „Clozapin“, „Risperidon“ oder „Quetiapin“, aber auch „Cariprazin“ und „Brexpiprazol“). Die Wahl des entsprechenden Medikaments sollte im Einzelfall immer durch den Arzt und den Patienten nach einer gemeinsamen sorgfältigen Abwägung von Nutzen, Nebenwirkungen und Risiken getroffen werden. Übrigens führt keine dieser Substanzen in eine Medikamentenabhängigkeit.

Einen weiteren wichtigen Beitrag zur Krankheitsbewältigung liefern Psychotherapieverfahren, wobei die kognitive Verhaltenstherapie einen besonders wichtigen Platz einnimmt. Die richtige Psychotherapie kann sich bereits während der akuten Krankheitsphase günstig auf den Verlauf der Erkrankung auswirken, indem sie die Reizüberflutung eindämmt sowie der Verunsicherung und den Ängsten des Patienten entgegenwirkt. Zusätzlich kann sie dem Patienten zur Einsicht verhelfen, dass es sich bei seiner psychotischen Störung um eine behandelbare Erkrankung handelt. 

 

Die neueren psychotherapeutischen Verfahren eignen sich sowohl für die Behandlung von Wahn und Halluzination (Positivsymptome) als auch von Antriebs- und Denkstörungen (Negativsymptome). Unsere kognitiven Trainingsprogramme tragen nachweislich zu einem besseren Ergebnis von arbeitsrehabilitativen Maßnahmen bei schizophrenen Psychosen bei. Der gesamte Behandlungsverlauf kann zusätzlich durch die Vermittlung von Wissen über die unterschiedlichen Krankheitsbilder, Symptome und Frühwarnzeichen in sogenannten Psychoedukationsgruppen unterstützt werden. 

Wir beschäftigen uns intensiv mit dem Menschen, seiner Lebenssituation, seinem sozialen Umfeld und seiner Krankengeschichte. Dank unseres weltweiten wissenschaftlichen Netzwerks nutzen wir alle belegbaren Erkenntnisse der modernen Psychiatrie, die wir dann in einer heilsamen Umgebung anwenden.
Dr. med. Ahmad Bransi
Chefarzt Oberberg Fachklinik Weserbergland

Oberberg Kliniken für Psychose Wo wir Patienten mit psychotischen Erkrankungen behandeln

In den Oberberg Kliniken für Stressmedizin, Psychosomatik, Psychiatrie und Psychotherapie unterstützen wir Menschen in schweren seelischen Krisensituationen mit effizienten Behandlungskonzepten, so auch bei Psychosen.

 

Dabei glauben wir fest an das Zusammenwirken von Menschlichkeit, Verbundenheit und Evidenz in einer erstklassigen Umgebung, die von einer herzlichen Atmosphäre aus Achtsamkeit, Zugewandtheit, Respekt und gegenseitigem Vertrauen geprägt ist.

Ansprechpartner Wie können wir Ihnen weiterhelfen?

Wenn Sie weitere Informationen zu unserem therapeutischen Behandlungsangebot bei Essstörungen, zur Unterbringung in den Oberberg Kliniken benötigen oder andere Fragen zu einem stationären Aufenthalt bei uns haben, stehen wir Ihnen gerne jederzeit beratend zur Seite. Wenn Sie einen Rückruf für ein persönliches Gespräch vereinbaren möchten, nutzen Sie bitte unser Kontaktformular. Wir melden uns dann schnellstmöglich bei Ihnen.

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