Persönlichkeitsstörungen

Mit Persönlichkeitsstörung werden Krankheitsbilder beschrieben, bei denen Patienten aufgrund der besonderen, meist extremen Ausprägung und geringen Flexibilität bestimmter Charaktereigenschaften massiv in verschiedenen Lebensbereichen beeinträchtigt sind oder auch bei anderen Menschen Leiden hervorrufen. Die anhaltende und nur wenig steuerbare extreme Ausprägung von ansonsten „normalen“ menschlichen Eigenschaften führt bei Menschen mit Persönlichkeitsstörungen sehr häufig zu Konflikten und Problemen. Entsprechend der Ausprägung bestimmter Persönlichkeitszüge werden verschiedene Persönlichkeitsstörungen unterschieden (z.B. narzisstische, zwanghafte, ängstlich-unsichere und Borderline-Persönlichkeitsstörung), die auch kombiniert vorkommen können.

Die Entstehung von Persönlichkeitsstörungen ist im Detail noch nicht bekannt. Als wichtigste Faktoren werden derzeit Traumatisierungen sowie körperliche oder emotionale Vernachlässigungen in der Kindheit und Jugend, aber auch eine biologische Disposition angesehen.

Seit einigen Jahren sind vor allem psychotherapeutische Methoden entwickelt worden und mittlerweile ausgereift (z.B. Dialektisch-Behaviorale Therapie [DBT] und Schematherapie), die bei bestimmten Persönlichkeitsstörungen hilfreich und wirksam sind. Da die Probleme im Rahmen von Persönlichkeitsstörungen in der Regel schon seit Kindheit oder Jugendzeit bestehen, werden sie oft von Betroffenen und ihrem Umfeld als unveränderbarer Teil der Persönlichkeit betrachtet und keine Veränderungsmöglichkeit in Betracht gezogen. Daher ist ein erster Schritt der Therapie von Menschen mit Persönlichkeitsstörungen, Motivation und Mut zu Veränderungen zu erarbeiten und überschaubare und erreichbare Ziele konkret zu formulieren. Dabei sind die empathische Beziehung und die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Therapeuten von größter Bedeutung. Im Vordergrund der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen stehen intensive psychotherapeutische Maßnahmen in der Kombination von Einzel- und Gruppentherapien. Unterstützend haben sich Bewegungs- und Kreativtherapien, manchmal auch der vorübergehende Einsatz von Psychopharmaka, bewährt.