Sie kommen morgens kaum aus dem Bett, haben keine Energie und große Schwierigkeiten auch nur kleine Aufgaben zu erledigen? Dann leiden Sie möglicherweise an Antriebslosigkeit.

 

Wer antriebslos ist, fühlt sich schlapp, müde und lustlos. Häufig können vermehrter Stress, die kalte Jahreszeit oder emotionale Konflikte Ursachen der fehlenden Motivation sein. Viele Menschen erleben eine antriebslose Phase im Laufe ihres Lebens. Antriebslosigkeit ist keine Krankheit an sich, kann aber ein Symptom verschiedener Erkrankungen sein.

Symptome Antriebslose Symptomatik

Antriebslose Menschen haben das Gefühl, keine Energie mehr zu haben und können sich kaum zu etwas motivieren. Selbst nach Ruhephasen fällt es Ihnen schwer, ihre Energie wieder zu erlangen. Ihre beruflichen Leistungen lassen durch die Antriebslosigkeit und ständige Müdigkeit erheblich nach und in besonders schwerwiegenden Fällen ist die Bewältigung des normalen Alltags kaum noch möglich.

Selbst Dinge, die früher Spaß gemacht haben, werden als Belastung wahrgenommen. Manche Patienten sind so antriebslos, dass die eigene Körperhygiene vernachlässigt wird bis zur Verwahrlosung. Auch die Ernährung kann einseitig oder unzureichend werden.

 

Nicht alle Betroffenen suchen bei fehlendem Antrieb nach psychischen Ursachen, auch wenn ihnen sich psychischer Belastungen in ihrem Leben bewusst sind. Ob die Ursachen psychischer oder körperlicher Natur sind, sollte professionell abgeklärt werden.

Ursachen Mangelzustände und Erkrankungen können Antriebslosigkeit verursachen

Antriebslosigkeit kann ein Symptom einer psychischen Erkrankung sein. Es gibt verschiedene psychische Krankheiten, bei denen Symptome wie Müdigkeit, Lustlosigkeit und Antriebslosigkeit auftreten:

 

  • Menschen, die an Depressionen erkrankt sind, leiden häufig unter Antriebslosigkeit. In besonders schlimmen Fällen kann dies dazu führen, dass die Betroffenen sich nicht mehr motivieren können, alltägliche Routinen durchzuführen und z.B. ihre Körperhygiene vernachlässigen. Auch die saisonal auftretende Winterdepression kann eine Ursache von Antriebslosigkeit sein. Hier erfahren Sie mehr über Depressionen
  • Stress kann zu vielen Beschwerden auf den Körper führen. Ebenso entstehen auch psychische Symptome, wie Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Lustlosigkeit. Hier erfahren Sie mehr über Stress- und Traumafolgestörungen
  • Bei einem Burnout fühlen sich Betroffene körperlich ausgebrannt. Sie sind so stark erschöpft, dass sie sehr antriebslos sind und unter Lustlosigkeit leiden. Hier erfahren Sie mehr über Burnout
  • Bei Essstörungen führt eine beschränkte oder übermäßige Energiezufuhr in Form von Nahrung dazu, dass die Betroffenen weniger Energie haben und sich antriebslos fühlen. Die schädigende Ernährung bzw. Ernährungsverhalten, kann zu körperlicher und seelischer Erschöpfung führen. Hier erfahren Sie mehr über Essstörungen

Auch somatische Krankheiten können die Ursache von Antriebslosigkeit sein. Dies können chronische somatische Erkrankungen (Herzinsuffizienz, Lungenerkrankungen, Infektionen, Rheuma, Nierenversagen), eine beginnende Demenz, Schilddrüsenerkrankungen, Narkolepsie, Schlafapnoe, Morbus Addison, Tumore oder das Chronique-Fatigue-Syndrom, sein. Auch kann eine Nebenwirkung von eingenommenen Medikamenten ständige Müdigkeit und fehlender Energie verursachen. Sowie eine unausgewogene Ernährung mit unzureichender Verfügbarkeit von Nährstoffen (z.B. Eisenmangel) antriebslos machen kann.

Es empfiehlt sich eine professionelle Abklärung, um individuelle Ursachen der Antriebslosigkeit ausfindig zu machen.

Verlauf Verlauf

Wer unter Antriebslosigkeit leidet, kann schnell in einen Kreislauf geraten, bei dem sich das Leiden immer weiter verschlimmert: Die Antriebslosigkeit und Müdigkeit treten immer häufiger auf und werden von den Betroffenen immer wieder ignoriert und nicht als Warnsignal der Psyche und des Körpers wahrgenommen. Dadurch verschlimmern sich die Symptome und es kann zu weiteren Beschwerden kommen. Auch die Belastung und der Stress nehmen zu, sodass sie dadurch noch stärker antriebslos sind.

Antriebslosigkeit kann den Alltag von Betroffenen sehr stark einschränken. Wer unter Symptomen wie Antriebslosigkeit oder ständiger Müdigkeit leidet, kann oft seinen Beruf kaum noch ausüben. Auch soziale Beziehungen werden in Mitleidenschaft gezogen. Deshalb ist es bei schwereren Fällen wichtig, professionelle Hilfe, beispielsweise in Form einer Psychotherapie, zu suchen. So können die veranlassenden Ursachen behandelt werden, damit Sie ihren Antrieb wieder zurückerhalten.

Sie haben Fragen zum Thema Antriebslosigkeit?

Behandlung und Therapie Behandlung und Therapie

Um Antriebslosigkeit effektiv behandeln zu können, muss zunächst eruiert werden, welche Ursache sich hinter dem Symptom verbirgt. Davon ist die Ausrichtung der Therapie abhängig. Außerdem ist es sehr wichtig, die persönliche Biografie des Patienten zu beachten und in die Therapie miteinzubeziehen.

Zur Behandlung von Depressionen werden psychotherapeutische Therapieansätze eingesetzt und je nach Schweregrad der Erkrankung auch eine Behandlung mit Psychopharmaka. Um ein Burnout zu behandeln, werden vor allem evidenzbasierte Behandlungskonzepte wie Entspannungs-, Stressreduktionsverfahren und achtsamkeitsbasierte Therapien, verwendet.

 

Entspannungs- und Stressreduktionsverfahren

Stressreduktions- und Entspannungsverfahren sind für viele Störungsbilder eine wirksame Unterstützung. Im Bereich der Behandlung von stressbedingten Störungen und Angststörungen (Panikstörungen) sind sie ein zentraler Bestandteil der Psychotherapie. Der große Wert von Entspannungsverfahren liegt jedoch auch darin, dass die Übungen in den Alltag übernommen werden können und – bei regelmäßiger Anwendung – große Wirkungen bei der Rückfallprophylaxe zeigen. Gleiches gilt für die Prävention von Antriebslosigkeit und von verschiedenen psychischen Störungen.

Hier erfahren Sie mehr über die Entspannungs- und Stressreduktionsverfahren bei Oberberg

 

Behandlung mit Psychopharmaka

Bei vielen psychischen Störungen sind Psychopharmaka erforscht und zumindest als Begleittherapie in ihrer Wirksamkeit belegt. Wissenschaftlich erwiesen ist auch, dass bei den meisten psychischen Erkrankungen – wenn sie ein mittleres oder v.a. schweres Ausmaß erreicht haben – die Kombination aus Pharmakotherapie und Psychotherapie am sinnvollsten ist. Die moderne Psychopharmakotherapie umfasst neben einer gezielten und sorgfältigen fachkundigen Information und Aufklärung des Patienten die individuelle Auswahl und Empfehlung eines geeigneten Medikamentes in geeigneter Dosis – in Hinblick auf Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Außerdem erfolgt eine engmaschige Überprüfung von Wirkung und Nebenwirkungen (einschließlich z.B. der Blutspiegelbestimmung) auf den Körper.

Hier erfahren Sie mehr über die Psychopharmakotherapie bei Oberberg

Drei Therapieziele der Oberberg Fachkliniken bei Antriebslosigkeit

„Remission“, „Recovery“ und „Resilienz“

Bei der Remission soll eine Reduzierung der Symptome erreicht werden. Dem Patienten soll dabei geholfen werden, dass die Antriebslosigkeit und Müdigkeit abnimmt und eine optimistische Einstellung entwickelt werden kann.

In der Phase der Recovery soll der Mensch bei der Rückkehr in den Alltag unterstützt werden, damit er sich seinen alltäglichen Herausforderungen stellen kann. Außerdem soll das Bewusstsein für die eigene Psyche gestärkt werden.

Resilienz bezeichnet die innere Widerstandfähigkeit des Menschen. Diese soll durch die Therapie gestärkt werden, damit die Gefahr für einen Rückfall deutlich reduziert wird.

Kontakt Sie können sich jederzeit an uns wenden – vertrauensvoll und diskret

Sie möchten mehr Informationen zu unserem Behandlungsangebot, zur Ausstattung in den Kliniken oder zum Tagesablauf in einer unserer Kliniken? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie mit uns persönlichen Kontakt unter der Telefonnummer 030 - 26478919 aufnehmen. Wenn Sie einen Rückruf für ein persönliches Gespräch vereinbaren möchten, füllen Sie bitte das Kontaktformular aus. Wir werden uns dann schnellstmöglich bei Ihnen melden.

Jetzt Kontakt aufnehmen

Häufige Fragen FAQ

Wer oft unter Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Lustlosigkeit leidet, kann schnell den Verdacht haben, dass diese Beschwerden aufgrund körperlicher Probleme auftreten. Die Beschwerden können allerdings auch ein Anzeichen für eine psychische Erkrankung sein. Wenn also keine körperliche Ursache, wie z.B. Eisenmangel, durch den Arzt festgestellt werden kann, sollten sich Betroffene an einen Psychotherapeuten wenden.

Wenn davon ausgegangen werden kann, dass für die Antriebslosigkeit und Müdigkeit keine körperlichen Ursachen vorliegen bzw. eine mangelnde Ernährung, dann gibt es möglicherweise psychische Ursachen. Ständige Antriebslosigkeit kann beispielsweise ein Anzeichen für eine Depression sein. Die Betroffenen haben oft nicht die Energie, um ihren Alltag zu bewältigen und fühlen sich niedergeschlagen und hoffnungslos. Wenn es viele Konflikte in sozialen Beziehungen gibt, die Stress verursachen, kann dies ebenfalls zu Antriebslosigkeit führen. Im Allgemeinen ist übermäßiger und nicht verarbeiteter Stress ein potenzieller Auslöser für Antriebslosigkeit. Burnout ist eine psychische Erkrankung, die ebenfalls zu Antriebslosigkeit führen kann. Da Burnout den Körper metaphorisch ausbrennt, haben die Betroffenen bei einem schweren Krankheitsverlauf oft kaum bis gar keine Energie. Essstörungen können ebenfalls in Antriebslosigkeit und Müdigkeit resultieren. In diesem Fall entsteht die Antriebslosigkeit durch das ungesunde Ernährungsverhalten

Menschen, die unter Antriebslosigkeit und Müdigkeit leiden, erhalten in den Oberberg Fachkliniken passende und effiziente Therapieangebote.

Um Antriebslosigkeit zu überwinden, muss zunächst geklärt werden, welche psychische Erkrankung hinter der Antriebslosigkeit steckt. Daran wird anschließend die Therapie nach der jeweiligen Erkrankung gerichtet.

Außerdem muss die individuelle Situation jedes Patienten genau analysiert werden und die persönliche Biografie in den Therapieplan integriert werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Behandlung für die spezielle Situation des Patienten geeignet ist. Wir unterstützen Sie dabei, den Alltagsstress konstruktiv überwinden zu lernen sich wieder voller Energie zu fühlen.

BDN, BKJPP, BVDN, BVDP & DGPPN (Hrsg.). (o.D.). Burnout-Syndrom: Geschichte und Abgrenzung. neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/erkrankungen/burnout-syndrom/geschichte-und-abgrenzung/ (zuletzt abgerufen: 27.10.2020)

Birbaumer, N. & Schmidt, R. F. (2002). Biologische Psychologie. Berlin: Springer.

Blank-Koppenleitner, A. (2017). Müdigkeit – Ursachen: Psychische Erkrankungen, Nervenstörungen. apotheken-umschau.de/Muedigkeit/Muedigkeit--Ursachen-Psychische-Erkrankungen-Nervenstoerungen-119585_4.html (zuletzt abgerufen: 27.10.2020)

Deutsche Apotheker-Zeitung (Hrsg.). (2009). Was steckt eigentlich hinter…abnormer Müdigkeit? deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2009/daz-38-2009/was-steckt-eigentlich-hinter-abnormer-muedigkeit

DiePsyche (Hrsg.). (o.D.). Wie Sie Antriebslosigkeit überwinden. diepsyche.de/antriebslosigkeit-ueberwinden/ (zuletzt abgerufen: 27.10.2020)

Dobmaier, J. & Fux, C. (2018). Burnout. netdoktor.de/krankheiten/burnout/ (zuletzt abgerufen: 27.10.2020)

Schmiedel, V. (2010). Wenn Arbeit, Alltag & Familie erschöpfen: Welche körperlichen Untersuchungen Ihnen jetzt weiterhelfen. Wie Sie aus der Stressspirale aussteigen. Stuttgart: TRIAS.

Stock, C. (2010). Burnout: erkennen und verhindern. Freiburg: Haufe-Lexware.