Somnia Fachklinik Köln Hürth

Nachbericht Symposium Aktuelle Entwicklungen bei der Psychotherapie von Depressionen und Angststörungen

Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung standen moderne Psychotherapieverfahren, die in der Behandlung von Depressionen und Angststörungen ihre Anwendung finden. Im Rahmen dessen führte Herr Dr. Malevani, mit Hilfe der aktuellen Forschungslage zur Epidemiologie und Behandlung von Depression und Angststörung, in die Thematik ein und begrüßte die Referenten sowie die Gäste.

Herr Dr. Neudeck, Psychologischer Psychotherapeut, Dozent und Projektmitarbeiter am Fachbereich Klinische Psychologie der TU Dresden, sowie Berater, Supervisor und Selbsterfahrungsleiter in der ärztlichen Weiterbildung und an universitären Einrichtungen, unter anderem als Dozent und Lehrsupervisor an der Akademie für Verhaltenstherapie AVT Köln, referierte über „Expositionsbasierte Behandlung psychischer Störungen. Ein transdiagnostischer Ansatz“. Der Vortrag beleuchtete Möglichkeiten zur Optimierung von expositionsbasierten Therapien vor dem Hintergrund eines störungsübergreifenden Konzepts. Im Mittelpunkt standen dabei die Implikationen des Inhibitionslernens als zentraler Wirkmechanismus der Exposition und den damit verbundenen Konsequenzen für die Gestaltung und Durchführung von Expositionsübungen.

 

Als zweiten Gast durften wir Frau Dr. Konradt, Psychologische Psychotherapeutin am gerontopsychiatrischen Zentrum der LVR-Kliniken Bonn sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin an der Abteilung für Klinische Psychologie, Rechtspsychologie und Biopsychologie der Universität Bonn begrüßen. An der Abteilung für medizinische Psychologie der Unikliniken Bonn führte sie ein Forschungsprojekt zu Veränderungen der Theory of Mind durch CBASP (Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy) durch und erwarb bei James McCullough das Zertifikat für CBASP. Der klinische Schwerpunkt von Frau Dr. Konradt ist die Behandlung von älteren Patienten mit chronischer Depression, ein weiterer Fokus ihrer Arbeit ist die Diagnostik, Beratung und Angehörigenberatung im Rahmen der Gedächtnisambulanz.

Frau Dr. Konradt berichtete über die Psychotherapie bei älteren Menschen mit chronischen Depressionen: die CBASP-Gruppe. Der Ansatz von „Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy” (CBASP) integriert in innovativer Weise behaviorale, kognitive, psychodynamische sowie interpersonelle Strategien. Das CBASP setzt direkt an der spezifischen Psychopathologie chronisch Depressiver an. Eine Besonderheit des CBASP liegt in der innovativen therapeutischen Beziehungsgestaltung, das als „diszipliniertes persönliches Einlassen“ bezeichnete Vorgehen. In bestimmten Situationen sollen hier die eigenen positiven wie negativen Reaktionen und Gefühle der Therapeuten als Konsequenz für das Patientenverhalten verdeutlicht werden und therapeutisch genutzt werden. Weiterhin wurde die Anpassung des Konzepts für ältere Patienten mit langen Verläufen sowie unsere Erfahrungen seit 2010 dargestellt.

Zu guter Letzt durften wir Herrn Ulf Jacob, der als Psychologischer Psychotherapeut mit eigenen Lehrpraxen in Haan/Rheinland und Bad Wörishofen/Bayern tätig ist, begrüßen. Neben Psychotherapie-Tätigkeit spezialisiert er sich auf Beratung und Coaching. Seit 1992 ist Herr Jacob als Lehrtherapeut und Supervisor bei der Akademie für Verhaltenstherapie Köln tätig, er ist Supervisor bei weiteren Ausbildungsinstituten und psychiatrischen Kliniken. Von der Psychotherapeutenkammer NRW wurde er als Supervisor akkreditiert, und von der KV als Moderator für Qualitätszirkel zertifizierter. Er ist Autor des Buchkapitels „Akzeptanz- und Commitment-Therapie bei Depressionen“ im Fachbuch „Moderne Ansätze in der Depressionsbehandlung“.

Sein Vortrag beinhaltete „Das Konzept der Psychologischen Flexibilität in der Akzeptanz- und Commitment-Therapie“. Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT), seit 2009 in den USA als evidenzbasierte psychotherapeutische Behandlung anerkannt, stellt ein prozessbasiertes kontextuell-verhaltenstherapeutisches Vorgehen dar, das weniger auf Symptomreduktion ausgerichtet ist als auf die Förderung der psychologischen Flexibilität. Damit ist die Fähigkeit der Person gemeint, ihr Verhalten auf bedeutsame Lebensziele und Werte auszurichten, auch in Gegenwart innerer Barrieren wie Gedanken, Emotionen und Körperempfindungen. In diesem Vortrag wurden die philosophischen und wissenschaftlichen Grundlagen der ACT sowie die zentralen Prozesse der psychologischen Flexibilität referiert. Eine Auswahl ACT-typischer Interventionen, die sich vor allem durch erlebensbezogene Übungen und Metaphern auszeichnen, wurde vorgestellt.

Am Ende der Veranstaltung ergab sich bei einem kleinen Imbiss Raum und Zeit, sich über die spannenden Inhalte der Referate auszutauschen.