03. März 2016

Super-Wahltag: Wie Politiker den Druck im Wahlkampf meistern

Die Stressbändiger

Der Drogenfund bei Volker Beck hätte für die Grünen zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen können. Kurz vor der Wahl in Baden-Württemberg heißt das für Ministerpräsident Winfried Kretschmann: auf Distanz gehen. Wahlkampf ist Politik am Limit. Spitzenpolitiker sind ständig auf dem Sprung und brauchen stets die richtigen Antworten. Auch auf einen Drogenskandal. Derzeit sind es Menschen wie Kretschmann, Malu Dreyer oder Julia Klöckner, die vor dem Super-Wahltag am 13. März Politik an der Belastungsgrenze betreiben. Das Besondere daran: Sie halten dem Druck stand.

Von der Festhalle ins Gemeindehaus, weiter in den Kongresssaal und ins Stadthaus: An einem ganz normalen Wahlkampftag hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann vier Auftritte in elf Stunden. Läuft es besonders schlecht, muss er sich zudem in Fernsehstudios vom „schweren Fehltritt“ eines Parteifreundes abgrenzen. Kretschmanns Ziel ist der Machterhalt. Dafür arbeitet er unermüdlich auf den Super-Wahltag hin – an dem nicht nur in seinem Bundesland, sondern auch in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt gewählt wird.

Wahlkampf ist purer Stress für Politiker. Sie leben 16-Stunden-Tage, stehen ständig unter Beobachtung und schlafen kaum. Doch die meisten lächeln den Stress weg. Woran das liegt? „Der Körper versucht, den Stress erträglicher zu machen, indem er unter anderem Endorphine ausschüttet – sogenannte Glückshormone. Wenn Politiker ihre Liebe zum fordernden Wahlkampf bekunden, tragen die körpereigenen Opiate ihren Teil zu dieser Aussage bei, ähnlich wie bei Marathonläufern“, erklärt Christoph Middendorf, Facharzt für Psychiatrie und medizinischer Geschäftsführer der Oberbergkliniken. Er weist aber auch auf die Risiken solcher Reaktionen hin: „Dieses Glück kann abhängig machen. So wird Stress schnell zu einem Muss.“

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