Betroffene einer Hochfunktionalen Depression zeigen von außen betrachtet meist nicht die bekannten Anzeichen einer klassischen Depression. Deshalb erfahren Menschen mit einer hochfunktionalen Depression häufig weniger Verständnis von ihrer Umwelt und laufen Gefahr, trotz großen Leidensdruckes seltener Hilfe aufzusuchen.

Warnzeichen Warnzeichen einer Hochfunktionalen Depression

Häufig zeigen Menschen, die an einer Hochfunktionalen Depression leiden oder Gefahr laufen diese zu entwickeln, folgende Auffälligkeiten:

  • Schwierigkeiten, Freude zu empfinden
  • Vermehrte Kritik sich selbst und anderen gegenüber
  • Ständige Selbstzweifel
  • Niedriges Energieniveau und Fatigue
  • Hohe Irritierbarkeit oder starke Wut
  • Gefühl, schnell überbeansprucht und gestresst zu sein
  • Übermäßige Schuldgefühle und Sorgen
  • Flucht in Copingmechanismen (Bewältigungsstrategien)
  • Allgemeine Traurigkeit
  • Bedürfnis nach Perfektionismus
  • Schwierigkeiten zu entspannen und zur Ruhe zu kommen

Symptomatik Symptome einer Hochfunktionalen Depression

Die hochfunktionale Depression ist keine eigenständige Diagnose in den üblichen Krankheits-Klassifikationssystemen. Die Symptomatik, der hochfunktionalen Depression, ähnelt stark den Symptomen der Diagnosen „Dysthymie“ oder der „atypischen Depression“. Eine hochfunktionale Depression entspricht nicht den Kriterien einer klassischen depressiven Episode.

Betroffene einer hochfunktionalen Depression zeigen ihre Symptome nach außen meist weniger sichtbar. Zudem meistern sie weiterhin ihren beruflichen und sozialen Alltag mit allen Aufgaben. Sie wirken damit objektiv weniger belastet als Betroffene einer „klassischen Depression“.

Eine standardisierte Beschreibung der Symptomatik bei einer Hochfunktionalen Depression liegt nicht vor. Dies sagt jedoch nichts über die Schwere oder Anzahl der Beschwerden und den Leidendruck der Betroffenen aus.

„Klassische“ Depression, Atypische Depression und Chronische Depression

Betroffene einer Depressiven Episode zeigen über mindestens zwei Wochen Hauptsymptome wie gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Freud- und Antriebslosigkeit. Weitere Symptome können Schuldgefühle, mangelndes Selbstvertrauen, Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafstörungen sein. Alltägliche Aufgaben, soziale Kontakte und Beruf können je nach Depressionsschwere nur schwer, teilweise oder gar nicht mehr bewältigt werden. Hier erfahren Sie mehr über Depressionen.

 

Betroffene einer Atypischen Depression unterscheiden sich von der „typischen Depression“ in der Art, Anzahl oder Dauer der Symptomatik. Die gedrückte Stimmung der Betroffenen kann durch äußere Umstände verändert werden, sodass Momente von Freude auftreten können. Symptome wie ein gesteigertes Schlafbedürfnis und vermehrter Appetit, Kritikempfindlichkeit, Empfindlichkeit vor sozialer Zurückweisung und Gefühle von Taubheit oder Schwere der Gliedmaßen können auftreten. Betroffene einer Atypischen Depression führen ihr Leben oft oberflächlich weiter – sie nehmen an sozialen Aktivitäten teil, fühlen sich jedoch anschließend häufig ausgelaugt. In diesem Zusammenhang kann eine Atypische Depression auch als „hochfunktionale Depression“ bezeichnet werden.

 

Betroffene einer Dysthymie, einer Form der chronischen Depression, zeigen über mindestens zwei Jahre depressive Beschwerden. Diese sind im Schweregrad leichter ausgeprägt als bei einer typischen Depression, bestehen jedoch länger fort. Betroffene können bis zu einigen Wochen eine normwertige Stimmung aufweisen, zeigen dann aber wieder Phasen mit depressiver Verstimmung und eingeschränktem Wohlbefinden. Aufgrund der nicht durchgängigen und teilweise mild-depressiven Symptomatik, können Menschen mit einer Dysthymie auf Außenstehende als wenig belastet wirken und als „hochfunktional depressiv“ bezeichnet werden.Hier erfahren Sie mehr über die Chronische Depression Dysthmia.

Besonderheiten bei Kindern und Jugendlichen Kinder und Jugendliche mit einer Hochfunktionalen Depression

Da Jugendliche, und vor allem Kinder, ihr seelisches Befinden meist weniger verbalisieren als Erwachsene, sind bei einer (Hochfunktionalen) Depression insbesondere auf der Verhaltensebene Auffälligkeiten zu erkennen.

Häufige Anzeichen von depressiver Verstimmung bei Kindern und vorwiegend jungen Jugendlichen sind: Beklagen von körperlichen Schmerzen, Unruhe oder Agitiertheit, Desinteresse an sonst freudvoll erlebten Aktivitäten, Spielunlust oder gestörtes Spielverhalten, verstärkte Sorgen und Ängste, Leistungsabfall in der Schule (zum Beispiel aufgrund von Konzentrationsproblemen) und Äußerungen, weglaufen zu wollen.

Ursachen Mögliche Ursachen einer Hochfunktionalen Depression

Die Ursachen einer Hochfunktionalen Depression sind mit denen anderer depressiver Erkrankungen vergleichbar. Hier erfahren sie mehr über Ursachen einer Depressiven Episode. Es handelt sich dabei um einen Ursachenkomplex, in dem in der Regel mehrere Faktoren zusammenwirken. Mögliche Ursachen einer Depression sind:

  • Hohes Stresslevel durch Beruf, Schule, Familie und weitere Bereiche
  • Finanzielle Probleme
  • Traumata
  • Belastende Kindheitserlebnisse
  • Genetische Disposition für Depression
  • Neurotransmitter-Dysbalance
  • Somatische Erkrankungen
  • Chronifizierter Schmerz
  • Beziehungskonflikte im beruflichen, schulischen oder familiären Kontext
  • Substanzabhängigkeit
  • Ständige Angst aufgrund einer gefährlichen Umwelt

Behandlung Hilfe bei einer Hochfunktionalen Depression

Häufig hilft zur Behandlung einer Hochfunktionalen Depression eines oder mehrere der folgenden Elemente: Psychotherapie, Medikamente und/oder Veränderungen im Lebensstil. Zunächst ist es hilfreich, bei einer/einem medizinischen oder psychologischen Expertin/Experten ein Erstgespräch zu vereinbaren. Diese/r kann mit Ihnen die Beschwerden besprechen und eine Diagnostik durchführen. Auf Basis dieser ist eine therapeutische Empfehlung möglich.

  1. Häufig ist eine Psychotherapie ein nachhaltige Behandlungsmöglichkeit. Diese findet individuell und unter Berücksichtigung Ihrer Biografie und Lebenssituation statt. Dabei können Sie selbstverständlich Wünsche äußern. Es gibt zahlreiche verschiedene Verfahren wie beispielsweise die Kognitive Verhaltenstherapie, Settings im ambulanten, teilstationären oder vollstationären Bereich und begleitende Fachtherapien wie z.B. die Bewegungstherapie.
  2. Sollten Medikamente eine vielversprechende oder angebrachte Empfehlung sein, wird Ihnen mitgeteilt werden, welche infrage kommen. Ebenso erhalten Sie alle Informationen zur Wirkung, möglichen Nebenwirkungen, Gegenanzeigen und Einnahmebesonderheiten.
  3. Veränderungen im Lebensstil können positive Auswirkungen auf eine Hochfunktionale Depression haben. Dabei hilft häufig die Etablierung regelmäßiger Zubettgeh- und Aufstehzeiten, eine nährstoffreiche Ernährung, Erholungsphasen, sportliche Aktivität (sofern keine Gegenanzeigen vorliegen), eingeschränkter oder vollständiger Verzicht von Substanzen wie Alkohol und Bildung eines sozialen Netzwerks, das Rückhalt und Austauschmöglichkeit bietet.

Psychotherapie Psychotherapie bei Hochfunktionaler Depression

Es gibt verschiedene Psychotherapien, die bei einer Hochfunktionalen Depression zum Einsatz kommen. Folgende, bei Depressionen vielversprechende Psychotherapien, können angewandt werden:

Doch auch andere Psychotherapieverfahren können eingesetzt werden. Dabei spielen neben Ihren Wünschen auch die Diagnose und auch gegebenenfalls vorhandene Begleiterkrankungen eine Rolle.

Therapie bei Oberberg Therapie einer Hochfunktionalen Depression in den Oberberg Kliniken

In den Oberberg Fachkliniken für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie behandeln wir die Hochfunktionale Depression, andere depressive Zustände und viele weitere psychische Erkrankungen. Dabei verbinden wir moderne, wissenschaftlich fundierte Therapien in hoher Intensität und Individualität. Hier erhalten Sie einen Überblick über unsere Therapien. Oberberg unterstützt Menschen jedes Alters in schweren seelischen Krisensituationen mit effizienten Behandlungskonzepten.

 

Bei uns erfahren Sie das Zusammenwirken von Menschlichkeit, Verbundenheit und Evidenz in einer erstklassigen Umgebung.  In den Oberberg Fachkliniken ist die Atmosphäre aus Achtsamkeit, Zugewandtheit, Respekt und gegenseitigem Vertrauen geprägt.

Kontaktaufnahme bei Hochfunktionaler Depression und anderen seelischen Beschwerden

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Mehr Informationen

Daily Health Cures (2018, 03. Januar). High Functioning Depression: Signs, Treatment and Home Remedies. Daily Health Cures. dailyhealthcures.com/general-health/high-functioning-depression/ (zuletzt abgerufen: 01.02.2022)

 

Grande, D. (2022, 20. Januar). High Functioning Depression: Warning Signs & Ways to Cope. Choosing Therapy. choosingtherapy.com/high-functioning-depression/ (zuletzt abgerufen: 01.02.2022)

 

Haffke, A. (2021, 24.03.). Hochfunktionale Depression: Ich fühle was, was du nicht siehst. HelloBetter. hellobetter.de/blog/hochfunktionale-depression/

 

Naab, S., Hauer, M. & Hautziger, M. (2015). Depressive Störungen bei Jugendlichen: Diagnostik und Therapie. Fortschritte der Neurologie Psychiatrie, 83, 49-62.