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Was ist Hangxiety und wie geht man damit um?

Der Begriff Hangxiety stammt aus dem Englischen und stellt ein Kofferwort aus den Wörtern "hangover" ("Kater") und "anxiety" ("innere Unruhe, Angst, Angstzustand") dar. Er beschreibt den Zustand, in dem sich viele Menschen am nächsten Tag nach einer durchzechten Nacht befinden: Sie sind mit der Situation überfordert, schwitzen, sind kurzatmig und zittern. In manchen Fällen kommt es sogar zu einer Panikattacke. Im Gegensatz zum herkömmlichen Kater, der mit Kopf- und Magenschmerzen einhergeht, steht bei dieser Art des Hangovers die mentale Komponente im Vordergrund. Wenn einen die Angst packt, kann man nicht einfach zu einem Glas Wasser mit Alka-Seltzer greifen, um sich dann wieder hinzulegen und den Rausch auszuschlafen. In der Regel macht sich der Zustand erst beim Ausnüchtern bemerkbar, allerdings kann er bereits während des Alkoholkonsums eintreten.

Ursachen Was löst Hangxiety aus?

Der Zustand entsteht infolge eines übermäßigen Alkoholkonsums. Dabei sind die Betroffenen nicht unbedingt Alkoholiker. Studien zufolge konsumieren 6,7 Millionen Menschen in der Bundesrepublik Alkohol in einer riskanten Form, gelten jedoch nicht als alkoholabhängig. Ein paar Cocktails hier, ein paar Gläser Bier da - und schon hat man weit über sein Limit hinaus getrunken. Ein Kater ist demnach so gut wie vorprogrammiert. Neben den körperlichen Folgen kommt es bei manchen Menschen nach dem Genuss von Hochprozentigem auch zu psychischen Symptomen. Als häufigste Ursache ist eine entsprechende Veranlagung zu nennen.

Wie sich das Gehirn gegen den Alkoholkonsum wehrt

Der Alkoholrausch ensteht im Gehirn. Wenn man Alkohol konsumiert, dauert es ungefähr sechs Minuten, bis die Substanz im Hirn ankommt. Hier beeinflusst sie die Neurotransmitter. Bei Letzteren handelt es sich um Botenstoffe, die Reize zwischen den einzelnen Nervenzellen übertragen. Zu den Botenstoffen, auf die Alkohol eine direkte Auswirkung hat, zählt die Gamma-Aminobuttersäure (GABA). Durch den Alkoholkonsum wird die Bildung von GABA angeregt, was wiederum zu einer Hemmung der neuronalen Aktivität und einer verlangsamten Übertragung von Informationen zwischen den Nervenzellen führt. Alkohol blockiert den stimulierenden Botenstoff Glutamat. Somit wird die Gehirnaktivität gedämpft. Gleichzeitig kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung der Hormone Cortisol, Adrenalin, Serotonin und Dopamin. Gehirn und Körper kämpfen heftig gegen diese Veränderungen an und schüttet Stoffe aus, die ihnen entgegenwirken sollen. Der Alkohol klingt ab, doch der Körper wehrt sich weiter. Am Tag darauf wird die Produktion von Glutamaten erhöht, was zu den charakteristischen Angstzuständen führt.

Symptome Was sind die Symptome von Hangxiety?

Körperliche Symptome wie Magen- und Kopfschmerzen sowie Verdauungsprobleme treten auf. Diese Symptome gleichen denjenigen bei einem herkömmlichen Kater. Zittern ebenso wie Schweißausbrüche und Kurzatmigkeit kommen vor. Darüber hinaus kommt es zu mentalen Symptomen. Betroffene haben mit Angst und dem Gefühl, überfordert zu sein, zu kämpfen. Der Hangover wirkt sich auf die Stimmung aus, die am nächsten Morgen gedrückt ist.

Zusammenhang mit anderen psychischen Krankheiten Wie hängt Hangxiety mit anderen psychischen Krankheiten zusammen?

Laut einer Studie der University of Exeter aus dem Jahr 2018 sind schüchterne Menschen besonders oft von Hangxiety betroffen. Da sie den Tag, der auf den Alkoholkonsum folgt, oftmals in einer gedrückten Stimmung verbringen, können schnell depressive Gefühle aufkommen. Eigentlich sollten die Symptome als Warnzeichen dienen, den Alkoholkonsum zu drosseln. Leider tun dies nur die wenigsten Trinker. Was zuerst als harmloser Kater wahrgenommen wird, kann sich nach einer gewissen Zeit zu einer Depression entwickeln. Da während des Trinkens im Gehirn Dopamin ausgeschüttet wird, verspüren Betroffene keine Angst und sind entspannt. Sobald die Wirkung des Alkohols abflaut, kehren die ursprünglichen Gefühle zurück. Viele Menschen versuchen, ihre Angst mit einem Glas Wein oder Sekt zu bekämpfen. Doch sind die Angstzustände, die am nächsten Tag auftreten, um einiges heftiger als zuvor. Somit kann ein sich wiederholender Hangover als Auslöser für Depressionen und Angststörungen dienen.

Was hilft? Was hilft gegen Hangxiety?

Genau wie bei einem Kater kann man den Symptomen entgegenwirken, indem man nicht auf nüchternen Magen Alkohol konsumiert und zwischendurch immer wieder Wasser trinkt. Allerdings zeigen diese Maßnahmen keine Wirkung im Kampf gegen die psychischen Symptome. Wer an einem Hangover mit Angstzuständen zu leiden hat, sollte lieber ganz auf Alkohol verzichten. Möchte man dies jedoch nicht, sollte nur in sehr begrenzten Mengen alkoholische Getränke konsumieren. Bewegung ebenso wie soziale Kontakte können bei depressiven Störungen hilfreich sein.

Folgen von Hangxiety Welche Auswirkungen hat Hangxiety?

Viele Betroffene schämen sich für ihr betrunkenes Verhalten und fürchten, einmal zu oft ins Fettnäpfchen getreten zu sein. Die Gedanken kreisen unentwegt um den vorangegangenen Abend, was die Angst in die Höhe treibt. Es kommt zu Schuldgefühlen und depressiven Gedanken. Solche Gefühle veranlassen viele Menschen dazu, erneut zur Flasche zu greifen, was auf Dauer zu einem Teufelskreis führen kann. Je mehr man trinkt, desto stärker sind die Angstattacken und desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, noch mehr zu trinken.

Therapieansätze Therapieansätze bei Hangxiety

Menschen, die an Depressionen oder Angstzuständen leiden, sind besonders gefährdet. Wer nach jeder fröhlichen Partynacht mit Angstzuständen als Folge des Alkoholkonsums zu kämpfen hat, sollte eine Therapie in Betracht ziehen. Liegt noch keine Alkoholabhängigkeit vor, genügt ein einfacher Entzug. In Einzel- oder Gruppengesprächen mit einem Berater werden die psychologischen Probleme angesprochen, die mit dem Alkoholkonsum einhergehen. In den meisten Fällen lohnt es sich, fortan um Alkohol einen weiten Bogen zu machen.

 

Selbstbeherrschung bei Angstzuständen infolge eines übermäßigen Alkoholkonsums

Die Gefühle, die Betroffene bei einem Hangover entwickeln, sind größtenteils künstlich hervorgerufen. Ist man sich dessen bewusst, dass die depressive Stimmung auf das Trinken am vorangegangenen Abend zurückzuführen ist, kann man viel leichter damit umgehen. Wichtig ist, die negativen Gefühle zu überwinden und sich darüber im Klaren zu sein, dass sie ein Teil des Katers sind. Betroffene, die ihre Trinkgewohnheiten für problematisch erachten, sollten eine Beratungsstelle oder eine Klinik aufsuchen.

 

FAQ Häufig gestellte Fragen

Beide Zustände treten nach dem übermäßigen Konsum von Alkohol ein und haben gemeinsame Berührungspunkte. Während es beim Kater um körperliche Symptome geht, kommt es bei Hangxiety zu Angstzuständen und Depressionen.

Tritt der Zustand oft ein und macht Betroffenen schwer zu schaffen, sollte man eine Alkoholabstinenz in Erwägung ziehen. Als Alternative bietet sich kontrolliertes Trinken an. Bei diesem Ansatz nehmen Betroffene nur eine vorher festgelegte Menge Alkohol zu sich.

Der Zustand ist unangenehm, jedoch an und für sich ungefährlich. Sind die Angst und die depressiven Gefühle jedoch sehr stark, kann es mit der Zeit zu psychischen Problemen kommen. Deshalb lohnt es sich, rechtzeitig Hilfe zu holen.

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