Therapie

Gerade die starken Angstgefühle sind es, die es Menschen mit Angststörungen besonders schwer machen, sich aus der vertrauten Umgebung zu lösen und sich in eine Klinik zur Behandlung zu begeben. Daher sind wir in den Oberbergkliniken von Anfang an bemüht, Patienten den Einstieg in die Therapie zu erleichtern und behutsam die Problematik anzugehen. Für manche Patienten ist es sehr hilfreich, sich vor Antritt der stationären Therapie im Rahmen eines ambulanten Vorgesprächs, welches wir unverbindlich anbieten, mit den Gegebenheiten vertraut zu machen.

Als Ziel der Behandlung wird es entsprechend unseres Mottos "Zurück ins Leben" angestrebt, entängstigt die Klinik verlassen zu können, wieder Gefühle innerer und äußerer Freiheit zu empfinden und auf ängstliches Vermeidungs­verhalten verzichten zu können, damit wieder ein stärker selbstbestimmtes und an den eigenen Bedürfnissen orientiertes Leben möglich wird.

Die Therapie selbst wird entsprechend den Erkenntnissen der sogenannten evidenzbasierten Medizin, also mit wissenschaftlichen, nachgewiesen wirksamen Methoden, intensiv psychotherapeutisch behandelt. Da die Oberbergkliniken schulen­übergreifend arbeiten, kommen dabei tiefen­psychologische und besonders kognitiv-behaviorale (verhaltenstherapeutische), handlungsorientierte Verfahren zur Anwendung.

Es werden Informationen über die Symptome der Angst und deren Ursachen vermittelt. Die intensive Therapie ermöglicht es, die Hintergründe und Entwicklungsbedingungen der Symptomatik herauszuarbeiten, um aufrechterhaltende Faktoren zu erkennen und die Funktion, die die Symptome im Leben angenommen haben. Wesentlicher Teil der Behandlung ist die Entwicklung spezifischer Strategien im Umgang mit Angst und Panik. Sogenannte Expositionsbehandlungen und kognitive Umstrukturierungstechniken ergänzen die Behandlung sinnvoll. Auch sollten gesunderhaltende Ressourcen wiederentdeckt und die eigenen Resilienzfaktoren gestärkt werden, was insbesondere für die Prophylaxe entscheidend ist.

Patienten erhalten die Therapie gemäß dem Oberbergmodell in Form intensiver Einzel- und Gruppentherapie ergänzt durch sogenannte nonverbale Therapien, wie Körpertherapie, Gestaltungstherapie, Entspannungsverfahren und achtsamkeitsbasierte Therapieelemente. Diese Elemente ermöglichen durch eine aktive Innenschau, Übungen der Stille und Würdigung der individuellen Persönlichkeit jedes Einzelnen einen Bewusstwerdungsprozess der Persönlichkeit im Sinne der Salutogenese.

Je nach Indikation und Notwendigkeit kann in Rücksprache mit den Patienten die intensive Psychotherapie ergänzt werden durch eine pharmakologische Behandlung mit modernen Psychopharmaka.

Behandlungsablauf

  • eingehende körperliche und psychiatrisch-psychotherapeutische Diagnostik
  • individueller Therapieplan
  • Erarbeitung von Strategien zur Prophylaxe
  • ggf. Aufbau einer therapeutischen Nachsorge
  • ggf. Einbeziehung der Angehörigen
  • Dauer: im Regelfall 6-8 Wochen