Therapie

Unserem Team ist es ein großes Anliegen, den Betroffenen - die ihr eigenes Erleben oftmals als unsinnig oder gar verrückt empfinden - dabei zu helfen, dass sie erkennen können, dass es sich bei ihrem Erleben um „normale Reaktionen auf unnormale Ereignisse“ handelt.

Menschen, die unter Traumafolgestörungen leiden, werden im Rahmen einzel- und gruppentherapeutischer Therapieverfahren intensiv und individuell betreut. Nachdem mehrere Mitarbeiter spezialisierte Ausbildungen im Bereich Trauma und Traumafolgestörungen absolviert haben, können wir in der Oberbergklinik Schwarzwald den Behandlungsschwerpunkt „Traumatherapie“ anbieten. Ein kompetentes Team aus mehreren Therapeuten übernimmt im Rahmen des bekannten und bewährten Oberbergkonzeptes ergänzend die traumatherapeutische Betreuung dieser Patientengruppe.

In einer ersten diagnostischen Phase geht es zunächst um eine Abklärung der vorliegenden Symptomatik. Dabei liegt ein Schwerpunkt der Behandlung auch in der Psychoedukation sowie der Vermittlung von Zusammenhängen, um die manchmal sehr komplexe Symptomatik für die Betroffenen besser verstehbar zu machen.

Danach liegt der Schwerpunkt der Behandlung auf der Stabilisierungsphase, in der den Patienten Sicherheit im Umgang mit ihren Symptomen vermittelt und Kontrolle zurückgewonnen wird. Besonderen Wert legen wir auf den Umgang mit sogenannten Triggersituationen und der Erarbeitung von Stabilisierungstechniken, wobei auch neuere Verfahren nach den Erkenntnissen der achtsamkeitsbasierten Psychotherapie zum Einsatz kommen.

Nur wenn genügend Kontrolle über die Symptomatik und eine Sicherheit im emotionalen Erleben hergestellt sind und der Patient selbst dazu bereit ist, wird die Phase der so genannten Traumakonfrontation eingeleitet. Mit dieser erfolgt die unmittelbare Behandlung der traumatischen Ereignisse mittels traumakonfrontativer Verfahren, wobei hier u.a. das EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing nach Francine Shapiro) als anerkanntes Verfahren zum Einsatz kommt.

Ziel aller Bemühungen ist es, die vergangenen Erlebnisse einer Neuverarbeitung zuzuführen, die emotionalen Begleitreaktionen abzubauen, wieder eine Kontrolle über das eigene Erleben zu gewinnen und so eine Bewältigung und Integration des Erlebten zu erreichen. Diese abschließende Phase der adäquaten Integration von traumatischen Erfahrungen dient dazu, Ängste, dissoziatives Erleben und Vermeidungsverhalten zu vermindern, das affektive Arousal zu beseitigen und somit die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu verbessern.

IRRT – Imagery Rescripting & Reprocessing Therapy

IRRT ist eine Therapie­methode zur Behandlung von Traumafolgestörungen (Posttraumatische Belastungsstörungen) und anderer belastungsinduzierter psychischer Störungen. Visuelle und verbale Interventionen werden kombiniert, um Zugang zu belastenden traumabezogenen inneren Bildern zu gewinnen, diese zu konfrontieren, zu transformieren und emotional zu bewältigen.

Eine IRRT-Sitzung verläuft in der Regel in drei Phasen:

  • Phase 1: Das Wiedererleben in sensu (in der Imagination) belastender Bilder und assoziierten Emotionen des Traumas.
  • Phase 2: Die Konfrontation und Entmachtung des Täters durch das aktuelle Ich des Patienten.
  • Phase 3: Die Entwicklung von Bildern der Beruhigung, Tröstung und Versöhnung zwischen aktuellem Ich und Traumatisiertem-Ich bzw. dem Kind-IcH.

So wird ein Heilungsprozess im Nacherleben schmerzhafter traumatischer Erinnerungen und der Entwicklung eines neuer Phantasie-Skripts ermöglicht.