Abhängigkeitserkrankungen

Suchterkrankungen gehören nach wie vor zu den am häufigsten auftretenden psychischen Erkrankungen und stellen somit für die Betroffenen, Angehörigen und deren berufliches und soziales Umfeld eine große Herausforderung dar, die mit leidvollen Erfahrungen einhergeht.

Unterschieden werden dabei sogenannte stoffgebundene (v.a. an Alkohol, Nikotin, Medikamente, Drogen) und nicht-stoffgebundene (wie Spielsucht, Internetsucht, Ess­störungen (Magersucht, Ess- bzw. Brechsucht) Sexsucht und auch Arbeitssucht) Abhängigkeiten.

Die Ursachen einer sich oft über Jahre hinziehenden Suchtentwicklung sind vielfältig und unterliegen genetischen, biographischen, sozialen und aktuellen Einflüssen, so dass diese Erkrankungen auch über die Jahre ihrer Entstehung erheblichen Schwankungen unterliegen.

Die Oberbergkliniken sind seit ihrer Gründung insbesondere auf die Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen (mit dem Schwerpunkt auf Alkohol und Medikamente, aber auch auf nicht-stoffgebundene wie Spiel-, Internet- und Sexsucht) spezialisiert.

Unsere Abhängigentherapie beruht auf drei Säulen:

  • der Sofortaufnahme in jedem Krankheitszustand
  • der individuellen, intensiven und innovativen Therapie
  • einer bundesweit organisierten Nachbehandlung

Vor allem in der Behandlung der stoffgebundenen Abhängigkeiten, welche neben der psychischen eine körperliche Abhängigkeit verursachen, steht am Beginn der Behandlung die medizinische Entgiftung der jeweiligen Substanz und die Behandlung entsprechender Entzugssymptome.

Erweitert und ergänzt werden sollte die Entgiftung im Rahmen einer sogenannten qualifizierten Entzugsbehandlung. Neben der körperlichen Entgiftung steht hier die Erarbeitung einer Motivation für eine veränderte Lebensweise und Einstellung zum Suchtmittel im Fokus der Therapie. Veränderungs­bereitschaft und Veränderungskompetenzen werden angestrebt und Bewältigungsstrategien für Rückfallsituationen sollen erlernt werden, um ggf. die Motivation für eine langfristige Abstinenz aufzubauen.

Nachfolgend steht das Rahmenkonzept für die stationäre qualifizierte Entzugsbehandlung alkoholkranker Menschen in Nordrhein-Westfalen vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) für Sie bereit. PDF-Download

Besteht eine Motivation für eine langfristige Abstinenz, so sollte der Aufenthalt im Sinne einer sogenannten vollständigen Entwöhnungsbehandlung erweitert werden. Im Rahmen einer solchen mehrwöchigen Behandlung (im Regelfall 6 bis 8 Wochen) wird intensiv an den Hintergründen der Suchtentwicklung gearbeitet. Da es sich bei den Abhängigkeitserkrankungen neben der körperlichen Beeinträchtigung vor allem um psychische Erkrankungen handelt, werden in dieser Phase der Behandlung die seelischen Konflikte des Suchtkranken in der Therapie verstärkt angegangen und vor allem neue Strategien in der Lebens- und Problembewältigung und der Emotionsregulation erlernt. Weiterhin wird der Aufbau eines individuellen Nachsorgekonzepts angestrebt.