Lexikon

In diesem Lexikon finden Sie viele der Fachbegriffe erklärt, die in den Texten auf unserer Webseite benutzt werden.

Das Oberberg Lexikon soll eine Orientierungshilfe sein und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die allgemeinen Informationen können und sollen Ihren Arzt nicht ersetzen, da nur er die individuelle Situation Ihrer Gesundheit beurteilen kann.

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Die Begriffe sind alphabetisch sortiert. Klicken Sie den Buchstaben des von Ihnen gesuchten Begriffes an und Sie werden zum entsprechenden Lexikoneintrag geführt.

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Achtsamkeit
Achtsamkeit ist die beabsichtigte Lenkung der Aufmerksamkeit auf die Gegenwart d.h. auf den aktuellen Moment, auf die gegenwärtige Erfahrung, ohne diese zu werten. Achtsam mit sich umgehen meint eine wohlwollende Selbstfürsorge der Patienten, z.B. "nein-sagen" lernen und liebevoll mit sich selbst umgehen.

Achtsamkeitsbasierte Körpertherapie
In der achtsamkeitsbasierten Körpertherapie wird der Körper mit Elementen der Achtsamkeit, in Bewegung und Stille neu erlebt. In Bewegung erfolgt eine Aktivierung des Körpers, in Stille wird die Selbstwahrnehmung des Körpers und der damit verbundenen Gedanken und Gefühlen aus der Beobachterposition heraus geschult.

Aktive Innenschau
Die aktive oder bewusste Innenschau hat zum Ziel, sich selbst und seine Eigenheiten zu erfahren und zu erkennen (sein Emotionales Profil). Im Mittelpunkt steht die Frage: "Wie geht es mir?" Diese Frage wird anhand des von Matthias Gottschaldt entwickelten Oberberg-Befindlichkeitsbogen erhoben. Er konfrontiert den Patienten mit Fragen, die an sich einfach, in der aktuellen Situation jedoch meist schwierig zu beantworten sind: "Was fühle ich momentan?", "Was könnte dieses Gefühl ausgelöst haben?", "Was hat mich heute emotional besonders berührt?" und "Warum hat es mich heute besonders berührt?"

Antidepressiva
Die Antidepressiva sind eine Untergruppe der Psycho­pharmaka, die ihre spezifische Wirkung mit einer Stimmungsaufhellung entfalten. Antidepressiva kommen allerdings trotz ihrer Bezeichnung nicht nur in der Behandlung von Depressionen zum Einsatz, sondern auch bei einer Reihe anderer Erkrankungen. Neben der Stimmung beeinflussen diese Substanzen nämlich auch - je nach Substanz unterschiedlich - den Antrieb, das Angsterleben, den Schlaf, das Schmerzempfinden und den inneren Anspannungsgrad.

Es gibt eine Vielfalt von unterschiedlichen Antidepressiva, weswegen es auch keine einheitliche Wirkweise oder ein einheitliches Nebenwirkungsspektrum gibt. Allgemein kann man sagen, dass die gängigen modernen Antidepressiva ihre Wirkung im Gehirn über die Beeinflussung des Stoffwechsels verschiedener Transmittersubstanzen (Überträgersubstanzen) und deren Rezeptoren entfalten, vor allem sind das Serotonin, Noradrenalin, Dopamin und Melatonin.

Antidepressiva benötigen bis zu ihrer vollen Wirksamkeit eine Vorlaufzeit von mehreren Tagen bis hin zu Wochen. Mögliche Nebenwirkungen sind vielfältig aber individuell sehr unter­schiedlich. Das Risiko einer Abhängigkeit oder Suchtent­wicklung besteht hingegen bei dieser Substanzgruppe nicht.

Ausweg
Viele Menschen in krisenhaften Situationen suchen nach Auswegen. Eine Therapie kann Auswege aufzeigen. Patienten sind häufig "außer sich" wenn sie zur Therapie kommen. In verschiedenen Schritten lernen sie "zu sich zu kommen" und die eigene Situation zu reflektieren. Wenn Patienten "zu sich gekommen sind" und "bei sich bleiben" war die Therapie erfolgreich.

Autogenes Training
Autogenes Training wurde vom Berliner Nervenarzt Johannes H. Schultz entwickelt. Es ist in Deutschland die wohl bekannteste Entspannungstechnik. Sie wird meistens in Gruppen-, zum Teil in Einzelsitzungen und unter Anleitung eines Arztes oder Psychologen erlernt. Bei jeder Übung wird versucht mit Hilfsformeln in einem bestimmten Teil des Körpers einen Entspannungszustand hervorzurufen. Damit kann Stress abgebaut und das vegetative Nervensystem entspannt werden.

Ärztegesundheit
Die Oberbergkliniken sind spezialisiert auf die Behandlung von Ärztinnen und Ärzten. In Zusammenarbeit mit Ärztekammern entwickelte der Gründer der Oberbergkliniken, Prof. Dr. med. Matthias Gottschaldt, ein Curriculum für abhängige Ärzte. Es zielt nicht strafend, sondern unterstützend auf die berufliche Wiedereingliederung von Ärztinnen und Ärzten ab, die unter einer Substanzabhängigkeit leiden und deswegen berufliche Konsequenzen fürchten müssen.

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Biofeedback-Behandlung
Ziel der Biofeedback-Behandlung ist die gezielte Wahrnehmung und Beeinflussung körperlicher Prozesse, die bei der Aufrechterhaltung von psychischen, psychosomatischen und körperlichen Krankheiten von Bedeutung sind.

Bodyscan nach Kabat-Zinn
Der Molekularbiologe Jon Kabat-Zinn hat 1979 ein Training entwickelt, das sich auf Gesundungsprozesse bei verschiedenen (stressbedingten) Erkrankungen konzentriert. Dazu zählen Herz-Kreislauferkrankungen, Depressionen, chronische Schmerzerkrankungen, psychosomatische oder Suchtkrankheiten. Seine Methode ist die Stressbewältigung durch Achtsamkeit. Sie basiert auf dem buddhistischen Prinzip. Hier wird „achtsam sein“ erzielt, indem Ruhe und Stabilität durch bewusstes Atmen in den Augenblick hinein gebracht und nichts gewertet wird. Der Body-Scan ist eine etwa 30 Minuten dauernde Übung, die jede Körperregion atmend und aufmerksam auf Verspannungen „abtastet“. Laut Kabat-Zinn erlangen wir so einen klareren Eindruck davon, was in und mit uns vorgeht. (Kabat-Zinn, Jon: Stressbewältigung durch die Praxis der Achtsamkeit; Arbor Verlag, 1999)

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Chronifizierungstendenz
Wenn akute oder vorübergehende Erkrankungen zu einem dauerhaften Zustand führen, spricht man von einer Chronifizierung.

Co-Abhängigkeit findet statt, wenn Bezugspersonen eines Suchtkranken durch Handeln oder Unterlassen die Sucht aufrecht erhalten.                

CT ist die Abkürzung für Computertomografie. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung des klassischen Röntgenverfahrens. Statt im Ergebnis nur eine Aufnahme zu haben, wird beim CT vom Computer Schicht für Schicht aufgenommen. Am Ende können die einzelnen Körperschichten ohne Überlagerungen dargestellt werden. Wenn notwendig, kann auch diese Zusatzuntersuchung in Kooperation mit Arztpraxen durchgeführt werden, um eine Diagnose der somatischen und psychosomatischen Erkrankungen zu stellen. 

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EEG, Abkürzung für Elektroenzephalografie, ist eine Methode, mit der die Aktivität des Gehirns gemessen und aufgezeichnet wird. Eine eingehende somatische Diagnostik mit körperlicher Untersuchung, Labortests, EKG, EEG, Sonographien (Ultraschall) bildet die Grundlage der Aufnahmeuntersuchungen in den Oberbergkliniken. 

Einzeltherapie
Insbesondere das hohe Maß an einzeltherapeutischen Angeboten begründet den guten Ruf der Oberbergkliniken und ermöglicht die ganz persönliche Betreuung. Gerade der Wirkfaktor der therapeutischen Beziehung kommt hier entscheidend zum Tragen, weswegen wir auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sehr viel Wert legen.

Emotionales Profil             
Jeder Mensch hat ein eigenes einzigartiges Emotionales Profil gleich dem Fingerabdruck. Es entsteht im Laufe des Lebens. Ab der Geburt entwickelt sich, ausgehend von geerbten Grundlagen, individuell verschieden und durch das Erleben von emotional wirksamen Erfahrungen nach und nach eine emotionale Struktur. Die Arbeit am Emotionalen Profil ist der Kern des Oberbergmodells. Dahinter steckt das Wissen, dass ein sachliches Verständnis der Krankheit und rationale Akzeptanz der Krankheit nicht ausreichen, um langfristig mühelos abstinent und gesund zu leben. Der Schlüssel liegt im Zugang zu seinen eigenen Emotionen und einer emotionalen Akzeptanz der Krankheit.

Ernährungskonzept
Das Ernährungskonzept nutzt aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse der menschlichen Ernährung zur Prävention, Heilung und Linderung von Krankheiten. Ernährungsphysiologische Erkenntnisse werden in den Oberbergkliniken ernährungstherapeutische angewendet. Auf Basis einer ernährungsmedizinisch optimalen Versorgung können Patienten die in der Psychotherapie erlernten Elemente kognitiv verarbeiten.

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Gestaltungstherapie
In gestalterischer Arbeit kann sich der Mensch neu erfahren. Im Rahmen der Gestaltungstherapie wird das kreative Potenzial der Patienten geweckt und genutzt, um ohne die Schranken der rationalen und intellektuellen Abwehr Unbewusstes zu Tage treten zu lassen. Standortabhängig werden Materialien wie Ton, Farben, Stein, Eisen, Holz eingesetzt.

Gruppentherapie
Die Gruppentherapie hat ihre Vorteile nicht nur in der effizienten Vermittlung von Wissen über psychische Krankheiten und deren Behandlung, sondern der intensive Austausch hilft auch, sich mit der Erkrankung nicht mehr allein zu fühlen, Unterstützung von Betroffenen zu bekommen und in einer geschützten Umgebung das eigene Beziehungs­verhalten zu sich selbst und anderen Menschen zu erleben und besser zu verstehen.

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Individuelle Essenz            
Die individuelle Essenz bezieht sich im Wesentlichen auf das Emotionale Profil.

Integrale Heilkunst
Integralität bedeutet die umfassende Sicht auf das Ganze. Es ist die Einbeziehung von wissenschaftlichem Denken und spirituellen Einsichten. Integralität umfasst traditionelle und moderne, westliche und östliche Methoden und unterscheidet nicht zwischen Außen- und Innenwelt oder Beobachter und Objekt. Heilkunst bezeichnet die Arbeit mit Menschen, mit dem Ziel, inne wohnende Potentiale zu erkennen und zu aktivieren jenseits von Bewertung oder Verurteilung. Ein integrales Verständnis erweitert die traditionell eher rationale Betrachtungsweise auf die Außenwelt um meditative und intuitive Bewusstseinsprozesse. Hier wird der ganze Mensch gefordert.

Interpersonelle Therapie

Bei interpersonellen Elementen liegt der Schwerpunkt auf der Veränderung zwischenmenschlicher Beziehungen. Der intensive Austausch mit anderen Menschen – Therapeuten und Mitpatienten (Gruppentherapie) – trainiert neues Beziehungsverhalten. Wir helfen unseren Patienten, ihre Beziehungen zu sich und anderen Menschen besser zu verstehen, sich zu öffnen und aktiv zu gestalten.

Intervalltherapie

Bei Bedarf bieten wir als Fortsetzung und Ergänzung der stationären Erstbehandlung eine zweite – in der Regel kürzere – sogenannte Intervalltherapie an. Sie wird zum Zeitpunkt der Entlassung geplant und fest verabredet. Die Intervalltherapie wird meist nach 4 bis 6 Monaten durchgeführt und wird von uns als eine geschlossene Behandlungseinheit betrachtet. Therapieerfolge der ersten Behandlungsphase werden bei einem zweiten stationären Aufenthalt gefestigt und erweitert und die Erfahrungen aus der Zeit nach der Erstbehandlung können intensiv in den Therapieprozess einbezogen werden, um eine langfristige Stabilität zu erzielen.

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Kognitive Elemente
Der Begriff "kognitiv" stammt aus der Psychologie und bezeichnet Funktionen des Menschen, die mit Wahrnehmung, Lernen, Erinnern und Denken, sprich der menschlichen Erkenntnis- und Informationsverarbeitung in Zusammenhang stehen.

Körpertherapie
Auch die Körpertherapie, ebenso in Einzel- und Gruppenform praktiziert, gehört zu den in den Oberbergklinken angewandten nonverbalen Therapieverfahren. Sie umfasst viel mehr als eine reine funktionelle Krankengymnastik. Die modernen Neurowissenschaften haben die Sichtweise, dass der menschliche Geist und das Körpererleben in engster und ständiger Wechselwirkung miteinander stehen, bestätigt. Die Körpertherapie macht sich diese Körper-/Seele-Einheit zum Ziel der Behandlung und arbeitet damit, dass der Körper das seelische Erleben beeinflusst und umgekehrt. So können spürbare Therapieeffekte mit Hilfe des Körpers erzielt werden. Dabei kommen in verschiedenen Techniken neben der Entspannung, der achtsamen Körperwahrnehmung, dem Körperausdruck sowie der Bewegung und Berührung des Körpers besondere Bedeutung zu.

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Neurofeedback ist ein spezifisches Feedback mittels EEG (Hirnaktivität).

NMR ist die Abkürzung für Kernspinresonanzspektroskopie, abgeleitet vom englischen Begriff "nuclear magnetic resonance". Wenn notwendig kann auch diese Zusatzuntersuchung in Kooperation mit Arztpraxen durchgeführt werden um eine Diagnose der somatischen und psychosomatischen Erkrankungen zu stellen.

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Oberbergmodell
Kern unseres Oberbergmodells ist ein intensives schulenübergreifendes Therapiekonzept mit täglichen Einzel- und Gruppengesprächen, die unter anderem tiefenpsychologische, verhaltens- und familientherapeutische Elemente beinhalten. Im Rahmen dieser intensiven Therapie ist es möglich, individuell auf die Sorgen, Nöte und das Krankheitsbild jedes einzelnen Patienten einzugehen.

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Panik
Wiederkehrende Angst- und Panikzustände verhindern den "normalen" Alltag und haben einen behandlungsbedürftigen Krankheitswert.

Pathogenese
Die Pathogenese beschreibt die Entstehung einer physischen oder psychischen Erkrankung oder den Verlauf eines krankhaften Prozesses bis zu einer Erkrankung.

Progressive Muskelentspannung   
Bei der progressiven Muskelentspannung (PMR), progressive Relaxation (PR) oder Tiefenmuskelentspannung nach Edmund Jacobson handelt es sich um ein Verfahren, bei dem durch die willentliche und bewusste An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen ein Zustand tiefer Entspannung des ganzen Körpers erreicht werden soll. Dabei werden nacheinander die einzelnen Muskelpartien in einer bestimmten Reihenfolge zunächst angespannt, die Muskelspannung wird kurz gehalten, und anschließend wird die Spannung gelöst. Die Konzentration der Person wird dabei auf den Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung gerichtet und auf die Empfindungen, die mit diesen unterschiedlichen Zuständen einhergehen. Ziel des Verfahrens ist eine Senkung der Muskelspannung unter das normale Niveau aufgrund einer verbesserten Körperwahrnehmung. Mit der Zeit soll die Person lernen, muskuläre Entspannung herbeizuführen, wann immer sie dies möchte.

Psychiatrie bzw. Psychiater bedeutet wörtlich "Seelenarzt", eine Zusammensetzung aus griechisch Psyche (Seele) und Iatrós (Arzt).

Psychodynamische und analytisch orientierte Verfahren       
Diese auch „aufdeckende Verfahren“ genannten Therapien haben ihre Wurzeln in der Tiefenpsychologie. Sie gehen davon aus, dass unser Erleben und Verhalten von unbewussten Anteilen und Konflikten, die in der Kindheit begründet liegen, beeinflusst werden und die in der Therapie aufgedeckt und bearbeitet werden sollten, damit sie den Einfluss auf das heutige Erleben verlieren können. Diese Verfahren kommen sowohl als Einzel- als auch Gruppentherapie zum Tragen.

Psychosomatik
Psychische Erkrankungen können sich auch auf den Körper verlagern und zum Symptom werden. Umgekehrt können auch körperliche Erkrankungen zum psychischen Störungen führen. Psychosomatik vereint Seele (Psyche) und Körper (Soma) und behandelt beide Krankheitsbereiche, um ein Gleichgewicht wieder herzustellen.  

Psychotherapie
Psychotherapie ist die Lehre von der Behandlung der Psyche. Verschiedene anerkannte Therapieverfahren werden in den Oberbergkliniken schulenübergreifend angewendet. Zu diesen gehören u.a. tiefenpsychologische Therapie, verhaltenstherapeutische Verfahren, Gruppentherapien, körperorientierte Therapien, gestaltende Therapien, achtsamkeitsbasierte Verfahren, Entspannungsverfahren, Ernährungsmedizinische Konzepte.

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Rückfallbehandlung
Patienten, die abstinent waren und dann doch rückfällig werden, können sich einer stationären Rückfallbehandlung unterziehen. Im Verlauf einer Rückfallbehandlung steht die Analyse des Rückfalls, die so genannte Bedingsanalyse im Vordergrund. Einem nassen (Substanzrückfall) Rückfall gehen oft mehrere trockene Rückfälle voraus, in dessen Vorfeld es oft zur Wiederaufnahme schädlicher alter Verhaltensmusster gekommen ist. Im Rahmen der Rückfallbehandlung entscheidet sich der Patient wieder für ein Abstinenzvorhaben, dass er mit Hilfe der Therapie einhalten kann. Die Phasen sind gekennzeichnet durch Trockenheit, nüchterne Abstinenz und letztlich zufriedene Abstinenz. 

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Salutogenese heißt übersetzt soviel wie "Gesundheits-Entstehung". Der Begriff wurde vom Medizin-Soziologen Aaron Antonovsky (1923-1994) geprägt und ist ein Leitgedanke im Konzept der Integralen Heilkunst an den Oberbergkliniken. Er lenkt den Fokus weg von der Frage nach den Ursachen einer Krankheit (Pathogenese) hin zur Erhaltung, Förderung und Entwicklung von Gesundheit. Nach dem Modell der Salutogenese ist nicht Homöostase, also Gleichgewicht, sondern Homöodynamik, also Wandlung und Veränderung, das bestimmende Element der menschlichen Existenz. Nachhaltige Gesundung ist ein kontinuierlicher Prozess, bei dem Krankheitssymptome gleichzeitig Hinweise für den Gesundungsprozess und die Heilung sind.

Schematherapie (Begründer: Jeffrey Young) ist eine emotions- und erlebensorientierte Weiterentwicklung der Verhaltenstherapie und integriert dabei auch Techniken anderer Therapieschulen. Entsprechend der Annahme, dass die in der Kindheit entstandenen Muster des Erlebens, Denkens und Verhaltens („Schemata“)  das gesamte weitere Leben beeinflussen, wird in der Schematherapie zunächst mit dem Patienten gemeinsam die Brücke zwischen der Kindheit und der Gegenwart hergestellt, um Muster und hinderliche Schemata sowie deren Ursprung zu erkennen und zu bewerten. Ziel der Schematherapie ist es, die Wirkung wesentlicher ungünstiger Erlebens- und Verhaltensmuster auf die aktuelle Lebensgestaltung zu verstehen, um sie dann verändern zu können. Dabei werden verschiedene, bewährte Methoden der Einzel- und Gruppentherapie eingesetzt (u.a. Imaginationsübungen, Stuhl-Dialoge, Achtsamkeitsübungen).

Selbstmedikation bedeutet, dass sich ein Patient selbst mit Arzneimitteln behandelt. Das können sowohl verschreibungsfreie als auch verschreibungspflichtige Medikamente sein. Aus gesundheitlicher und ärztlicher Perspektive kann die Selbstmedikation kritisch betrachtet werden.

Sexsucht oder Hypersexualität ist ein außer Kontrolle geratenes gesteigertes sexuelles Verlangen, das klassischen Anzeichen für Sucht wie Kontrollverlust, Besessenheit oder auch die Benutzung von Sex als Schmerzmittel aufweist. 

Slip und Lapse nach A. Marlatt ist ein kurzfristiger Rückfall, d.h. einmaliger Suchtmittelkonsum eines Stoffes ohne Rückfalldynamik, für den im Vorfeld eine Abstinenzabsicht bestand. Es handelt sich in der Regel nicht um eine strategisch geplante oder gezielte Handlung.

Sonografie ist in der Umgangssprache auch als "Ultraschall" bekannt. In den Oberbergkliniken erfolgt eine Sonografie von Abdomen und Schilddrüse in der Aufnahmeuntersuchung.

Stress ist nicht per se ungesund, das konnte mehrfach wissenschaftlich belegt werden. Er kann sowohl Kreativität als auch Wohlbefinden positiv beeinflussen. Täglicher Stress in Maßen kann ohne Probleme abgebaut werden. Ungesund wird er erst, wenn chronische Überforderungen und Dauerstress auftreten. Diese können zu psychischen Leiden führen. (Dauer-)Stress sorgt dafür, dass im Hippocampus, dem Belohnungssystem, Mechanismen angefeuert werden, die diesen Teil des Gehirns schrumpfen lassen. Das innere Belohnungssystem funktioniert nicht mehr, da gute Erfahrungen nicht mehr gespeichert werden können. Bei der Behandlung von psychischen Leiden geht es darum, diese Fähigkeit wieder bewusst zu trainieren. Bewegung, gesunde Ernährung, Achtsamkeit und Meditation sind in diesem Zusammenhang nicht einfach «gesundheitsfördernde Faktoren». Sie sind wichtige Bestandteile der Oberberg-Therapie, die hormonelle Prozesse im Körper positiv beeinflussen und die Selbstheilungskräfte aktivieren.

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Verhaltenstherapeutische, kognitiv-behaviorale Verfahren   
Die Verhaltenstherapie beruht auf Prinzipien der Lerntheorie und geht davon aus, dass ungünstige Verhaltens- und Denkmuster erlernt wurden und wieder verlernbar sind. Die heutigen Verfahren der Verhaltenstherapie zielen dabei nicht nur auf reine Verhaltensmodelle und –änderungen ab, sondern beziehen das Denken, pathologische Denkprozesse und dysfunktionale Kognitionen über sich selbst und andere mit ein. Die modernsten und innovativsten Verfahren der sogenannten dritten Welle der Verhaltenstherapie berücksichtigen darüber hinaus insbesondere emotionale Prozesse, biographische Prägungen sowie Sinn- und Wertfragen und greifen auf meditative und achtsamkeitsbasierte Elemente zurück. Die Verhaltenstherapie kommt im Einzel- und im Gruppensetting zur Anwendung.

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Wiederholungszwang
Der Wiederholungszwang beschreibt einen Zustand, in dem unangenehme bis schmerzhafte Gedanken, Handlungen, Träume, Spiele, Szenen oder Situationen wiederholt werden.

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Hinweis: Das Oberberg Lexikon wird laufend erweitert und ergänzt. Das Urheberrecht an den Texten liegt bei der Oberberg Kliniken GmbH. Die Nutzung der Texte darf nur mit vorheriger Zustimmung durch Oberberg erfolgen.