Oberberg Fachklinik Rhein-Jura

Online Symposium: State-of-the-Art-Therapie der Depression – Neues im Altbekannten

2 CME

Veranstaltungsort
Online über Zoom.

Datum
Samstag, 5. Juni 2021, 9 bis 10:30 Uhr

Anmeldung
Die Anmeldung erfolgt über Zoom. In Kürze werden wir den entsprechenden Zoom-Link hinterlegen.

Teilnahmegebühren

keine

Referent
Prof. Dr. med. Erich Seifritz

Prof. Dr. med. Mathias Berger

 

 

Inhalt

1. Vortrag: 9 Uhr – 9:40 Uhr

Thema

Depression – biomedizinische Behandlungsmethoden

Referent
Prof. Dr. med. Erich Seifritz

Direktor Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich

Thema

Wie alle psychischen Erkrankungen entstehen Depressionen aus einer Wechselwirkung zwischen biologischen, psychologischen und sozialen Einflussfaktoren. Für die Therapie spielen Antidepressiva, i.d.R. kombiniert mit Psychotherapie und sozialen Maßnahmen, eine entscheidende Rolle, was sich in allen evidenzbasierten Behandlungsempfehlungen widerspiegelt. Auch wenn deren klinische Wirkung und Bedeutung von verschiedenen Seiten in Frage gestellt wird, ist die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit von klassischen Antidepressiva klar. Molekular beruht – nach heutigem Wissensstand – ihre Wirksamkeit hauptsächlich auf monoaminergen und serotonergen Mechanismen, daran hat sich seit der Entdeckung der Trizyklika und Monoaminoxidasehemmer in den 1950er Jahren nichts geändert. Mit Ketamin steht uns seit kurzer Zeit jedoch eine neuartige, in vielen Ländern zugelassene Therapiemöglichkeit zur Verfügung, welche auf glutamatergen molekularen Mechanismen beruht. Darüberhinaus sind eine Reihe von Substanzen in der Entwicklung, welche zu den sogenannten Psychedelika gezählt werden, bspw. Psilocybin, Gamma-Hydroxy-Butyrat, Ayahuasca und andere. Im Referat wird eine Übersicht über den aktuellen Stand der Wissenschaft und eine Perspektive der Antidepressiva in die Zukunft gegeben.

2. Vortrag: 9:40 Uhr – 10:20 Uhr

Thema

Psychotherapie in der Depressionsbehandlung

Referent
Prof. Dr. med. Mathias Berger

Vorsitzender des Scientific Boards der Oberberg Gruppe und ehem. Ärztlicher Direktor, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Freiburg

Thema

In den aktuell geltenden S3-Leitlinien wird der Psychotherapie für das Gesamtspektrum unipolarer Depressionen gegenüber der Pharmakotherapie eine eher priorisierende Bedeutung zugemessen. Im ersten Teil des Vortrags wird ein differenziertes Licht auf die Studienlage beider Therapieverfahren geworfen. Dem folgt die Auflistung von unterschiedlichen Möglichkeiten, die relativ hohe Rate von Nonrespondern auf Psychotherapie zu verringern. Als Non-State-of-the-Art wird die zunehmende unkritische Anwendung bisher nicht evidenzbasierter Psychotherapieformen im klinischen Alltag diskutiert.