Fachklinik Rhein-Jura Abhängigkeitserkrankungen

Was sind Abhängigkeitserkrankungen?

Abhängigkeitserkrankungen gehören zu den am häufigsten auftretenden psychischen Erkrankungen. Für die Betroffenen, Angehörigen und deren Umfeld stellen Suchterkrankungen eine große Herausforderung dar, die meist mit leidvollen Erfahrungen einhergeht.

 

Eine Abhängigkeit oder Sucht kann stoffgebundener oder nichtstofflicher Natur sein. Eine stoffgebundene Abhängigkeit betrifft zum Beispiel den übermäßigen Gebrauch von:

  • Alkohol
  • Nikotin
  • Opiaten (Heroin, Methadon, Opium)
  • Kokain
  • Cannabis
  • Amphetamin (Speed)
  • Barbituraten (Schlafmittel)
  • Klebstoff (Schnüffelsucht)
  • Medikamenten u. s. w.

Daneben gibt es nichtstoffliche Suchterkrankungen wie:

  • Internetsucht
  • Sexsucht
  • Kaufsucht
  • Spielsucht
  • Computersucht

Als suchtkrank wird jemand bezeichnet, der das eigene Verhalten nicht mehr unter Kontrolle hat. Es handelt sich um ein zwanghaftes Bedürfnis nach einer bestimmten Substanz oder Tätigkeit. Dabei unterscheidet man zwischen psychischer und körperlicher Abhängigkeit:

  • psychische Abhängigkeit: unkontrollierbares Verlangen nach der Einnahme einer bestimmten Substanz
  • körperliche Abhängigkeit: Dosissteigerung und das Auftreten von Entzugserscheinungen

Den angenehmen Wirkungen wie Glücksgefühlen, Euphorie, Leistungssteigerung, Abbau von Hemmungen folgen Nebenwirkungen wie Schlafstörungen (vegetative Symptome), Organschäden, Infektionen (HIV, Hepatitis) und soziales Abgleiten.

Wie erkennt man, ob man an einer Abhängigkeitserkrankung leidet?

Die Ursachen für eine Abhängigkeitserkrankung unterliegen genetischen, biographischen, sozialen und aktuellen Einflüssen. Die Suchtentwicklung zieht sich oft über Jahre hin, so dass sie starken Schwankungen unterliegen kann. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert gemäß ICD sechs Kriterien für eine Abhängigkeit. Mindestens drei müssen innerhalb eines Jahres erfüllt gewesen sein:

 

1. Starker Wunsch oder eine Art Zwang, eine Substanz zu konsumieren
2. Verminderte Kontrollfähigkeit (bzgl. Beginn, Beendigung und Menge des Substanzkonsums)
3. Körperliches Entzugssyndrom
4. Toleranz (d. h. Dosiserhöhung ist notwendig, um
die gewünschte Wirkung zu erreichen)
5. Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügungen oder Interessen zugunsten des Substanzkonsums, erhöhter Zeitaufwand, zum
Substanzkonsum oder sich von Folgen zu erholen
6. Anhaltender Substanzkonsum trotz Nachweis schädlicher Folgen (körperlich und psychisch)

 

Quelle: Zentralinstitut für Gesundheit

 

Haben Sie das Gefühl, alkoholgefährdet oder -süchtig oder zu sein? Dann sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Hausarzt! Zur generellen Information machen Sie unseren Online-Selbsttest. Dieser hilft Ihnen dabei zu erkennen, ob bei Ihnen Anzeichen für eine Suchterkrankung mit Alkohol vorliegen können.

Doppeldiagnose: Suchterkrankung in Kombination

Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen leiden häufig an einer psychiatrischen Zweiterkrankung. Diese Kombination aus psychischer Erkrankung und stoffgebundener Abhängigkeitserkrankung bezeichnet man auch mit dem Begriff Doppeldiagnose. Studien zeigen, dass mindestens die Hälfte aller Suchtkranken auch an einer psychiatrischen Zweiterkrankung leidet: meistens sind das Angsterkrankungen, affektive Störungen oder Persönlichkeitsstörungen.

 

Beide Störungen sind in der Regel miteinander verwoben, die Verschlechterung der einen Störung hat Auswirkungen auf die andere. Wird die Doppeldiagnose nicht erkannt und behandelt, ergeben sich immer wieder große Schwierigkeiten in der Behandlung der Abhängigkeitserkrankungen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Betroffene mit einer speziell auf Doppeldiagnose ausgerichteten Therapie behandelt werden.

 

Lesen Sie bald in unserem zweiten Teil alles über unsere Therapie bei Doppeldiagnose.

 

Haben Sie die Vermutung, auch an einer depressiven Erkrankung zu leiden? Dann sollten Sie unbedingt mit Ihrem Hausarzt sprechen. Machen Sie zur generellen Information unseren Online-Selbsttest zu depressiven Erkrankungen. 

Möchten Sie sich gerne einem unserer Ärzte und Therapeuten anvertrauen und über eine mögliche Abhängigkeitserkrankung/depresssive Erkrankung sprechen? Nutzen Sie unser Akut-Telefon und nehmen Sie Kontakt zu uns auf, gemeinsam finden wir die beste Therapie für Sie.

 

Zu dem Thema "Fahrtauglichkeit und Antidepressiva" finden Sie hier einen Online Vortrag von Dr. Muzaffer Arkaç.