Nachbericht zum Symposium "MHH trifft Oberberg 2019"

Die Oberbergklinik Weserbergland veranstaltete ein Symposium mit der MHH in Hannover.

Am 20. März 2019 fand bereits zum dritten Mal das gemeinsame Symposium der Oberbergklinik Weserbergland und der medizinischen Hochschule Hannover (MHH) unter der Leitung von Dr. Ahmad Bransi, Chefarzt der Oberbergklinik Weserbergland, und Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Gregor Szycik, Leiter der psychotherapeutischen Ausbildungsinstitute der medizinischen Hochschule Hannover (MHH) statt.

Das diesjährige Thema „MHH trifft Oberberg – Gruppentherapie: Konzepte für die psychotherapeutische Behandlung" traf dabei auf großes Interesse und rund 110 psychologisch-psychotherapeutische und ärztliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden sich im Hörsaal der MHH zum Symposium ein. Die Bedeutung des Themas „Gruppentherapie“ wird durch die aktuelle Psychotherapierichtlinie in der Versorgung psychisch erkrankter Patienten erheblich gestärkt. Gruppentherapeutische Interventionen sind effizient, wirksam und bieten therapeutische Wirkfaktoren, die im Einzelsetting kaum realisierbar wären.

In zwei spannenden Vorträgen wurden aktuelle psychotherapeutische Konzepte aus dem Bereich der Verhaltenstherapie und der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie vorgestellt und im Kontext ambulanter Versorgung diskutiert. Dipl.-Psych. Peter Döring, Vorsitzender des Lou Andreas-Salomé Instituts für Psychoanalyse und Psychotherapie (DGP, VAKJP) Göttingen, widmete sich im ersten Vortrag dem Thema „Mentalisierungsbasierte Gruppenpsychotherapie (MBTG)“ und erläuterte theoretische Grundlagen und konkrete Vorgehensweisen anhand von Beispielen aus Gruppensituationen.

Aus dem Fokus auf das Mentalisieren von Patientinnen und Patienten ergeben sich wichtige Hinweise für das Vorgehen in der psychodynamischen Gruppenpsychotherapie. Gleichzeitig ist die Gruppe ein besonderer Ort, um daran zu arbeiten, Mentalisieren auch unter emotionaler Anspannung aufrecht zu erhalten. Der zweite Vortrag „Transdiagnostische Verhaltenstherapie in Gruppen“ wurde von Dr. phil. Dipl.-Psych. Valerija Sipos, Leitende Psychologin Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, gehalten.

Bei einzelfallorientierten Gruppen steht die Bearbeitung der psychischen Probleme oder das vorher festgelegte Thema eines Protagonisten im Vordergrund. Einzelfallorientierte Gruppen haben den Vorteil einer hohen Flexibilität bezüglich der Nutzung von vielfältigen Techniken, und guter Anpassung an die individuellen Patientenbedürfnisse. Ein wesentliches Merkmal der einzelfallorientierten Gruppen ist die Möglichkeit der transdiagnostischen Zusammensetzung der Gruppenteilnehmer. Gruppensitzungen haben eine gleichbleibende Struktur mit Eröffnungsrunde, Bearbeitungsphase und Abschlussrunde. Sie sind zielorientiert und auf den Erwerb von individuell zur Problembewältigung erforderlichen Fertigkeiten und Konzepten ausgelegt. Einzelfallorientierte, transdiagnostische Gruppen sind neben störungs- und indikationsspezifischen Gruppen ein wesentliches Setting für die Umsetzung von Verhaltenstherapie im stationären und ambulanten Bereich.

Zum Abschluss des Symposiums kamen die Referenten, Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einem Catering zusammen und nutzen die Gelegenheit für weiterführende Gespräche und Diskussionen. Wie auch im letzten Jahr war das Symposium der Reihe „MHH trifft Oberberg“ sehr gelungen und mit vielen positiven Rückmeldungen kommentiert. Wir freuen uns auf eine Wiederholung im kommenden Jahr.