Hornberger Gespräche März 2017

„Störungsspezifische oder transdiagnostische Psychotherapie?“ Referent: Prof. Dr. Thomas Ehring

31.03.2017

Referent

Prof. Dr. Thomas Ehring, LMU München

VeranstaltungsortOberbergklinik Schwarzwald, Hornberg

Leitung

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wahl-Kordon, Ärztlicher Direktor der Oberbergklinik Schwarzwald

Zertifizierung

3 Punkte bei der Landesärztekammer

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Fragen richten Sie bitte per E-Mail an Frau Regina Schmidt.

Inhalt

Seit einigen Jahrzehnten werden Forschung und Praxis der Psychotherapie durch störungsspezifische Theorien und Therapiekonzepte dominiert. Dieser Ansatz ist zweifellos sehr erfolgreich und hat zur Entwicklung hochwirksamer evidenzbasierter Therapien geführt. Gleichzeitig wird zunehmend deutlich, dass der störungsspezifische Fokus auch Nachteile hat. In der Kognitiven Verhaltenstherapie ist daher in den letzten Jahren ein Trend hin zu transdiagnostischer Forschung und Therapie zu beobachten, d.h. es findet eine zunehmende Beschäftigung mit Prozessen statt, die über Störungsgrenzen hinweg bedeutsam sind. In anderen Feldern der Klinischen Psychologie und Psychiatrie sind ähnliche Entwicklungen zu beobachten (z.B. das NIMH Research Domain Criteria Project). Im Vortrag werden zunächst aktuelle transdiagnostische Konzepte der Psychotherapie vorgestellt, gefolgt von einer kritischen Betrachtung der Vor- und Nachteile im Vergleich zum störungsspezifischen Paradigma. Als konkrete klinische Beispiele werden dabei zwei Themenbereiche genauer beleuchtet: die Therapie von Traumafolgestörungen auf der einen Seite sowie die Behandlung repetitiven negativen Denkens (Sich-Sorgen, Grübeln) auf der anderen Seite. Der Vortrag schließt mit einem konzeptuellen Modell, das die Integration störungsspezifischer und transdiagnostischer Ansätze in Forschung und klinischer Praxis ermöglicht und die Kombination der jeweiligen Stärken beider Ansätze zum Ziel hat.

Prof. Dr. Thomas Ehring ist seit 2015 Lehrstuhlinhaber für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der LMU München. Zudem ist er approbierter Psychologischer Psychotherapeut, Supervisor, Leiter der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz am Department Psychologie der LMU sowie wissenschaftlicher Leiter des Münchner Universitären Instituts für Psychologische Psychotherapieausbildung (MUNIP). Frühere Tätigkeiten waren am King's College London (GB), der Universität Bielefeld, der Universität Amsterdam (NL) sowie der Universität Münster. Seine Schwerpunkte in Forschung und klinischer Tätigkeit liegen im Bereich der Psychotherapie für Posttraumatische Belastungsstörungen, der Rolle früher Traumatisierung als Risikofaktor für Psychopathologie sowie der Beschäftigung mit repetitivem negativem Denken (Grübeln, Sich-Sorgen) und Problemen der Emotionsregulation als transdiagnostische Prozesse.

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