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  • Burnout bei Lehrern: Traumberuf oder Höllenjob?

    13.04.2018

    Eine Zunahme von Burnout-Betroffenen in den letzten Jahrzehnten ist bewiesen. Gerade in der Berufsgruppe Lehrer gibt es immer mehr Menschen, die sich ausgebrannt fühlen und ihren Alltag nicht mehr bewältigen können. Woran liegt das?

    Was steckt hinter dem Begriff Burnout?

    Burnout beschreibt einen chronischen Zustand körperlicher und emotionaler Erschöpfung infolge von nicht bewältigtem Stress, der sich unter anderem durch innere Distanz zur Arbeit und sinkende Leistungsfähigkeit zeigt. Es gilt derzeit noch nicht als eigenständige psychische Erkrankung, sondern als Stressfolge im Zusammenhang mit Verarbeitungen von Belastungen in Schule, Ausbildung, Studium oder bei der Arbeit.

    Warum bekommen Lehrer Burnout?

    “Das sind doch die mit den 12 Wochen Urlaub im Jahr!” “Jeden Tag schon mittags Feierabend und ihren Job können sie auch nie verlieren!” Die Vorurteile in der Bevölkerung über Lehrer sind entsprechend groß. Noch größer ist das Unverständnis, das ihnen entgegengebracht wird, wenn die beiden Begriffe Lehramt und Burnout zusammen auftreten. Dabei belegen Studien, dass Lehrer-Sein nicht so einfach ist, wie viele meinen. Die Zahl der Krankheitstage hat sich seit dem Jahr 2000 fast verdoppelt, mehr als 30 % aller Beschäftigten im Bildungswesen leiden unter psychischen Problemen.

    Stress als Auslösefaktor für Burnout

    Als einer der wichtigsten Auslösefaktoren gilt Stress. Lehrer arbeiten im Schnitt 51 Stunden pro Woche, deutlich mehr als eine reguläre Vollzeitstelle vorsieht. Laut AOK Fehlzeiten-Report stiegen die Fehltage aufgrund von Burnout zwischen 2014 und 2024 um 84 Prozent, besonders betroffen sind Berufe im Bereich Erziehung und Unterricht.

    Das sind die Stressfaktoren von Lehrern

    • Lehrer müssen Unterrichtsvorbereitungen, Klausurkorrekturen, außerschulische Veranstaltungen oder AG's planen und abarbeiten. Trotz hohem Engagement sind die Aufstiegschancen dabei vergleichsweise gering. Wer seine Gehaltsklasse dennoch verbessern möchte, muss weitere Mehrarbeit leisten.
    • Lehrer müssen in jeder einzelnen Schulstunde viele Entscheidungen treffen: worauf reagiert er, worauf nicht? Die außergewöhnlich hohe Interaktionsdichte zwischen Schülern und Lehrern verursacht Stress und gefährdet die Gesundheit.
    • Selten gibt es Kooperationen zwischen Lehrern. Im Alleingang können diese ihr Arbeitspensum nicht verringern und ihr Auftreten schwer stärken.

    "Wer in dieser Weise erschöpft und ausgebrannt ist, hat auch keine Kraft mehr, aufzutanken", sagt Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Jähne, Ärztlicher Direktor der Oberberg Fachklinik Rhein-Jura. Viele Betroffene hätten laut Jähne regelrecht verlernt, gut zu sich selbst zu sein.

    Woran erkenne ich als Lehrer, ob ich ein Burnout habe?

    Die Frustration steigt und damit auch der Rückzug. Erschöpfung, Leere und Zurückgezogenheit können erste Warnzeichen sein. Dazu zählen psychische Symptome wie Apathie, Reizbarkeit, Leistungsangst, Konzentrations- und Schlafstörungen sowie Zynismus gegenüber Schülern und Unterricht, aber auch körperliche Beschwerden wie Nacken- und Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme oder starke körperliche Erschöpfung.

    Wer mehrere dieser Anzeichen bei sich wiedererkennt, kann mit unserem Burnout-Selbsttest erste Anhaltspunkte gewinnen, er ersetzt jedoch keine ärztliche Diagnose.

    Frühinterventionsprogramm für Lehrer mit Burnout

    Viele Lehrer nehmen immer noch zu wenig die Therapieangebote für die psychische Gesundheit in Anspruch.

    Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Jähne
    Chefarzt und Ärztlicher Direktor Oberberg Fachklinik Rhein-Jura

    Ein Team aus Oberberg-Experten entwickelte ein Frühinterventionsprogramm für stressbedingte psychische Störungen bei Lehrern. Im Frühinterventionsprogramm ermöglichen anamnestische Untersuchungen und Tests zur Burnout-Diagnostik sowie eine engmaschige Anbindung an Psychotherapie, Sport, Bewegung, Achtsamkeits- und Entspannungsübungen eine optimale Genesung. Eine Burnout-Therapie und Behandlung zielt darauf ab, mit den betroffenen Lehrern Strategien zur besseren Bewältigung und Linderung der psychischen Belastung zu erarbeiten. Wird Burnout frühestmöglich behandelt, bestehen gute Heilungschancen.

    Neben der individuellen Therapie, die unter anderem Gesprächstherapie, Entspannungstechniken sowie kreative und Bewegungstherapien umfasst, spielt auch der Austausch mit Kollegen eine wichtige Rolle für die Genesung und die Rückfallprävention. Eine bessere Kooperation im Kollegium kann helfen, genau jenen Stressfaktor zu entschärfen, der viele Lehrer erst in die Erschöpfung treibt.

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    Standorte, Therapieangebot und Behandlungsfelder

    Oberberg Kliniken

    Die Oberberg Kliniken sind deutschlandweit vertreten. Wir therapieren alle Arten psychischer Krankheitsbilder nach den neuesten Erkenntnissen aus Wissenschaft und Praxis, stets individuell auf persönliche Bedürfnisse zugeschnitten.

    Oberberg Therapieangebot

    Das Oberberg Therapieangebot umfasst eine große Bandbreite an medizinischen und psychotherapeutischen Leistungen für das gesamte Spektrum psychischer und psychosomatischer Erkrankungen.

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    In den Oberberg Kliniken unterstützen wir Menschen mit einer großen Bandbreite an psychischen Erkrankungen – von ADHS bis hin zu Zwangsstörungen. Erfahren Sie mehr über Symptome und Diagnosen und entdecken Sie, welcher unserer Standorte auf Ihr Behandlungsbild spezialisiert ist.

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