Therapie

Menschen, die unter Depressionen leiden, werden in den Oberbergkliniken nach den Erkenntnissen der sogenannten evidenzbasierten Medizin, also mit wissenschaftlich nachgewiesenen wirksamen Methoden intensiv psycho­therapeutisch behandelt. Die Basis ist dabei ein schulen­übergreifendes Therapiekonzept mit tiefenpsychologischen und kognitiv-behavioralen (verhaltenstherapeutischen), handlungsorientierten und interpersonellen Elementen. Die entsprechende Therapie erfolgt in Form von indikations­geleiteten Einzel- und Gruppentherapien ergänzt durch sogenannte nonverbale Therapien, wie Körpertherapie, Gestaltungstherapie, Entspannungsverfahren und achtsamkeitsbasierte Therapieelemente. Diese nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen hinzugekommenen Elemente ermöglichen durch eine aktive Innenschau, Übungen der Stille und Würdigung der individuellen Persönlichkeit jedes Einzelnen einen Bewusstwerdungsprozess der Persönlichkeit im Sinne der Salutogenese.

Je nach Indikation und Notwendigkeit kann die intensive Psychotherapie durch eine pharmakologische Behandlung mit modernsten Antidepressiva ergänzt werden. Auch die eigene Körperbiologie beeinflussende Therapieelemente wie z.B. Schlafentzug oder Lichttherapie werden individuell eingesetzt.

Vorrangiges Ziel der Behandlung ist die Besserung der depressiven Symptomatik mit Erlangung einer positiven Stimmungslage und eines adäquaten Antriebs ganz unserem Motto entsprechend: „Zurück ins Leben“.

Uns ist es ein wichtiges Anliegen im Therapieprozess, den Patienten zum Experten seiner Krankheit zu machen und die Depression als Erkrankung zu erkennen und nicht als persönliches oder charakterliches Versagen.

Damit Therapieerfolge stabil bleiben, gilt es einerseits Auslöser und zugrunde liegende Bedingungen der Depression herauszuarbeiten wie z.B. zwischenmenschliche Probleme, Verlustängste, chronologische Überforderungen oder belastende Veränderungen im privaten/beruflichen Bereich und diese einer Bewältigung zuzuführen. Andererseits sollen gesunderhaltende Ressourcen wiederentdeckt und die eigenen Resilienzfaktoren gestärkt werden, was sich insbesondere für die Prophylaxe von großer Wichtigkeit erwiesen hat.

Besonders hilfreich sind dabei Elemente aus der achtsamkeitsbasierten Medizin, welche z.B. durch Übungen der Stille die achtsame Wahrnehmung der individuellen Persönlichkeit ermöglichen und so einen aktiven Genesungssprozess anstoßen.

Behandlungsablauf

  • Eingehende körperliche und psychiatrisch-psychotherapeutische Diagnostik
  • Individueller Therapieplan
  • Erarbeitung von Strategien zur Rückfallprophylaxe
  • Aufbau eines Nachsorgekonzepts
  • Einbeziehung der Angehörigen und ggf. des weiteren sozialen Umfeldes
  • Dauer: im Regelfall 6-8 Wochen (vom Ausprägungsgrad abhängig auch 4 bis 12 Wochen)