Traumatherapie in der Oberbergklinik Schwarzwald

Die Traumatherapie ist ein neuer Behandlungs­schwerpunkt in der Oberbergklinik Schwarzwald in Hornberg. Die Erfahrung eines jeden Psychotherapeuten lehrt, dass eine adäquate Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen ganz wesentlich verbunden ist mit der Verarbeitung erlittener körperlicher und emotionaler Verletzungen. Gerade in den letzten Jahren haben die Erkenntnisse in der Trauma- und Hirnforschung es ermöglicht, tiefere Zusammenhänge der Symptomentstehung und Erlebnisverarbeitung zu erfassen und somit auch die Therapie nachhaltig zu verbessern.

Menschen mit einer diagnostizierten posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) aber auch mit Abhängigkeitserkrankungen, Depressionen oder Angsterkrankungen ebenso wie Menschen mit Persönlichkeitsstörungen sind in ihrer Vergangenheit nicht selten mehrfach traumatisierenden Ereignissen ausgesetzt gewesen. Hieraus ergibt sich im therapeutischen Prozess eine zunehmende Notwendigkeit, diese Menschen bei der Verarbeitung ihrer erlittenen Verletzungen zu unterstützen.

Nachdem wir bei den Behandlungen unserer Patienten immer häufiger mit traumatisierenden Erlebnissen konfrontiert werden und nachdem mehrere Mitarbeiter spezialisierte Ausbildungen im Bereich Trauma und Traumafolgestörungen durchgeführt haben, können wir jetzt in der Oberbergklinik Schwarzwald den neuen Behandlungsschwerpunkt „Traumatherapie“ anbieten. Ein kompetentes Team aus mehreren hochqualifizierten Therapeuten/innen, übernimmt im Rahmen des bekannten und bewährten Oberbergkonzeptes ergänzend die traumatherapeutische Betreuung dieser Patientengruppe.

Unserem Team ist es ein großes Anliegen, den Betroffenen, die ihr eigenes Erleben oftmals als unsinnig oder gar verrückt empfinden, dabei zu helfen, dass sie erkennen können, dass es sich bei ihrem Erleben um „normale Reaktionen auf unnormale Ereignisse“ handelt.

Daher liegt ein erster Schwerpunkt der Behandlung in der Psychoedukation sowie der Vermittlung von Zusammenhängen, um die manchmal sehr komplexe Symptomatik besser verstehen zu können. Besonderen Wert legen wir des Weiteren auf den Umgang mit sogenannten Triggersituationen und die Erarbeitung von Stabilisierungstechniken, wobei auch neuere Verfahren nach den Erkenntnissen der achtsamkeitsbasierten Psychotherapie zum Einsatz kommen.

Nach einer Stabilisierungsphase, in der den Patientinnen und Patienten Sicherheit vermittelt wird, erfolgt die unmittelbare Behandlung der traumatischen Ereignisse mittels traumakonfrontativer Verfahren, wobei hier insbesondere das EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing nach Francine Shapiro) als anerkanntes Verfahren zum Einsatz kommt.

Ziel dieses neuen Behandlungsschwerpunktes Traumatherapie ist die adäquate Integration von traumatischen Erfahrungen um Ängste, dissoziatives Erleben und ein Vermeidungsverhalten zu vermindern, das affektive Arousal zu beseitigen und somit die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu verbessern.

Wir freuen uns, mit unserem Team dazu künftig noch besser beitragen zu können.

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Christoph Middendorf