Schon Goethe beschrieb die Berg- und Talfahrt, die an einer bipolaren Depression Erkrankte regelmäßig durchleben: Ihre Stimmung schwankt zwischen zwei extremen Polen - nämlich einer als Manie bezeichneten ungehemmten Euphorie einerseits und der Depression, also einem tiefen Trübsinn andererseits.

 

Zwischen diesen gegensätzlichen Stimmungsphasen liegen oftmals ganz normale Zeiträume. Es liegt auf der Hand, dass das so bedingte Spannungsverhältnis nicht nur für die Betroffenen schwierig ist, sondern auch für deren Umfeld. Umso wichtiger sind die umsichtige Diagnose und eine gezielte Behandlung, da ansonsten sowohl die Partnerschaft und die Familie als auch das Berufsleben beeinträchtigt werden können.

Definition Was ist eine bipolare Depression?

 

Die bipolare Depression ist Teil einer chronischen psychischen Erkrankung, die als schwer einzustufen ist. Typisch ist der Wechsel zwischen manischen und depressiven Phasen: Während der Manie empfinden die Betroffenen ein extremes Hochgefühl, das zu Überaktivität und Euphorie, aber auch Gereiztheit führt. Nach einer solchen Phase schlägt die Stimmung in eine bipolare Depression um, die mehr oder weniger stark ausfallen kann. Neben gedrückter Stimmung spüren die Patientinnen und Patienten eine tiefe Traurigkeit und sind antriebslos. Der Stimmungswechsel erfolgt unabhängig von äußeren Einflüssen in Episoden. Die bipolare Depression zählt damit zu den endogenen Depressionen.
 

Ursachen Was kann eine bipolare Depression auslösen?

Schätzungen ergaben, dass zwischen ein und drei Prozent der Bevölkerung an einer bipolaren Depression leiden, wobei die Verteilung zwischen Männern und Frauen ausgewogen ist. Weiter ist bekannt, dass die erste Episode dieser Erkrankung oft im jugendlichen Alter auftritt, aber leider regelmäßig erst zu einem späteren Zeitpunkt diagnostiziert wird. Darüber hinaus deuten zahlreiche Untersuchungen auf eine ursächliche Hirnerkrankung hin, bei der die Funktion der Botenstoffe Noradrenalin, Dopamin, GABA und Serotonin ebenso gestört ist wie der Hirnmetabolismus. Darüber hinaus verändert sich während einer Episode die Aktivität des limbischen Systems, das im Gehirn mitverantwortlich dafür ist, dass Menschen Gefühle empfinden und verarbeiten. Zu diesem Schluss kamen Untersuchungen Betroffener mit Hilfe bildgebender Verfahren. Das könnte erklären, wieso vor allem belastende Ereignisse als Auslöser dieser Erkrankung in Frage kommen.

Die bipolare Depression kann nicht vererbt, doch kann die Anfälligkeit durchaus weitergegeben werden - hierzu gibt es noch keine vollständige Klarheit. Doch Studien belegen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind erkrankter Eltern ebenfalls eine bipolare Depression entwickelt, steigt: Leiden beide Elternteile an der Krankheit auf 50 bis 60 Prozent, bei einem betroffenen Elternteil immer noch zehn bis 20 Prozent. Was auffällig ist: Vor allem kreative Personen scheinen prädestiniert zu sein.

Die genetischen Voraussetzungen stellen jedoch nur einen der Aspekte dar, die für eine bipolare Depression relevant sind. Auch die Traumatisierung in der frühkindlichen Phase könnte eine Rolle spielen. Nicht zuletzt zeigen statistische Erhebungen, dass Manien häufiger in den Sommermonaten auftreten, im Herbst dafür die bipolare Depression. Diese von der Jahreszeit abhängigen Häufungsschwankungen sind ebenfalls noch nicht vollständig geklärt, könnten aber mit dem auch vom Licht abhängigen Serotonin-Stoffwechsel zusammenhängen.

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Symptome Wie macht sich eine bipolare Depression bemerkbar?

Die Erscheinungsformen dieser Erkrankung sind ausgesprochen vielfältig: Einerseits können die Episoden schlagartig beginnen, sich andererseits aber auch langsam entwickeln. Ebenso unterschiedlich präsentieren sich die Länge der Episoden, die Bandbreite reicht von wenigen Wochen bis zu einem halben Jahr, und die Häufigkeit. Es können beispielsweise Manien auftreten, nachdem der Patient oder die Patientin mehrere depressive Phasen durchlebt hat. Noch komplizierter sind die Mischzustände, denn dann treten bipolare Depressionen und Manien gleichzeitig auf.

  • Stimmung ist gehoben oder gereizt
  • Selbstüberschätzung bis zum Größenwahn
  • Schlafbedürfnis nimmt ab
  • Libido gesteigert
  • keine Ruhe, rasende Gedanken, tausend Ideen
  • verstärkter Rededrang
  • fehlende Konzentrationsfähigkeit
  • Geldausgaben und Alkoholkonsum unkontrolliert
  • das affektive Verhalten ist ungehemmt und riskant

 

Betroffene schlafen sehr wenig, fühlen sich jedoch energiegeladen, überschätzen sich und neigen zum Größenwahn. Allerdings sind sie unkonzentriert und sprunghaft. Diese Phase ist geprägt von Übersteigerung - in Bezug auf den Gesprächsbedarf, die Geldausgaben und die Geselligkeit.

  • Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit
  • Gleichgültigkeit, Schwermut und Schuldgefühle
  • Interessen lassen stark nach
  • Gefühl von Wert- und Empfindungslosigkeit
  • Schlafstörungen
  • Probleme bei Denken und Konzentrieren
  • unterschiedliche physische Beschwerden
  • Gedanken an den Tod kehren immer wieder

 

Nach der Manie und das affektive Agieren kann die bipolare Depression entweder direkt folgen oder erst später als separate Episode. Die Betroffenen fallen dann von der Höhe der Euphorie in ein tiefes Loch. Sie haben weder Energie, noch fühlen sie sich fähig oder wertvoll - in vielen Fällen spüren sie nicht einmal Traurigkeit, sondern nur Leere.
 

Unterschiedliche Formen der bipolaren Störung

 

Die Diagnose einer bipolaren Störung ist naturgemäß ausgesprochen kompliziert. Doch die Differenzierung ist unbedingt notwendig, um eine geeignete Behandlungsstrategie zu entwickeln. Folgende Formen kommen am häufigsten vor:

 

  • Bipolar I: Manische Episoden werden bei dieser Form ebenso verzeichnet wie depressive: Die bipolare Depression dauert in diesem Fall wenigstens zwei Wochen, während die Manie über wenigstens eine Woche stark ausgeprägt ist. Die Folgen sind meist fatal und reichen von Schulden- bis zu Eheproblemen. Betroffen sind ein bis zwei Prozent der Männer und Frauen gleichermaßen.
  • Bipolar II: Zwischen zwei und vier Prozent der Menschen entwickeln Episoden der bipolaren Depression, der wenigstens eine hypomanische, also weniger stark ausgeprägte manische Episode von wenigstens vier Tagen gegenübersteht.
  • Rapid Cycling: Wechseln sich die Episoden häufig ab oder treten Mischzustände auf, dann handelt es sich um diese Form: Im Zeitraum eines Jahres müssen dazu wenigstens vier manische, hypomanische oder depressive Episoden verzeichnet werden. In der Regel steigert sich die Frequenz erst allmählich im Krankheitsverlauf. Betroffene können auch zwischen den Episoden an Stimmungsschwankungen und Anpassungsproblemen leiden. Rund 15 bis 20 Prozent der von einer bipolaren Störung betroffenen entwickeln diese Form, wobei diese bei Frauen häufiger vorkommen als bei Männern.

Abgrenzung und Einordnung Abgrenzung zu anderen Depressionen: Einordnung der bipolaren Depression

 

Da die Diagnose schwierig ist, lässt sich die bipolare Depression auch nur schwer und im Laufe der Zeit von anderen Depressionen abgrenzen. Hier ist zunächst die Bereitschaft der Betroffenen selbst erforderlich, denn nur deren umfassende Befragung - und am besten auch der involvierten Angehörigen - kann Aufschluss geben. Die akuten Beschwerden stellen dabei nur eine Seite der Medaille dar, wichtig ist das Erfassen der bereits aufgetretenen Stimmungsschwankungen. Insbesondere die Mischzustände sind hier eine besondere Herausforderung, wenn affektive Verhaltensweisen und Schwermut zusammenfallen. Nicht zuletzt muss geklärt werden, ob es in der Familie bereits ähnliche Erkrankungen gab oder gibt und somit eine Vorbelastung vorliegt.

Darüber hinaus spielen auch die körperlichen Aspekte eine wichtige Rolle, da andere Krankheiten, die vergleichbare Symptome mit sich bringen können, auszuschließen sind. Dazu zählen beispielsweise psychische Krankheiten wie Schizophrenie sowie organische Erkrankungen wie Tumore im Gehirn, Epilepsie, Hormonstörungen, HIV, Medikamenten- oder Drogensucht, Demenz, Migräne, Schilddrüsenerkrankungen, Parkinson oder Morbus Addison.

Eine bipolare Depression kann zunächst kaum von einer unipolaren Depression unterschieden werden, zumal Betroffene hypomanische Phasen zum Teil gar nicht erkennen. Hier ist insbesondere die Jugendpsychiatrie gefragt, da bipolare Erkrankungen oft in jungen Jahren erstmals zum Tragen kommen. Einige typische Merkmale gelten aber als Indizien. Im Vergleich zu unipolaren Depressionen leiden Betroffene häufiger an

  • Verlust der Energie
  • stärkerem Schlafbedürfnis
  • größerem Appetit


Das Alter hilft auch bei der Einordnung: Die erste bipolare Depression wird bei vielen Betroffenen im Alter von 16 bis 18 Jahren in der Jugendpsychiatrie festgestellt - das durchschnittliche Alter ist also niedriger als bei einer unipolaren Depression, die oft genug zunächst diagnostiziert wird. Rund 20 Prozent der so eingestuften Patientinnen und Patienten entwickeln in den Folgejahren Manien, sodass die Diagnose korrigiert und die Behandlung entsprechend angepasst werden kann. Diese sollte so früh wie möglich aufgenommen werden, um eine optimale Wirkung erzielen zu können. Im Optimalfall kann dann ein chronischer Verlauf vermieden werden, der sich regelmäßig fatal auswirkt - sowohl gesundheitlich als auch sozial.

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Behandlung Was kommt in Frage und wie sind die Aussichten?

Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser lässt sich eine bipolare Störung behandeln. Im besten Fall lassen sich die Episoden verzögern oder komplett vermeiden. Allerdings muss ganz klar festgehalten werden: Die Ursachen lassen sich nicht beheben. Damit gehören Manien und bipolare Depressionen zu den chronischen und lebenslang zu behandelnden Krankheiten. Es ist ausgesprochen wichtig, dass dies sowohl die Betroffenen als auch deren Umfeld versteht, damit eine Behandlung konsequent durchgeführt wird und ihre Wirkung entfalten kann.

Die konkrete Behandlung muss unter Ausnutzung der gesamten Psychosomatik auf die verschiedenen Phasen abgestimmt werden:

 

  • Akutbehandlung: Bereits in der akuten Phase muss der Komplexität dieser Krankheit Rechnung getragen werden. In der Regel werden sowohl Medikamente als auch anderweitige Therapieansätze genutzt, um den Patienten oder die Patientin zunächst zu stabilisieren. Die Dauer der Akut-Behandlung richtet sich danach, wie schnell sich die jeweiligen Symptome verbessern.
  • Erhaltungsbehandlung: Im Anschluss an die akute Phase geht es um Stabilisierung und Vermeidung eines Rückfalls für mindestens ein halbes bis zu einem ganzen Jahr. Die Psychosomatik eröffnet hier ein breites Spektrum an Möglichkeiten, die einerseits spezielle Psychotherapien und Medikamente, andererseits aber auch die Behandlung eventueller körperlicher Auswirkungen umfassen.
  • Rückfallvermeidung: Diese Behandlungsphase kann beginnen, wenn sich der Patient oder die Patientin wieder einer normalisierten Stimmung erfreut. Es geht darum, auf lange Sicht Rückfälle zu vermeiden. Sobald Betroffene jedoch mehr als zwei Phasen innerhalb von fünf Jahren durchlaufen haben, ist eine Dauermedikation angeraten.

Da bipolare Störungen sehr individuell ausgeprägt sein können, müssen die zum Einsatz kommenden Medikamente ebenso individuell kombiniert werden. In der Regel kommen verschiedene Wirkstoffgruppen zum Einsatz:

Stimmungsstabilisierer
Stimmungsstabilisierer glätten übermäßige Stimmungsschwankungen. Das macht diese Medikamente sowohl für die bipolare Depression als auch die Manien so wichtig und in allen Behandlungsphasen unverzichtbar, denn sie wirken in der akuten Phase ebenso gut wie auf lange Sicht. Die aktuelle Stimmung wird so stabilisiert, dass sie nicht in die entgegengesetzte Richtung umschlägt. Selbst in vergleichsweise stabilen Phasen können diese Medikamente zur Rückfallprophylaxe genutzt werden, um die nächste Episode so lange wie möglich hinauszuzögern.

Die wichtigsten Stimmungsstabilisierer sind Antikonvulsiva und Lithiumsalze. Vor allem Lithiumsalze können eine enorme Wirkung entfalten, die weit über das Abschwächen der Symptome hinausgeht. In bis zu 80 Prozent können die erneute bipolare Depression und Manien verhindert werden. Die Selbstmordwahrscheinlichkeit sinkt ebenfalls um 80 Prozent - und das auch dann, wenn die Symptome sich nicht verbessern. Wichtig für den Erfolg und das Ausbleiben schwerer Nebenwirkungen ist, dass die Medikamente exakt nach Vorschrift eingenommen werden. Im Gegensatz dazu eröffnen Antikonvulsiva kein so großes Risiko bei Überdosierung. Sie verbessern vor allem die Symptome in der depressiven Phase und wirken somit indirekt anti-suizidal. Der behandelnde Arzt wählt den Wirkstoff aus, der zur konkreten Variante der bipolaren Erkrankung passt, aber auch im Zusammenspiel mit anderen begleitenden Erkrankungen gut verträglich ist.

Antidepressiva, atypische Neuroleptika und atypische Antipsychotika
Eine bipolare Depression können Antidepressiva in Kombination mit dem atypischen Neuroleptikum Quetiapin gute Wirkungen erzielen. Während der akuten Manien wiederum bewähren sich die Stimmungsstabilisierer in Kombination mit einem atypischen Antipsychotikum wie Olanzapin. Darüber hinaus sollte Sedativa zum Einsatz kommen, sobald Unruhe, Angstzustände oder aggressive Impulse auftreten.

Es ist grundsätzlich zu beachten, dass alle auf psychische Funktionen und das zentrale Nervensystem einwirkenden Medikamente ihre Wirkung erst nach einer gewissen Zeit entfalten können. Umso wichtiger ist die pünktliche und regelmäßige Einnahme auch dann, wenn sich noch gar keine Besserung eingestellt hat.

Wichtig:
Doch auch die gesundheitlichen Folgen der Medikation müssen berücksichtigt werden: Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben einen Zusammenhang von bestimmten Wirkstoffgruppen mit dem Entwickeln eines Diabetes mellitus. Während Antipsychotika und psychotrope Medikamente auch in Kombination das Risiko für Diabetes offenbar erhöhen, ist dieses bei einer Monotherapie mit Lithiumsalzen, Bupropion, Lamotrigin oder Oxcarbazepin sowie bei Antidepressiva (SSRI-Klasse) niedriger.

 

Zur Psychosomatik gehört neben der medikamentösen Behandlung der Symptome vor allem, dass die Betroffenen lernen, mit ihrer Krankheit im Alltag umzugehen. Verschiedene psychotherapeutische Verfahren eröffnen die Möglichkeit, nicht nur mit belastenden Lebensereignissen besser zurechtzukommen, sondern auch die Beziehungen im sozialen Umfeld zu verbessern und neue Episoden zu vermeiden. Betroffene gewinnen wieder an Selbstsicherheit, was sich nicht zuletzt auf die Zuverlässigkeit bei der Einnahme der Medikamente positiv auswirkt.

Welche der verschiedenen Therapieansätze zielführend sind, entscheidet der behandelnde Spezialist entsprechend des konkreten Krankheitsbildes. In Frage kommen beispielsweise die Kognitive Verhaltenstherapie, die soziale Rhythmustherapie sowie Familientherapien. Das Einbeziehen der Angehörigen ist ausgesprochen wichtig. Die Psychotherapie sollte keinesfalls als Ersatz für eine medikamentöse Behandlung verstanden werden.

 

Die Elektrokrampftherapie (EKT) kann in schweren Episoden eingesetzt werden, wenn die Gabe von Medikamenten nicht möglich ist oder sämtliche Behandlungen nicht anschlagen. Voraussetzung ist jedoch eine gute körperliche Verfassung, da unter Narkose ein 20 bis 40 Sekunden dauernder Krampfanfall im Gehirn ausgelöst wird, der die Stimmungslage wieder stabilisiert. Die Erfolgsquote dieser kurzfristig wirksamen Behandlung liegt bei 80 Prozent. Eine medikamentöse Behandlung sollte sich zur Rückfallprophylaxe anschließen.

Darüber hinaus können Wachtherapien ebenfalls in der Akutbehandlung für eine schwere bipolare Depression erfolgreich sein - zumindest kurzfristig. Die Erfolgsquote liegt zwischen 50 und 60 Prozent. Da die Wirkung nicht von langer Dauer ist, müssen parallel Stimmungsstabilisierer und Antidepressiva eingesetzt werden. Die Wachtherapie kann als totaler Schlafentzug über 40 Stunden, aber auch mit einem partiellen Entzug, bei dem bereits um 1 Uhr am Morgen geweckt wird, durchgeführt werden. Abhängig von der ausgeprägten Schwere der Symptome lässt sich der Schlafentzug wiederholen.

 

Therapie bei Oberberg Bipolare Depression - Behandlung in den Oberberg Fachkliniken

 

Die Behandlungsmöglichkeiten, die die Oberberg Fachkliniken für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie eröffnen, sind ausgesprochen vielfältig - hier eine Übersicht zu den aktuellen Therapien. Die behandelnden Ärzte und Psychotherapeuten stimmen die geeigneten Behandlungen individuell auf das jeweilige Krankheitsbild ab. Die Kombination aus Psychotherapie, expressiven Therapien und anderweitigen Methoden wie Lichttherapie hat sich insbesondere bei Depressionen bewährt.

Über das Bewältigen von Akutphasen hinaus zielen die Ärzte und Therapeuten vor allem darauf ab, dass Patientinnen und Patienten die bipolare Depression akzeptieren und den Umgang mit der Krankheit erlernen. Zum Behandlungserfolg tragen neben der Expertise auch die Rahmenbedingungen bei, die von Komfort, Herzlichkeit, Achtsamkeit und Respekt geprägt sind: Patientinnen und Patienten fühlen sich in den Oberberg Fachkliniken für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie wohl und in ihren Befindlichkeiten angenommen.

Kontakt Kontaktaufnahme bei bipolaren Depressionen

Sie möchten mehr Informationen zu unserem Behandlungsangebot, zur Ausstattung in den Kliniken oder zum Tagesablauf in einer unserer Kliniken? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie mit uns persönlichen Kontakt unter der Telefonnummer 030 - 26478919 aufnehmen. Wenn Sie einen Rückruf für ein persönliches Gespräch vereinbaren möchten, füllen Sie bitte hier das Kontaktformular aus. Wir werden uns dann schnellstmöglich bei Ihnen melden.

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FAQs zur bipolaren Depression

Nein, eine bipolare Erkrankung, die sich in manischen und depressiven Phasen äußert, kann nach dem heutigen Stand der Wissenschaft nicht direkt vererbt werden. Allerdings kann die Anfälligkeit für derartige Erkrankungen weitergegeben werden. Sollten die Vorfahren - vor allem die Eltern - betroffen sein, erhöht sich das Risiko deutlich. Es spielen aber weitere Faktoren eine wichtige Rolle dabei, ob und wann es zu einem Ausbruch kommt. Bislang sind die Ursachen für eine bipolare Depression jedoch noch nicht vollständig erforscht.
 

Sie zählt zu den schweren chronischen psychischen Erkrankungen, muss aber nicht zwangsläufig lebenslang behandelt werden. Wird die bipolare Erkrankung schon frühzeitig in der Jugendpsychiatrie erkannt und gezielt behandelt, lassen sich die Krankheitsepisoden nicht nur hinauszögern, sondern im Optimalfall auch verhindern. Sobald aber wenigstens mehrere Episoden durchlaufen wurden, sollten die Medikamente auch dauerhaft eingenommen werden.

Einerseits können Medikamente die Symptome in akuten Phasen mildern, aber auch neue Episoden hinauszögern. Dazu stehen verschiedene Wirkstoffgruppen wie Stimmungsstabilisierer, Antidepressiva, atypische Neuroleptika und Antipsychotika, die bei Bedarf auch kombiniert werden, zur Auswahl. Diese Medikamente benötigen jedoch einige Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten. Deswegen greifen Ärzte in schweren Krankheitsphasen auch auf Methoden wie Wachtherapie oder Krampftherapie zurück. Andererseits können Psychotherapien Betroffene dabei unterstützen, mit der Krankheit so umzugehen, dass sie ihr normales Leben weitestgehend weiterführen können.

 

Tritt die bipolare Depression zuerst und ohne manische Phase auf, ist sie nur schwer von einer unipolaren Depression zu unterscheiden. Deswegen werden auch rund 20 Prozent der so diagnostizierten Betroffenen erst im Nachhinein als bipolar Erkrankte eingestuft. Noch schwieriger sind die Mischzustände einzuschätzen, bei denen sich sowohl manische Züge als auch eine bipolare Depression zeigen. Ärzte müssen die Betroffenen und deren Angehörige sehr gründlich befragen, um die eventuell schon durchlebten Episoden identifizieren und eine klare Diagnose erstellen zu können. Dabei ist gerade die frühzeitig einsetzende Behandlung ausgesprochen wichtig.

 

Das hängt davon ab, wie viele Episoden in welcher Schwere die Betroffenen bereits durchgemacht haben. Je früher die Behandlung einsetzen kann, desto größer sind die Chancen darauf, ein normales und erfülltes Leben führen zu können. Sobald jedoch schwere Manien auftreten, in denen die Patientin oder der Patient nicht nur das soziale Umfeld strapazieren, sondern auch exzessiv Alkohol genießen, Geld ausgeben und andere Fehler begehen, wird es schwierig. Wird ihm oder ihr das nämlich im Nachhinein bewusst, kann dies die bipolare Depression erheblich verstärken - ein Teufelskreis setzt ein. Umso wichtiger ist es, das familiäre Umfeld in die Therapien mit einzubeziehen.

 

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